Buddhisten weltweit
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Buddhisten weltweit

Bild: Foto: Theodor Paul, Public domain, via Wikimedia Commons

Wie ist der Buddhismus auf der Welt verbreitet. Dieser Artikel thematisiert die weltweite Verbreitung des Buddhismus.

Verbreitung des Buddhismus

In der Gegenwart besteht der Buddhismus in verschiedenen Formen: als südlicher Buddhismus (Hinayana, "kleines Fahrzeug") in Sri Lanka, Birma, Thailand, Laos, Kambodscha und als nördlicher Buddhismus (Mahayana, "großes Fahrzeug") in Nepal, Vietnam, China, Korea, Japan sowie in seiner tibetischen Ausprägung in Tibet, Nordostindien (Sikkim), Bhutan, Russland (Burjatien, Kalmykien und Tuwa) und der Mongolei. Über ostasiatische Auswanderer gelangte der Buddhismus nach Ozeanien (Hawaii) und nach Nord- und Südamerika. In Europa gibt es seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts buddhistische Gemeinden.

In Japan entwickelte sich die besondere Ausprägung des Zen-Buddhismus. Die Zen-Praxis zielt auf einen Zustand ab, der von den Zen-Buddhisten als "Verständnis" im Sinne einer Erleuchtungserfahrung bezeichnet wird. Dieser Moment der Erkenntnis verlangt Selbstdisziplin und große innere Konzentration. Besonders der Kriegerstand, die Samurai, interessierten sich sehr für die neuen Lehren und deren Ethos und Disziplin. Die daraus gewachsenen Kräfte nahmen starken Einfluss auf die japanische Kunst, Kultur und Landschaftsgestaltung und finden Ausdruck etwa in der Teezeremonie und den Zen-Gärten.

Auf dem indischen Subkontinent, wo der Buddhismus im Laufe seiner Geschichte bis auf sehr kleine Minderheiten verdrängt worden war, kam es im 20. Jahrhundert, zunächst auf kleine Kreise indischer Intellektueller beschränkt, zu einer erneuten Verbreitung des Buddhismus. Seit Mitte der 1950er-Jahre hat sich in Westindien (Maharashtra), besonders im Zuge einer kritischen Auseinandersetzung mit der auf Kasten begründeten hinduistischen Sozialordnung, eine neobuddhistische Bewegung formiert. Die neuen Buddhisten stammen fast nur aus der Kaste der Mahar, einer unteren Kaste der "Unberührbaren". In der Abkehr vom Hinduismus und der Konversion zu einer nicht hinduistischen Religion sahen sie die einzige Chance, ein menschenwürdiges Dasein führen zu können und die Ungerechtigkeiten des hinduistischen Kastensystems nicht länger erdulden zu müssen. Der buddhistischen Konversionsbewegung gelangen jedoch keine über die Kaste der Mahar hinausgehenden Erfolge. Die Buddhisten sind als quasi neue, gesellschaftlich kaum bessergestellte Kaste in das indische Sozialgefüge eingegliedert.

Eine Wiedergeburt des Buddhismus

In Indonesien ist das Interesse am Buddhismus, befördert durch Einwanderer aus China, Sri Lanka und Thailand, seit Anfang der 1970er-Jahre wieder erwacht. In Kambodscha, der Mongolei und den traditionell buddhistischen Gebieten innerhalb der Russischen Föderation (Russland) erlebte der Buddhismus nach dem Zerfall der kommunistischen Staatsordnungen (1990/91) eine Wiedergeburt und hat seine traditionelle religiös-gesellschaftliche Stellung wiedererlangt. Ebenfalls eine "Renaissance" erlebt der Buddhismus seit den 1980er-Jahren in China. Während jedoch die buddhistischen Gemeinden in Nordwest- und Nordostchina (Sinkiang, Innere Mongolei, Heilongjiang) in ihrer Entwicklung weitgehend von der seit 1978/79 praktizierten Liberalisierung der staatlichen Religionspolitik profitieren, ist der Buddhismus in Tibet nach wie vor staatlicher Einflussnahme ausgesetzt.

Die Zugehörigkeit zum Buddhismus schließt die gleichzeitige Zugehörigkeit zu anderen Religionen nicht aus. So fühlen sich rd. 70 % der Japaner sowohl dem Shintoismus wie dem Buddhismus zugehörig und so pflegt ein großer Teil der chinesischen Buddhisten (außerhalb Tibets) zugleich die Traditionen des Daoismus oder eines religiös geprägten Konfuzianismus.

Die Verbreitung des Buddhismus im Westen

Buddhistische Inhalte und Praxisformen kamen durch Zuwanderung und Konversion in den Westen. Die ersten Buddhisten in Nordamerika und Australien waren chinesische und japanische Migranten, die ihre Heimat verlassen hatten, um Gold und Arbeit zu finden. Um 1850 hatten Übersetzungen und philosophische Traktate buddhistische Lehrinhalte in künstlerische und akademische Kreise Europas getragen. Erste "bekennende Buddhisten" traten in den 1880er Jahren an die Öffentlichkeit. Buddhistische Organisationen entstanden zuerst in Leipzig (1903) und London (1907). Das Ende des Vietnamkrieges (1975) und die einsetzende Fluchtwelle brachten mehr als eine halbe Million Vietnamesen, etwa die Hälfte von ihnen Buddhisten, in westliche Länder. Doch zu einem breiteren Interesse an buddhistischen Ideen und Meditationsformen sollte es erst ab den ausgehenden 1960er Jahren kommen.

"Morgenlandfahrer", Künstler und Studenten hatten in Indien, Burma und Japan den Buddhismus als spirituelle Kraft kennen gelernt, die in der Meditation den ganzen Körper einbezieht. Die neuen Schüler und Lehrer aus Asien gründeten zahlreiche Zentren und Klöster. Zen und tibetischer Buddhismus sind besonsers gefragt. Buddhismus im Westen, sei es auch Nord- und Südamerika, in Südafrika, Australien oder Europa, ist äußerst vielfältig und vielgestalt.

In Deutschland befinden sich heute u.a. in Düsseldorf, Hamburg, Hannover und München buddhistische Zentren mit Tempelanlagen. 1958 wurde die Deutsche Buddhistische Union gegründet, in der alle buddhistischen Gemeinschaften und ihre Mitglieder zusammengefasst sind.

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