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Brailleschrift: Lesen mit den Fingern
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Brailleschrift: Lesen mit den Fingern

Nahezu alle blinde Menschen auf der Welt können heute mithilfe der Blindenschrift auf Basis des Sechs-Punkte-Rasters miteinander kommunizieren - egal ob sie Deutsch, Arabisch, Griechisch oder Russisch sprechen. Denn die Schrift ist universal und übersetzt mit einigen Adaptionen fast jede der weltweit häufig…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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thinkstock.com, Thomas Northcut

Nahezu alle blinde Menschen auf der Welt können heute mithilfe der Blindenschrift auf Basis des Sechs-Punkte-Rasters miteinander kommunizieren - egal ob sie Deutsch, Arabisch, Griechisch oder Russisch sprechen. Denn die Schrift ist universal und übersetzt mit einigen Adaptionen fast jede der weltweit häufig geschriebenen Sprachen.

Nachrichtenübermittlung im Dunkeln

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Historisch

Die entscheidende Inspiration brachte ihm ein Schriftsystem, an dem der französische Artilleriehauptmann Charles Barbier arbeitete: Es bestand aus elf punktförmigen Erhebungen und sollte Soldaten als "Nachtschrift" dienen, die die Nachrichtenübermittlung auch im Dunkeln ermöglichte. Braille erkannte schnell, dass das Lesen und Schreiben mithilfe von Höckern auf dem Papier jenseits des militärischen Einsatzes ein weitaus sinnvolleres Potenzial hatte, für den Gebrauch im Alltag jedoch vereinfacht werden musste.

Artikelbild

Public Domain

Er machte schließlich aus den elf Punkten sechs und erschuf auf diese Weise ein System, das 64 Punktkombinationen zulässt: Die Punkte werden in einem Grundraster von zwei senkrechten Reihen mit je drei Positionen angeordnet - ähnlich wie Eier in einem Eierkarton. Je nachdem, welche der sechs Positionen mit Erhebungen besetzt werden, ergeben sich unterschiedliche Buchstaben des Alphabets.

Um zu bestimmen, welche Punktkombination welchem Buchstaben entspricht, werden die sechs Positionen durchnummeriert: Links oben ist Punkt 1, darunter Punkt 2 und so weiter. Steht der Punkt oben links alleine ergibt sich beispielsweise ein "a", Punkt 1 und Punkt 2 ergeben ein "b". Zwischen Groß- und Kleinbuchstaben wird dabei nicht unterschieden.

Viel mehr als nur Buchstaben

In Sprachen, denen ein anderes Alphabet als das unsrige zugrunde liegt, werden die Schriftzeichen oft wie die Buchstaben geschrieben, denen sie vom Laut her am ähnlichsten sind. Manchmal ist die Bedeutung eines Zeichens je nach Sprache aber auch unterschiedlich.

Doch nicht nur Buchstaben und andere Schriftzeichen lassen sich mit den sechs Punkten schreiben - sondern auch Musiknoten, Strickmuster oder mathematische Formeln. So nutzt die Brailleschrift für die Zahlen eins bis null etwa die Buchstaben von "a" bis "j" - ein spezielles Zahlenzeichen gibt dabei an, dass es sich um eine Zahlen- und keine Buchstabenfolge handelt.

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