Angst und Bange
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Angst und Bange

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Angst [von idg. anghosti über ahd. angust und mhd. Angest] ist eigentlich nur ein anderes Wort für Klaustrophobie: Das grundlegende Adjektiv ango bedeutet ursprünglich »eng, bedrängend«. Die alten Germanen fühlten sich also eingezwängt, wenn sie Angst hatten. Das Wort bange hat denselben Wortstamm und bedeutet auch dasselbe, nämlich »beengt, angstvoll«. Das Wort, das es auch heute nur als Adjektiv gibt, selbst wenn es in der Redewendung seit der Rechtschreibreform groß geschrieben wird, entstand im Althochdeutschen des 13. Jahrhunderts aus der Vorsilbe be- plus ango = ängstlich.

Wann genau die beiden Worte zur Zwillingsformel - der Fachmann sagt Pleonasmus - zusammenwuchsen, ist nicht bekannt. Verbreitet wurde sie jedenfalls durch Martin Luthers Bibelübersetzung: Im apokryphen Buch »Jesus Sirach« des Alten Testaments heißt es im 4. Kapitel, Vers 19, über die Weisheit: »...und macht ihm Angst und Bange und prüfet ihn mit ihrer Rute und versucht ihn mit ihrer Züchtigung, bis sie befindet, dass er [der Gezüchtigte] ohne Falsch sei.« In umgedrehter Reihenfolge findet sich die Doppelformel im 1. Buch der Makkabäer (13,2): »Als Simon sah, dass dem Volk sehr bang und angst war, kam er gen Jerusalem.«

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