Learning on the job
Ihr Lebenslauf beispielsweise beginnt hier mit Ihrem Karriereziel (ein bis zwei Sätze). Ihr Anschreiben sollte zeigen, dass Sie ihre Karriere kontinuierlich verfolgt haben. Die sprichwörtliche Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär ist vielleicht möglich - wahrscheinlich aber nur, wenn Sie dabei Ihr eigenes Unternehmen gründen. Schließlich sind die Top-Unis in den USA (Ivy-League o.ä.) nicht umsonst sehr begehrt und bieten herausragende Perspektiven.
Sie können in den Vereinigten Staaten niemanden mit Details über Ihre Familie beeindrucken. Ihre Herkunft oder Ihre Abschlussnote sind ebenfalls kaum von Interesse. Es zählt lediglich, was Sie bisher erreicht haben und was Sie in Zukunft noch erreichen möchten.
Die prinzipielle Arbeitsmethode in den USA ist "learning on the job". Das bedeutet, dass Sie von Anfang an Verantwortung übernehmen müssen und hohem Druck ausgesetzt werden. Bewähren Sie sich, ist das toll für Sie - dann haben Sie die besten Chancen. Versagen Sie, dann ist es schneller vorbei, als Sie denken. Sicherheitsnetze wie in anderen Ländern gibt es hier wenig.
Anschreiben
Für das Anschreiben einer Bewerbung in die USA gilt das gleiche wie in Deutschland. In den Vereinigten Staaten gibt es dazu die so genannte "AIDA"-Formel, die aus der Psychologie der Werbung stammt. "AIDA" bedeutet:
- A = Attention (Aufmerksamkeit wecken)
- I = Interest (Interesse beim Gegenüber wecken)
- D = Desire (Wecken des Wunsches, mehr über Sie zu erfahren)
- A = Action (Gegenüber dazu bringen, in Aktion zu treten - z. B. den Bewerber zu einem Interview einzuladen)
Diese Formel bildet eine gute Grundlage für die Struktur Ihres Anschreibens. Gliedern Sie das Anschreiben in vier Absätze:
Nennen Sie zuerst den Grund für Ihr Anschreiben, nämlich die Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle oder die Stelle, die Sie gerne einnehmen möchten.
Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, finden Sie anbei einige Beispiele für den ersten Absatz:
- For the past ..., I have worked/served as ...
- I would very much appreciate to be considered for your vacancy.
- I would like the opportunity to become associated with your company.
- I would like to start my career in your division ...
- I am writing in response to your advertisement for a position as ...
- I am writing in reference to the position of ... advertised in ... on...
- I would like to be considered as an applicant for the ... position advertised in ... on ...
- Please consider me as an applicant for ...
- Please consider me as a candidate for ...
- Next July I will graduate from the University of ... with a degree in ... I am seeking a position with ... in ...
- I am interested in ...
Weisen Sie als nächstes auf Ihre Qualifikationen hin und belegen Sie, dass Sie für das Unternehmen interessant sein könnten.
Erwähnen Sie Besonderheiten Ihres Lebenslaufes, ohne sich später zu wiederholen.
Bitten Sie zum Schluss um eine Kontaktaufnahme.
Bei Bewerbungen in die Vereinigten Staaten Fotos mitzuschicken ist sinnlos. Sie werden höchstwahrscheinlich sofort entfernt und weggeworfen. Schließlich wird hier die "political correctness" hochgehalten. Daher sind alle Informationen über Ihre Rasse, Religion etc. zu meiden.
Lebenslauf
Der Lebenslauf in den USA unterscheidet sich von dem im deutschsprachigen Raum im Wesentlichen durch die Angabe des Karriereziels am Anfang des Lebenslaufes, gleich nach den persönlichen Angaben.
Im Anschluss daran sollten Sie Ihre Ausbildung, berufsrelevante Kurse, Berufserfahrung und schließlich die ausgeübten Tätigkeiten aufzählen. Gehen dabei jeweils in umgekehrt chronologischer Reihenfolge vor.
Sonst ist der US-Lebenslauf im Prinzip dem englischen Lebenslauf gleichzusetzen.
Empfehlungsschreiben
Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum werden in Amerika Empfehlungsschreiben ("letter of recommendation") sehr gerne gesehen. In der Regel erwartet der Arbeitgeber sogar zwei bis drei Empfehlungsschreiben. Das Schreiben kann von Ihren Professoren oder vorherigen Arbeitgebern sein. Achten Sie darauf, dass die Empfehlungsschreiben Aussagekraft über Ihr Berufsziel haben.
Zeugnisse
Da das amerikanische Hochschulsystem deutlich von dem europäischen abweicht, sollten Sie die Beschreibung Ihres Studienverlaufs für eine Bewerbung in Amerika umformulieren bzw. anpassen.
Die Studenten bekommen in den USA keine "Scheine" für einzelne Prüfungen, sondern ein zentrales Zeugnis ausgestellt. Das Abschlussdiplom hat eher symbolischen Wert und trägt keine Note. Versuchen Sie also, Ihre erworbenen Scheine in das amerikanische System zu übertragen:
- Grundlagenkurse, wissenschaftliche Übungen: "lower division".
- Ober-, Hauptseminare: "upper division".
- Kolloquien: "graduate division".
Noten können mit folgendem Schlüssel umgerechnet werden:
| Deutschland | USA |
| Sehr gut | A |
| Gut | B |
| Befriedigend | C |
| Ausreichend | C- |
| Mangelhaft | D |
| Ungenügend | F |



