Binden Sie ihr eigenes Buch!
Leben & Lifestyle

Binden Sie ihr eigenes Buch!

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sie finden die Kunst des Buchbindens faszinierend? Faksimiles haben Sie immer schon interessiert? Und jetzt wüssten Sie gerne genauer, was sich hinter den Begriffen Punzierung, Goldschnitt und Elektroforming verbirgt? Dann nennen Sie uns schnell einen möglichst guten Grund, wieso gerade Sie die Buchbinderei Mayer in Esslingen besuchen sollten. Wir stellen Ihnen derweil Firmengeschichte und Wissenstag im Detail vor.

Firmengründung in Kriegsruinen

Als Richard Mayer vor 75 Jahren die Buchbinderei gründete, lag Deutschland in Schutt und Asche. Es war das Jahr 1946. Doch der schwäbische Buchbinder ließ sich nicht entmutigen und zog mit seiner ersten Werkstatt in eine Kriegsruine im Stuttgarter Westen. Nach einigen Umzügen innerhalb Stuttgarts zog die Buchbinderei Mayer im Jahr 1996 nach Esslingen am Neckar. Es sollte dann noch einmal zwölf Jahre dauern, bis das Unternehmen die angemieteten Räumlichkeiten verließ und im April 2008 eine eigene Halle in Zell im Landkreis Esslingen bezog.

Seit Richard Mayer die ersten Bücher unter äußerst widrigen Umständen binden konnte, hat sich in dem Unternehmen eine Menge getan. Inzwischen ist die Belegschaft auf 25 Mitarbeiter angewachsen. Doch sind auch die auf den Firmengründer folgenden Generationen der Philosopie des echten Handwerks treu geblieben. Selbst als in den 60er und 70er Jahren die zunehmende Technisierung Einzug hielt, entschied sich Manfred Mayer, weiterhin Produkte herzustellen, die sich maschinell nicht fertigen lassen.

Papst Benedikt profitiert von Mayers Faksimile-Künsten

Die Spezialisierung auf Nischenprodukte zeichnet die Buchbinderei Mayer noch immer aus: So ist zum Beispiel erst 2010 das Faksimile des Sakramentars von Kaiser Heinrich II. hier in Esslingen in sorgsamster Reproduktionsarbeit entstanden. Der erste Empfänger dieser faksimilierten Ausgabe der Prachthandschrift war niemand Geringeres als Papst Benedikt XVI, Auftraggeber der 333 Exemplar starken Ausgabe war der FAKSIMILE VERLAG der inmediaOne]GmbH. Das Sakramentar Heinrich II. zählt zu den wertvollsten mittelalterlichen Prachthandschriften und soll von Papst Gregor I. verfasst worden sein.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite