Arbeitsmarktanalyse
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Arbeitsmarktanalyse

Bild: Foto: Unknown, Public domain, via Wikimedia Commons

Fakt ist, dass sich der aktuelle Arbeitsmarkt in Deutschland durch eine hohe Fluktuation und Durchlässigkeit auszeichnet - im Osten noch mehr als im Westen. Hier wie dort haben in den vergangenen Jahren zwischen zehn und 26 Prozent den Arbeitsplatz beziehungsweise die Branche gewechselt.

Fakten und Möglichkeiten

Fakt ist, dass sich der aktuelle Arbeitsmarkt in Deutschland durch eine hohe Fluktuation und Durchlässigkeit auszeichnet - im Osten noch mehr als im Westen. Hier wie dort haben in den vergangenen Jahren zwischen zehn und 26 Prozent den Arbeitsplatz beziehungsweise die Branche gewechselt.

Fakt ist auch, dass man mit einer soliden Ausbildung oder einem abgeschlossenen Studium nach wie vor für seine berufliche Zukunft bessere Karten in der Hand hält als ohne.

Zudem sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass zu Ihrem möglichen Arbeitsmarkt nicht nur das enge Feld des Berufes gehört, den Sie erlernt haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit kommen noch eine ganze Reihe von angrenzenden oder sogar ganz fremden Bereichen in Frage. Oft sehen wir unsere Möglichkeiten viel zu begrenzt.

Deshalb prüfen Sie sich:

  • In welchen Branchen, Zweigen und Unternehmenstypen arbeiten Menschen mit meiner Ausbildung und mit meinen Qualifikationen?
  • In welchem anderen Job könnte ich mir vorstellen zu arbeiten?
  • Wo könnte ich überall arbeiten, wenn ich meine Fähigkeiten ausbaue oder mir neue aneigne?

Sind Sie gut informiert?

Viele Menschen sind über die Situation der Branche, in der sie selbst arbeiten möchten, schlecht informiert. Wie sieht das bei Ihnen aus?

  • Wissen Sie, wie gut es Ihrer Branche geht?
  • Wächst sie oder hat sie eher Schwierigkeiten? Wenn ja, was sind das für Schwierigkeiten?
  • Wissen Sie, wie hoch die durchschnittlichen Gehälter in Ihrer “Liga“ sind?
  • Auf welche Mitarbeiter-Profile baut ihre Wunsch-Branche?
  • Kennen Sie die großen, innovativen und erfolgreichen Unternehmen der Branche und ihre Position innerhalb des Marktes?
  • Was wissen Sie über diese, angrenzende und verwandte Branchen?

So erfahren Sie mehr!

Gehen Sie systematisch vor, um möglichst viel über den Teil des Arbeitsmarktes herauszufinden, in dem Sie sich bewerben wollen.

  • Fordern Sie Informationen der zuständigen Berufsverbände an.
  • Suchen Sie nach Literatur.
  • Achten Sie in der aktuellen Presse auf Berichte aus Ihrer Branche. Abonnieren Sie eine Fachzeitschrift aus Ihrem Berufsfeld und lesen Sie diese.
  • Recherchieren Sie im Internet.

Der aktuelle Arbeitsmarkt ist ordentlich in Bewegung. Man muss deshalb mehr denn je wissen, wo die Musik spielt. Und dazu ist es wichtig, die Augen und Ohren stets offen zu halten. Nur dann können Sie Trends schnell erkennen und darauf reagieren. Dazu können Sie Folgendes tun:

Stellenangebote analysieren

Eine gute Informationsquelle zur Arbeitsmarktanalyse ist die Anzahl an Stellenangeboten. Daran erkennen Sie, ob ein bestimmter Beruf zur Zeit gefragt ist. Bewerben Sie sich dort, wo zeitlich und räumlich die meisten Arbeitskräfte gesucht werden.

Den richtigen Standort ermitteln

In manchen Gegenden sind Arbeitsplätze rar gesät, in anderen findet eine regelrechte Ballung statt. Mobilität ist in Branchen wichtig, die in bestimmten Regionen konzentriert sind. Erkundigen Sie sich hier nach Standorten von interessanten Unternehmen und Branchen. Aber all das ist Makulatur, wenn Sie persönlich an ihren Wohnort gebunden sind.

Den Markt bewerten

Versuchen Sie, Branchen nach ihren Markt- und Wachstumschancen zu bewerten. Welche Berufe befinden sich auf dem absteigenden Ast und welche zählen zu einer momentanen Boombranche, wo sich erfahrungsgemäß die besten Aufstiegschancen ergeben? Vergessen Sie dabei aber nicht Ihre persönlichen Interessen und Neigungen. Was nutzt es, wenn Sie in einem Bereich arbeiten, der zwar Zukunft hat, Ihnen aber überhaupt nicht zusagt? Suchen Sie nach Möglichkeiten und Stellen, die beides verbinden.

In der heutigen Zeiten von Boom- oder Krisenbranchen zu sprechen, ist angesichts der angespannten Wirtschaftslage mehr als riskant. Die noch vor einem Jahr hochgelobten Branchen sind mittlerweile ohne Ausnahme kritisch zu bewerten.

Es gibt aber trotz der hohen Arbeitslosigkeit keinen Grund, von vornherein für die persönliche Entwicklung schwarz sehen in vielen Branchen und vielen Regionen sind durchaus positive Tendenzen zu sehen:

Dienstleistung

Im Dienstleistungssektor entstehen beispielsweise durch das “Outsourcing vieler Tätigkeiten eine Reihe von kleinen, selbstständigen Betrieben, die verschiedene Dienstleistungen verkaufen, zum Beispiel im Bereich der Werbung, Publik Relation (PR) oder auch Datenverarbeitung. Der Markt weitet sich aus und schafft neue Arbeitsplätze.

Der Bildungsbereich wurde lange stiefmütterlich behandelt: Schulen klagen über Lehrermangel, veraltetes Lehrmaterial und überfüllte Klassen tun ihr Übriges. Allerdings werden hier in Zukunft nicht nur Lehrer im Beamtenstatus gefragt sein, sondern vor allem (freiberufliche) Dienstleister etwa im Bereich der Medien-Erziehung oder in der Weiter- und Erwachsenenbildung.

IT, Multimedia und Internet

Im IT-, Multimedia- und Internet-Bereich ist zwar derzeit große Katerstimmung, kompetente Fachkräfte im technischen, Consulting- oder Vertriebsbereich haben aber auch derzeit gute Chancen. Wenn auch die Euphorie vorbei ist, wird in Zukunft kaum mehr auf die modernen Kommunikationswege verzichtet werden! Bedarf wird es also weiterhin geben allerdings sind die Anforderungen vor allem an Berufseinsteiger gestiegen, extrem attraktive Gehälter gehören zudem der Vergangenheit an.

Technologie

In den Zukunftsbranchen Biotechnologie und Umwelttechnologie sind derzeit auch die Prognosen vorsichtiger, ein Wachstum gilt aber auch hier in beiden Branchen als sicher. Welche Auswirkungen dies auf den Arbeitsmarkt haben wird, ist aber derzeit nur schwer abzuschätzen. Auch im Maschinenbau und anderen Technologie-Branchen sind derzeit in Teilbereichen hohes Wachstum und auch gute Entwicklungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu sehen. Diese sind aber sehr stark regional und von der Spezialisierung der Unternehmen abhängig. Hier ist also Vorsicht und gründliche Recherche anzuraten.

Fazit

Die aufgeführten Branchen sind nur als Beispiele zu sehen. Es ist grundsätzlich anzuraten, sich besonders auch in regionalen Märkten und Spezialmärkten zu informieren, immer im Hinterkopf behaltend, dass der Fokus auf ein Spezialgebiet oder eine Region auch die Gefahr der zu starken Fixierung auf ein Unternehmen birgt.

Egal ob man sich für ein sehr enges oder eher weit gestecktes Berufsfeld entscheidet, um auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft bestehen zu können, ist es von Vorteil, über ein zusätzliches Spektrum berufsübergreifender Qualifikationen zu verfügen.

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