Aller Anfang ist schwer
Den einen Menschentyp, der zum Unternehmer taugt, gibt es nicht. Ein paar Eigenschaften sollten Sie jedoch mitbringen: Mut, Risikobereitschaft, Organisationstalent, Zielorientierung, und Durchsetzungsvermögen.
Tipp: Gerade am Anfang können die vielen neuen Aufgaben wie ein unüberwindlicher Berg erscheinen. Suchen Sie sich einen Mentor, mit dem Sie über Ihre Arbeit und Ihre Sorgen sprechen können: Ihre Mitarbeiter sind dafür nicht die richtigen Gesprächspartner. Suchen Sie sich eine externe Vertrauensperson. Am besten jemand, der selber Führungsverantwortung hat(te) und/oder ein Unternehmen gegründet hat. Sie können bei ihm nicht nur Ihr Sorgen los werden, sondern auch von seinem Erfahrungen profitieren.
Die häufigsten Fehler am Anfang
Die folgenden Fehler sollten Sie zu Beginn der Übernahme einer Führungstätigkeit vermeiden:
- Nicht führen wollen: Natürlich ist es erst einmal ungewohnt, dass Sie jetzt andere Menschen bei der Arbeit anleiten. Vielen fällt es schwer, Dinge aus der Hand zu geben, Aufgaben zu delegieren. Sie wollen über alle anstehenden Aufgaben die Kontrolle haben. Schließlich haben Sie als Chef immer die Verantwortung, dass alles gut läuft.
- Den Mitarbeitern zu wenig Aufmerksamkeit schenken: Als Chef sind Sie für das Wohlergehen und die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Deshalb ist es Ihre Pflicht, sich mit jedem Einzelnen als Person auseinander zu setzen. Es mag Ihnen so vorkommen, als ob Sie damit nur ihre knappe Zeit verschwenden. Aber ohne motivierte Mitarbeiter kann Ihr Unternehmen kein Erfolg werden.
- Geliebt werden wollen: Beim Führen geht es nicht darum, dass alle Sie mögen. Sondern darum, dass sie respektiert werden. Ein zu kumpelhafter Ton, Duzen, Kommunikation auf gleicher Ebene: Das wird spätestens dann zum Problem, wenn Sie Ihren Mitarbeitern eine unpopuläre Entscheidung mitteilen müssen.
- Querulanten aus dem Weg gehen: Scheuen Sie die Auseinandersetzung nicht. Viele Konflikte können schnell aus dem Weg geräumt werden. Lässt man sie zu lange schwelen, eskalieren sie womöglich in einen ernsthaften Streit ohne Ausweg.
Was eine gute Führungskraft braucht
Soft Skills
Soft Skills, also soziale Fähigkeiten, sind wichtige Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. Was verbirgt sich hinter dem Modewort? Kann man das lernen? Kommunikationsfähigkeit und Teamorientierung stehen ganz oben auf der Liste der so genannten "weichen" Erfolgsfaktoren. Beides brauchen Sie als Chef und können es trainieren.
- Kommunikationsfähigkeit: Täglich führen Sie dutzende Telefonate, sitzen in Meetings und halten einen kurzen Plausch in der Teeküche - Sie reden viel und oft mit Menschen. Eigentlich müsste mit der Kommunikation alles in Ordnung sein. Trotzdem kommt es immer wieder zu Fehlinformationen und Missverständnissen, die das Leben schwer machen und ein effizientes Arbeiten verhindern. Wer kommunikationsfähig ist, kann nicht nur seine Botschaften klar und deutlich formulieren und sie anderen Menschen vermitteln. Das ist nur die eine Seite der Kommunikationsmedaille. Die zweite ist: Sie müssen auch die Botschaften der Anderen richtig interpretieren. Sie müssen aufmerksam zuhören können. Kennen Sie die richtigen Gesprächstechniken, ist das gar nicht mehr so schwierig.
- Teamorientierung: Das bedeutet letztlich nicht mehr, als dass Sie aus einem Team in jeder Situation das Beste herausholen können. Dazu müssen Sie Ihre Mitarbeiter kennen und auf Ihre Bedürfnisse reagieren. Mit den richtigen Motivationsstrategien schaffen Sie es, dass Ihre Mitarbeiter sich engagiert ihren Aufgaben widmen.
Führungsqualitäten
Wie alle "weichen" Fähigkeiten sind Führungsqualitäten schwer zu definieren. Es gibt nicht eine oder ein paar mehr Fertigkeiten, die jemand erlernen kann und dadurch automatisch ein guter Chef wird.
Führungsqualität ruht auf fünf Säulen:
- Berufliche Fähigkeiten: Sie müssen gute Fachkenntnisse in Ihrem Bereich haben. Auch in den angrenzenden Arbeitsfeldern sollten sie Grundkenntnisse besitzen. Dabei dürfen Sie nicht den Anspruch haben, auf allen Gebieten genauso gut zu sein wie Ihre Mitarbeiter. Schließlich stellen Sie deshalb unterschiedliche Experten ein. Aber Sie sollten wissen worum es geht, auch um Aufgaben sinnvoll verteilen und Ihre Erfüllung überprüfen zu können.
- Soziale Fähigkeiten: Eine gute Führungskraft, ein Teamleader, muss in der Lage sein, mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt zu kommen und eine Beziehung aufzubauen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie ehrliches Interesse an anderen Menschen haben. Seien Sie immer ehrlich und achten Sie darauf, dass Ihre Worte und Taten überein stimmen. Nur so gewinnen Sie das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter. Denken Sie daher über das, was Sie tun, sorgfältig nach und lassen Sie sich nicht von Impulsen leiten.
- Geistige Fähigkeiten: Als Gründer und Chef eines Unternehmens sollten Sie klar denken, Entscheidungen fällen und Probleme lösen können. Auch müssen Sie in der Lage sein, Pläne und Strategien für die Zukunft Ihrer Firma zu entwickeln.
- Handlungsbezogene Fähigkeiten: Theorie ist schön, aber Pläne in die Praxis umzusetzen ist noch wichtiger. Sie als Führungskraft müssen Dinge erledigen können - aber nicht alles alleine. Delegieren, motivieren und kommunizieren Sie mit Ihren Mitarbeitern.
- Leistungsbereitschaft und Enthusiasmus: Als treibende Kraft in Ihrem Unternehmen genießen Sie Leistung als solche und mögen Ihre Arbeit unabhängig von Geld, Macht und Prestige. Ihre Motivation muss von innen und nicht von außen kommen - sonst können Sie andere Menschen nicht mitreißen. Dazu gehören auch Entschlossenheit, Engagement und der Wille zum Lösen von Problemen.
Selbstmanagement
Wer andere führt, muss sich selbst managen können. Sie alleine tragen Verantwortung für Ihre Handlungen - denn niemand gibt Ihnen den Weg vor. Dazu brauchen Führungskräfte neben einem gesunden Selbstwertgefühl auch ein hohes Maß an innerer Unabhängigkeit. Sie dürfen dem Erwartungsdruck von außen nicht ausgeliefert sein, sondern Ihren Fähigkeiten und Vorstellungen vertrauen. Sie setzen sich Ihre eigenen Ziele.
Der wichtigste Punkt beim Selbstmanagement ist, denTerminplan in den Griff zu bekommen. Wie oft schon haben Sie sich abends gefragt, wo die Zeit geblieben ist? Es ist schon wieder spät geworden, aber eigentlich wäre noch so viel zu erledigen Dabei waren Sie den ganzen Tag im Stress, haben E-Mails beantwortet, in Meetings gesessen, Briefe geschrieben. Aber von dem, was Sie eigentlich machen wollten, haben Sie nichts geschafft. Sie müssen Ihre Zeit besser planen. Wenn das so einfach wäre. Nicht die Zeit lässt sich in den Griff kriegen, sondern nur die Ineffizienz. Da hilft aber kein Palmtop und kein noch so ausgeklügeltes Kalendersystem. Sie müssen sich Prioritäten setzen, herausfinden, was für Sie wirklich wichtig ist. Lernen Sie zwischen dringend und wichtig zu unterscheiden. Dringend zu erledigende Dinge gibt es eine ganze Menge - E-Mails, Meetings, Faxe. Ob Sie davon das eine oder andere versäumen und beispielsweise eine Mail erst nach einer Stunde beantworten, ist nicht immer wichtig. Was für Sie wichtig ist, hängt ganz allein von Ihren Zielen ab. Zeitmanager empfehlen deshalb: Setzen Sie sich Lebens-, Jahres-, Wochen- und Tagesziele. Erstellen Sie daraus eine Prioritätenliste und ordnen Sie anfallende Aufgaben entsprechend.
Richtig delegieren
Wenn Sie Aufgaben nicht an Ihre Mitarbeiter weitergeben, reiben Sie sich auf Dauer auf. Wird Ihr Unternehmen größer, werden Sie auch gar keine Zeit haben, alles selber zu machen. Viele denken aber: "Ehe ich es erklärt habe, mache ich es schneller selbst". Oder haben Zweifel, dass die anderen das nicht so gut erledigen oder schon genug zu tun haben. Falsch. Sie müssen nur richtig delegieren.
Aufgaben weiterzugeben, bedeutet natürlich Risiko. Als Chef tragen Sie die Verantwortung, wenn ein Mitarbeiter versagt und zum Beispiel etwas nicht pünktlich fertig wird. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, stärken Sie ihr Selbstbewusstein und Verantwortungsgefühl - dann werden sie mit ganzem Engagement arbeiten.
Delegieren heißt nicht, jemandem eine Sache einfach auf den Tisch zu legen. Ein Übergabegespräch mit klaren Anweisungen, festem Abgabetermin und allen wichtigen Informationen gehört dazu. Wichtig: Delegieren Sie immer Ziele und nie einzelne Aufgaben. Lassen Sie Ihren Mitarbeitern Handlungsspielraum und kontrollieren Sie nicht jeden einzelnen Arbeitsschritt. Auf das Ergebnis kommt es an.



