Auf die sanfte Tour
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Auf die sanfte Tour

Bild: Foto: PantheraLeo1359531, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

"Wir sind Schlösser!" - könnte der Mecklenburg-Vorpommer ganz getrost und mit Recht sagen. Schließlich warten über 2000 Schlösser, Burgen, Guts- und Herrenhäuser auf den Besucher. Eine einmalige Dichte in Europa, die völlig unterschiedliche Besuchergruppen anspricht: vom Kulturtouristen über den Radwanderer, von der Familie mit Kindern bis hin zu Paaren, die sich vor historischer Kulisse das Ja-Wort geben wollen. Ja, es gibt 3000 Betten - von der Ferienwohnung im Gutshaus bis zur Suite im 5-Sterne-Schlosshotel. Wir schlagen Ihnen zwei Touren vor.

"Wir sind Schlösser!" - könnte der Mecklenburg-Vorpommer ganz getrost und mit Recht sagen. Schließlich warten über 2000 Schlösser, Burgen, Guts- und Herrenhäuser auf den Besucher. Eine einmalige Dichte in Europa, die völlig unterschiedliche Besuchergruppen anspricht: vom Kulturtouristen über den Radwanderer, von der Familie mit Kindern bis hin zu Paaren, die sich vor historischer Kulisse das Ja-Wort geben wollen. Ja, es gibt 3000 Betten - von der Ferienwohnung im Gutshaus bis zur Suite im 5-Sterne-Schlosshotel. Wir schlagen Ihnen zwei Touren vor.

Tour 1 "Parks auf Rügen" (ca. 45 km; 5 Etappen mit 5 Sehenswürdigkeiten) - ideal als Radfahrroute

Ungekünstelt, mit ländlichem Charme und einer frischen Brise Seeluft verzaubert Rügen den gestressten Großstadtmenschen immer wieder aufs Neue. Abseits von Strandpromenaden und Bäderarchitektur führt diese Tour direkt ins Herz des Inselreichs. Hinter dem Städtchen Bergen radelt man entlang des sagenumrankten Nonnensees. Überhebliche Betschwestern sollen hier einst mitsamt ihrem Kloster im Erdboden versunken sein.

Vorbei an Heidbergen und den Woorker Hügelgräbern erreicht man Kartzitz. Um 1750 baute die Familie von Usedom hier ein neues Herrenhaus und zwei Kavaliershäuser. In dem barocken Kleinod finden Feriengäste heute stilvolle Appartements. Der sieben Hektar große Gutspark ist von der Dorfseite öffentlich zugänglich. Sogar eine kleine handbetriebene Schiffsfähre verkehrt hier.

Im 8 Kilometer entfernten Pansevitz erwartet den Besucher eine außergewöhnliche Parklandschaft. Einst war hier alles barock, aber die englische Gartenkunst mit ihrem Hang zur Natürlichkeit brach sich im 19. Jahrhundert auch auf diesem Gut Bahn. Das Resultat war ein etwa 40 Hektar großer Landschaftsgarten mit prächtigen Lindenalleen, einem Wundersee mit Liebesinsel und kostbaren Neupflanzungen. Pyramideneichen, Trauereschen und Kaukasische Flügelnuss schlagen in den Wäldern ihre Wurzeln. Über Teichen und Bächen surren die Libellen. Auch das 1800 gebaute Kavaliershaus des alten Gutes zeigt sich wieder von seiner besten Seite. Dagegen sind von dem Renaissance-Herrenhaus leider nur noch Ruinen übrig.

Wir überqueren das Flüsschen Duwenbeek und passieren auf der rechten Seite einen Reiterweg. Nach etwa 100 Metern biegt links ein befestigter Weg nach Boldevitz ab. Hier liegt das im 13. Jahrhundert von der Familie von Rothermund gegründete Rittergut. Heute ein beliebtes Ziel für Ferien auf dem Lande. Das Herrenhaus entstand 1635. Der Park ist nahezu quadratisch um das Gutshaus und den Schwanenteich angelegt. Alleen aus Eschen, Linden, Kastanien und einigen Ulmen umgeben das 11 Hektar große Karree.

Hinter Dreschwitz wartet dann das letzte Etappenziel in Klein Kubbelkow. Friedrich von Barnekow, königlich-preußischer Regierungspräsident in Bromberg und Osnabrück, baute hier 1908 ein recht ungewöhnliches Sommerhaus. Sein Rostocker Architekt schwatzte ihm ein Landhaus im opulenten Villenstil mit allem erdenklichen Komfort auf. Es wurde mittlerweile mit Liebe zum Detail saniert und steht Hotel- und Restaurantgästen offen. Auch der vier Hektar große Garten ist eine Augenweide. Neue Pflanzungen, aber auch Raritäten wie der älteste Rotdorn der Insel, Ledereiche, Kuchenbaum und Blutbuche zieren den Park. Auf dem samtig grünen Rasen halten Rehe, Hasen und Graureiher ein Stelldichein.

Weitere Touren und Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter www.auf-nach-mv.de

Tour 2 "Kunst und Kultur" (ca. 50 km; 3 Etappen mit 4 Sehenswürdigkeiten) - ideal als Autoroute

Viele berühmte Baumeister schrieben in der von sieben Seen gerahmten Landeshauptstadt Schwerin Architekturgeschichte. Schließlich wollten auch die hier regierenden Herzöge von Mecklenburg-Schwerin mit gehörigem Prunk bei der Verwandtschaft auftrumpfen. So engagierte Großherzog Friedrich Franz II. für den von 1843 bis 1857 währenden Umbau seiner fürstlichen Residenz Georg Adolph Demmler, Hermann Willebrand, Friedrich August Stüler und Gottfried Semper. In ganz unterschiedlichen Stilen huldigten sie dem Historismus und setzten dem Palast mit goldenen Türmchen die Krone auf. Im Schlossmuseum wandelt man heute auf den Spuren der herzoglichen Familie über reich verziertes Parkett durch die Wohn- und Gesellschaftsräume der Regenten. Filigraner Stuck, teure Holzvertäfelungen und Gemälde, aber auch Marmor-Imitationen aus der Papiermaché-Fabrik in Ludwigslust zeugen von höfischer Prachtentfaltung. Vor dem pompösen Thronsaal sind die in Gold gerahmten Ahnen der Dynastie in einer Galerie versammelt. Zum Ensemble des Schlosses gehört eine Renaissancekapelle. Von der Schlossinsel gelangt man über eine Drehbrücke in den Schlossgarten. Da die Anzahl herzoglicher Kunstschätze bald jeden Rahmen sprengte, entstand 1882 im Neuen Palais eine Gemäldegalerie.

Am Trebbower See liegt das Gutshaus Klein Trebbow in einem Park mit vielen Bäumen. 1860 entstand der Landschaftsgarten. Das Gut war Stammsitz der Familie von Barner, die einst 900 Hektar Acker sowie 350 Hektar Wald ihr Eigen nannte. 1865 wurde aus dem einfachen Gutshaus ein »Neorenaissance-Schloss« mit Ecktürmen. Die Anlage wird derzeit saniert. Von 1939 bis 1945 führte die mit Carl-Ulrich von Barner verheiratete Künstlerin Tisa von der Schulenburg das Gut. Ihr Bruder Fritz-Dietlof traf sich mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg vor dem Attentat auf Hitler zu geheimer Unterredung im Park.

In Anlehnung an den Terrakotta-Stil des 16. Jahrhunderts schuf Albrecht Haupt 1898 das Schloss Wiligrad für Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin. Der Neorenaissance-Bau trägt auch Züge der landestypischen Backsteinarchitektur. Seit 1990 sorgt hier ein Kunstverein für Ausstellungen und kulturelles Leben. Zwischen Magnolien und Kegeleichen haben 27 Skulpturen im Schlossgarten Platz gefunden.

Ganz der Kunst und ihren Protagonisten hat sich auch Schloss Plüschow verschrieben. In dem 1763 von dem Hamburger Kaufmann Philipp Heinrich Stenglin erbauten Backsteinkoloss wohnt heute die Muse und manchmal auch ein Künstler. Von Frühjahr bis Herbst wechseln hier die Ausstellungen. Von außen schlicht, beeindruckt das Schloss innen durch Stuckdecken, Holzvertäfelungen, klassizistische Kachelöfen sowie Leinwandtapeten.

Weitere Touren und Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter www.auf-nach-mv.de

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