Auch Norddeutsche können heftig Fasching feiern
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Auch Norddeutsche können heftig Fasching feiern

Bild: Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Damme bei Osnabrück oder Ganderkesee bei Oldenburg-Bremen als Orte, kaum in Fleckengröße, haben sich zum Beispiel so herausgemausert, dass bei Letzteren vier oder fünf Büttenabende die Hallen füllten und am 2.2.08 rd. 40.000 Besucher zum Karnevalsumzug kamen. Der Nds. Ministerpräsident Wulff löste ein Versprechen ein und nahm als Schirmherr in Ganderkesee teil, dem sogenannten "Fasching um den Ring". Verwiesen wird dazu auf die Internetseite: http://www.nwzonline.de/index.phpAls guter Brauch in der Küstenregion hat sich seit Jahren das "Besenwerfen" am Rosenmontag, oder am Dienstag nach Rosenmontag erhalten. Zwei große Birken-Reisigbesen ohne Stiel werden von zwei Mannschaften, beginnend an einem festen Punkt, durchs Dorf geworfen. Zwei Mannschaften haben je einen Besen und werfen nach den Regeln des Bosselns.Es werden die Würfe gezählt, die eine Gruppe benötigt, um ans Ziel zu gelangen. Wer die wenigsten Würfe hat, hat gewonnen.

Damme bei Osnabrück oder Ganderkesee bei Oldenburg-Bremen als Orte, kaum in Fleckengröße, haben sich zum Beispiel so herausgemausert, dass bei Letzteren vier oder fünf Büttenabende die Hallen füllten und am 2.2.08 rd. 40.000 Besucher zum Karnevalsumzug kamen. Der Nds. Ministerpräsident Wulff löste ein Versprechen ein und nahm als Schirmherr in Ganderkesee teil, dem sogenannten "Fasching um den Ring". Verwiesen wird dazu auf die Internetseite: http://www.nwzonline.de/index.php

Als guter Brauch in der Küstenregion hat sich seit Jahren das "Besenwerfen" am Rosenmontag, oder am Dienstag nach Rosenmontag erhalten. Zwei große Birken-Reisigbesen ohne Stiel werden von zwei Mannschaften, beginnend an einem festen Punkt, durchs Dorf geworfen. Zwei Mannschaften haben je einen Besen und werfen nach den Regeln des Bosselns.
Es werden die Würfe gezählt, die eine Gruppe benötigt, um ans Ziel zu gelangen. Wer die wenigsten Würfe hat, hat gewonnen.


Das Besondere:
Der Besen muss jeweils reihenweise bis vor den Herd der Häuser der auf der Stecke wohnenden Teilnehmer geworfen werden. Die hintergebliebene Mannschaft lässt ihren Besen liegen, bis es für jeden Teilnehmer einen Schnaps gegeben hat. Dann wird an Ort und Stelle der Besen getauscht, womit das Gleichgewicht der geworfenen Strecke wieder hergestellt ist.

Als es noch reichlich selbständige Handwerker, Kaufleute und Gastwirte gab, beschränkte sich die Teilnehmerschaft auf diese Gruppe. Heute werfen Handwerksgesellen und Angestellte mit, was eine bunte Gruppe abgibt. Die Auswirkungen des nicht so knappen Genusses an Alkohol verschiedener Sorten und Herkunft sind nicht zu unterschätzen. Wir führten dann Stationen für Brötchen mit Kaffee ein, die den Vorgang erheblich normalisierten.

Abends treffen sich die Teilnehmer mit ihren Frauen zum abschließenden Essen und Tanz.

Aber:
Ganz besonders herauszustellen ist, die lange Tradition, dass Lehrlinge des Dorfes sich zum Rosenmontag verkleiden in:
Vorposten mit Feuerwehrhorn
Schornsteinfeger
Gendarm
Eierweib
Teufelsgeiger
Akkordeonspieler oder Ziehharmonikaspieler
- so reiht sich die Gruppe auf -
Diese marschieren ab ca. 6.00 Uhr durchs Dorf und durch die Bauernschaften, um vor den Türen ein sogenanntes Fastnachtslied zu singen und zu spielen. Das ist laut! Diese jungen Leute bekommen Naturalien oder Geld als Belohnung, was abends unter den Gruppen verteilt wird. Das Eierweib wird tagsüber erleichtert, indem die Gruppen in Häuser oder ein Gasthaus einkehren, wo ihnen die Eier, soweit sie mögen, zur Stärkung gebraten werden.

Das geht alles mit großem Verständnis und Unterstützung in der Bevölkerung. Privileg ist, dass der Schornsteinfeger Mädchen einschwärzen darf. Das ist jeweils eine aufregende Sache, versteht sich!

So erlebt in den Dorfern Ostfrieslands und des Jeverlandes, im nördlichen Land Oldenburg.

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