Basenfasten mit der F. X. Mayr-Kur
Leben & Lifestyle

Basenfasten mit der F. X. Mayr-Kur

Bild: Foto: PantheraLeo1359531, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Für die Gesundheit des Menschen ist ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt unabdingbar. Nur dann laufen alle Stoffwechselvorgänge perfekt ab und die Zellen werden mit lebensnotwendiger Nahrung versorgt. Ebenso wichtig ist ein funktionierender Darm. Er bereitet die Nährstoffe auf ihren Abtransport zu den Körperzellen vor und ist außerdem das wichtigste menschliche Immunorgan, denn hier sitzen nahezu 80 % aller Immunzellen.

Picture-Factory / Fotolia

Für die Gesundheit des Menschen ist ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt unabdingbar. Nur dann laufen alle Stoffwechselvorgänge perfekt ab und die Zellen werden mit lebensnotwendiger Nahrung versorgt. Ebenso wichtig ist ein funktionierender Darm. Er bereitet die Nährstoffe auf ihren Abtransport zu den Körperzellen vor und ist außerdem das wichtigste menschliche Immunorgan, denn hier sitzen nahezu 80 % aller Immunzellen.

So entstehen Übersäuerung und Verschlackung

Normalerweise ist der menschliche Organismus in der Lage, saure Stoffwechselabfälle zu neutralisieren. Das erledigen vor allem Darm, Leber und Nieren. Wenn diese Organe dazu nicht mehr in der Lage sind, kommt es zu einer chronischen Übersäuerung. Der Säure-Basen-Haushalt ist dauerhaft gestört und der Körper aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage, ein gesundes Gleichgewicht wiederherzustellen.

Ein verschmutzter Darm entsteht, wenn sich Reste vom Stuhl in ihm ablagern und Krusten bilden. Nun kann er seine Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen und delegiert sie an andere Organe. Schaffen auch diese nicht mehr, die sauren Substanzen abzubauen, werden die Säuren, Schlacken und Gifte im Körper gelagert – z. B. im Binde- und Fettgewebe, in Muskeln, Kapseln und Sehnen. Bei der vermehrten Schlackenbildung im Darm kommt es zu Zersetzungsprozessen und häufig bilden sich giftige Gase. Diese vergiften letztlich über Blut und Lymphe sämtliche Körperzellen.

Gerät das Verhältnis von Säuren und Basen im Körper aus dem Gleichgewicht und es gelangen zu viele Säuren in den Körper, werden die Regelmechanismen irgendwann überfordert und schaffen es nicht mehr, die Säureflut zu bewältigen. Ist der Darm voller Schlacken, werden Zellen und innere Organe nicht mehr ausreichend ernährt, sie verlieren an Widerstandskraft und Leistungsfähigkeit.

Verschlackung und Übersäuerung kommen oftmals Hand in Hand daher. Die Folgen davon sind zahlreiche gesundheitliche Probleme beginnend bei sinkender Leistungsfähigkeit, nachlassenden intellektuellen Fähigkeiten und vorzeitiger Alterung bis hin zu massiven Stoffwechselstörungen, Depressionen, erhöhtem Risiko von Herzerkrankungen und vielem mehr.

Falsche Ernährung als Hauptverursacher

rangizzz / Fotolia

Eine der wesentlichen Ursachen für eine Übersäuerung und Verschlackung ist Fehlernährung. Die Durchschnittskost vieler Menschen besteht zum Großteil aus Säurebildnern und zu fetter und zu eiweißreicher Kost. Zu im Organismus sauer verstoffwechselten Nahrungsmitteln gehören Fleisch, Wurst, Käse, Eier und Fisch. Ebenso Weißmehlprodukte und Industriezucker in jeder Form. Viele dieser Nahrungsmittel tragen außerdem dazu bei, dass der Darm verschleimt und sich vermehrt Schlacken bilden.

Weitere Faktoren, die zu einem übersäuerten und verschlackten Körper beitragen, sind beispielsweise Stress, Bewegungsmangel, Umweltgifte, Alkohol, Medikamente, Rauchen oder Strahlung.

Die vier Heilprinzipien der Mayr-Kur

Nun gibt es Methoden, um den Körper zu engiften, die Darmfunktion zu normalisieren und einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt herzustellen. Eine davon ist die F. X. Mayr-Kur. Diese wurde vom österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr (1875-1965) entwickelt und ruht hauptsächlich auf vier Säulen:

(Ausführlicher nachzulesen auf www.mayr-kuren.de)

Das Besondere bei der Mayr-Kur ist wohl die Kost in Form einer altbackenen Semmel und Milch. Diese werden nacheinander in kleinen „Happen“ eingenommen und gründlich gekaut – jeweils 40 bis 60 Mal. Zwischendurch gibt es Mineralwasser und Kräutertees. Die Kur sollte mindestens drei Wochen dauern und möglichst unter fachkundiger Anleitung durchgeführt werden.

Basenfasten mit der Mayr-Kur

Im Rahmen einer Mayr-Kur kann auch ein Basenfasten durchgeführt werden. Es hat zum Ziel, dass der Körper entgiftet und entsäuert. Wie oben erwähnt, führt eine Ernährung mit überwiegend sauer verstoffwechselten Lebensmitteln sowie andere Faktoren zur Übersäuerung. Zwar benötigt der Körper Säuren, aber eine überhöhte Zufuhr schädigt ihn und beeinträchtigt den Basenhaushalt. Der Körper greift auf Vorräte zurück und holt sich basische Mineralien aus den Knochen, Zähnen und Muskeln.

Basenhaltige Nahrung mit vielen Mineralstoffen neutralisiert die überschüssigen Säuren. Beim Basenfasten werden deshalb ausschließlich basisch verstoffwechselte Nahrungsmittel gegessen bzw. solche, die neutral reagieren. Dadurch erhält der Organismus alle wichtigen Nährstoffe in hoher Menge und kann seine Mineraliendepots wieder auffüllen.

Zudem wird der Körper durch die basischen Nahrungsmittel dazu angeregt, wieder mehr körpereigene Basen herzustellen. Erste Übersäuerungssymptome werden durch die entzündungshemmende Wirkung der basischen Substanzen zurückgedrängt und der Darm wird gestärkt.

Basische Lebensmittel plus Basenpulver

vizafoto / Fotolia

Beim Basenfasten gibt es drei- bis fünfmal am Tag kleinere, rein basische Mahlzeiten. Für Zwischenmahlzeiten sind basische Snacks geeignet. Das ausreichende Trinken von mindestens drei Liter stillem Wasser oder Kräutertees wird ebenfalls empfohlen. Das Basenfasten hat meist eine Dauer von sieben Tagen.

Für eine besonders intensive Entsäuerung wird – wie bereits erwähnt – in der Mayr-Kur ein Basenpulver verwendet. Dieses wird bis zu viermal täglich verabreicht. Im Basenpulver sind Calcium, Kalium, Natrium und Magnesium in einer speziellen Zusammensetzung enthalten.

Zu den basenspendenden Lebensmitteln gehören u.a.:

Es wird angestrebt, dass es im Zusammenhang mit der Mayr-Kur bzw. im Anschluss daran zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung kommt. Diese sollte basenüberschüssig sein und aus ca. 70 % basisch und ca. 30 % sauer verstoffwechselten Lebensmitteln bestehen.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite