Binnenschiffer/in
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Binnenschiffer/in

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Auf Deutschlands etwa 7000 Kilometer schiffbaren Wasserstraßen sind nach Auskunft des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt 6500 Binnenschiffer und Binnenschifferinnen auf etwa 3000 verschiedenen Booten, Schiffen, Fähren und Kähnen im Einsatz. Zirka ein Fünftel sind für Reedereien unterwegs, die ihr Geld mit der Personenschifffahrt verdienen. Den Löwenanteil stellt aber die Transportschifffahrt. Ihr besonderer Trumpf ist ihre Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit: Kein anderer Verkehrsträger transportiert mit so wenig Energie so viele Güter so weit wie die Binnenschifffahrt. Ein modernes Güterschiff befördert die gleiche Transportmenge wie 100 große LKWs, ein Schubverband ersetzt gar bis zu 400 Eisenbahnwaggons. Nachteil ist natürlich, dass das Ganze ein wenig länger dauert. Im Gegensatz zu Bahn und LKW kommen Transportschiffe in der Regel dafür pünktlich.

Moderner Güterverkehr

Auf Deutschlands etwa 7000 Kilometer schiffbaren Wasserstraßen sind nach Auskunft des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt 6500 Binnenschiffer und Binnenschifferinnen auf etwa 3000 verschiedenen Booten, Schiffen, Fähren und Kähnen im Einsatz. Zirka ein Fünftel sind für Reedereien unterwegs, die ihr Geld mit der Personenschifffahrt verdienen. Den Löwenanteil stellt aber die Transportschifffahrt. Ihr besonderer Trumpf ist ihre Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit: Kein anderer Verkehrsträger transportiert mit so wenig Energie so viele Güter so weit wie die Binnenschifffahrt. Ein modernes Güterschiff befördert die gleiche Transportmenge wie 100 große LKWs, ein Schubverband ersetzt gar bis zu 400 Eisenbahnwaggons. Nachteil ist natürlich, dass das Ganze ein wenig länger dauert. Im Gegensatz zu Bahn und LKW kommen Transportschiffe in der Regel dafür pünktlich.

Um den sicheren und pünktlichen Transport der Güter zu gewährleisten, braucht es gut ausgebildetes Personal. Binnenschiffer/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Bereits während der drei Lehrjahre können angehende Binnenschiffer richtig gut verdienen. Im Vergleich zu allen anderen Lehrberufen erhalten sie die mit Abstand höchste Ausbildungsvergütung. 973 Euro pro Monat gibt's bereits im ersten Lehrjahr auf die Hand. Aufstiegsmöglichkeiten sind vorhanden, wer sich bis zum Kapitän hocharbeitet, verdient nicht unter 2500 Euro. “Als Binnenschiffer genießt man ziemlich viel Freiheit. Man ist nicht an einen festen Arbeitsplatz oder gar an den Schreibtisch gebunden. Während seiner Arbeit ist man von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer auf allen europäischen Wasserstraßen Europas unterwegs, sagt Kapitän Peter Haas, der heute das Schulschiff RHEIN leitet, die profilierteste deutsche Aus- und Weiterbildungsstätte für Binnenschiffer.

Kurz & bündig

Binnenschiffer kümmern sich um den sicheren Transport ihrer Passagiere oder der ihnen anvertrauten Ladung. Bei Gütertransporten überwachen Sie das Be- und Entladen der Waren und übernehmen administrative Aufgaben. Mit ihren nautischen Fähigkeiten meistern sie alle Schwierigkeiten des zu durchfahrenden Gewässers. Sie kennen jeden Winkel ihres Schiffes und führen kleinere Reparaturen selbst durch.

Wo arbeiten Binnenschiffer?

Jobs für Binnenschiffer gibt's in:

  • Unternehmen der Binnenschifffahrt (Personenbeförderung, Güterbeförderung, Fluss- und Kanalfähren)
  • Schiffsfestmacherunternehmen
  • Binnenlotsbetrieben
  • Ausflugsunternehmen

Was genau machen Binnenschiffer?

“Binnenschiffer ist ein moderner, sehr breit angelegter Beruf für Allrounder mit technischem Interesse, erklärt Kapitän Haas. Binnenschiffer ist aber nicht gleich Binnenschiffer. Je nach Arbeitsverhältnis, Größe der Besatzung und Zusatzqualifikationen werden die Aufgaben an Bord verteilt. Auf einem Motorgüterschiff, das bis zu 1400 Tonnen transportieren kann, sind meist fünf Mann Besatzung mit an Bord. Klar, dass da nicht alle alles machen. Binnenschiffer spezialisieren sich in der Regel. Sie arbeiten dann beispielsweise als Steuermann, als Matrose oder als Maschinist. Mit entsprechender Erfahrung können Binnenschiffer auch zum Kapitän aufsteigen. Grundsätzlich müssen sie aber in der Lage sein, alle anfallenden Tätigkeiten an Bord zu erledigen.

Bevor das Schiff ablegen kann, gilt es beim Beladen alle Sicherheitsvorschriften einzuhalten und darauf zu achten, dass alles richtig und sicher verstaut wird. Immerhin transportieren Güterschiffe häufig auch gefährliche Chemikalien und Brennstoffe. Diese Güter müssen natürlich auch, nachdem das Schiff abgelegt hat, sachgemäß behandelt werden. Dazu gehört das sichere Navigieren und Manövrieren des Schiffes, denn ein Unfall kann schlimme Folgen für die Umwelt haben. Teuer wird er auf jeden Fall. “Vor allem Kapitäne und Steuermänner müssen sich mit nautischen Fragen auskennen und die Wasserstands-, Strömungs-, und Wetterverhältnisse beachten, erklärt Kapitän Haas. Außerdem führen und überwachen sie den Funkverkehr. Als Vorgesetzte der übrigen Besatzung planen Kapitäne alle Arbeiten, die an Bord anfallen und erledigen administrative Aufgaben im Kontakt mit den Hafenbehörden und den Reedereien.

Doch meist müssen auch Kapitäne bei anderen Tätigkeiten an Bord mit anpacken. Während der Fahrt gibt es viel zu tun. Binnenschiffer bedienen die technischen Anlagen des Schiffes, überwachen und warten die Maschinen. Geht einmal etwas kaputt, wissen sie sich selbst zu helfen. Sie lernen bereits in der Ausbildung, wie die Antriebsanlagen und Maschinen funktionieren, wie man Störungen erkennt und Schäden behebt. Handwerkliches Geschick und technisches Interesse sind somit unabdingbare Voraussetzungen für angehende Binnenschiffer. In der Personenschifffahrt kontrollieren sie die Tickets und betreuen die Gäste während der Fahrt. Um die Sicherheit der Passagiere und natürlich auch der Kollegen zu gewährleisten, wissen Binnenschiffer, wie man Erste Hilfe leistet, den Wach- und Sicherheitsdienst korrekt verrichtet, Feuerlösch- und Rettungsgeräte richtig handhabt sowie die Rettungsboote aussetzt.

An Bord wird aber nicht nur gearbeitet, sondern auch gelebt. “Um Kosten zu sparen, fahren Binnenschiffe heutzutage für gewöhnlich im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Das bedeutet, dass man abends nicht weggehen kann. Als Ausgleich erhält man dann aber eine längere arbeitsfreie Zeit an Land, gibt Peter Haas zu bedenken. Eine Woche fahren, eine Woche Freizeit das ist oft der Rhythmus, in dem Binnenschiffer leben. Klar ist, dass bei dem dicht gedrängten Miteinander an Bord ein besonderer Teamgeist herrschen muss. Man teilt ja nicht nur die Arbeit, sondern auch die Mahlzeiten und den Feierabend. Zu den Tätigkeiten der Binnenschiffer zählt daher auch das Einkaufen und Zubereiten von Lebensmitteln. Manchmal übernimmt das aber auch eine mitfahrende Ehefrau. Um Arbeit und Leben zu verbinden, sieht man nämlich auch heute noch fahrende Familienbetriebe, die mit Kind und Kegel, Auto und Hund auf dem Fluss unterwegs sind.

Wer ist geeignet?

Grundsätzlich kann jeder den Beruf des Binnenschiffers erlernen, der mindestens einen Hauptschulabschluss hat und gesundheitlich geeignet ist. Manche Betriebe setzen auch die mittlere Reife voraus. Angehende Binnenschiffer sollten technisches Verständnis und handwerkliches Geschick besitzen.

Ausbildung – wo und wie?

Die Ausbildung erfolgt, wie in Deutschland üblich, im dualen System. Die praktische Ausbildung findet an Bord eines Schiffes des Ausbildungsbetriebes statt, die theoretische im Blockunterricht an einer Berufsschule. Zurzeit gibt es zwei Schifferberufsschulen: das Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg sowie, wesentlich kleiner, die Berufsschule in Schönebeck bei Magdeburg. Nach bestandener Prüfung sind die Absolventen stolze Besitzer des Matrosenbriefs.

Eine Liste der Ausbildungsbetriebe gibt's auf Anfrage beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt.

Wo und wie weiterbilden?

Wer mindestens 21 Jahre alt ist, mit Matrosenbrief vier Jahre Erfahrung gesammelt hat und sich in Fortbildungskursen weitergebildet hat, kann das Schiffsführerpatent erwerben und als Kapitän arbeiten. Solche Kurse, beispielsweise in Radarkunde, Transport gefährlicher Güter oder UKW-Sprechfunk, bietet das Schulschiff RHEIN an.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sich Binnenschiffer auch weiterbilden zum:

  • Meister für Lagerwirtschaft
  • Sicherheitsbeauftragten in der Schifffahrt weiterbilde

Infos gibts bei der Industrie- und Handelskammer.

Kontakt

Schulschiff RHEIN

Postfach 170428
D-47184 Duisburg
Tel.: 02066/2288-0
Fax: 02066/2288-22
E-Mail: schulschiff.rhein@t-online.de
http://www.schulschiffrhein-adb.de

Bundesverband der deutschen Binnenwirtschaft (BDB)

Dammstraße 15-17
D-47119 Duisburg
Tel.: 0203/80006-31
E-Mail: InfoBDB@Binnenschiff.de
http://www.binnenschiff.de

Binnenschiffer-Ausbildungs-Zentrum

Badestraße 11a
D-39218 Schönebeck
http://home.t-online.de/home/u.ehrlich/

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