CeBIT 2017: Was sind die Trends von morgen?
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CeBIT 2017: Was sind die Trends von morgen?

Bild: Foto: TheumasNL, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ob virtuelle Realität, autonome Vehikel oder "schlaue" Städte: Die gerade in Hannover eröffnete Computermesse CeBIT gibt vom 20. bis 24. März 2017 wieder einmal eine Vorschau auf das, was morgen schon für uns zum Alltag gehören könnte. Dabei zeigt sich sehr klar: Die Technik wird immer intelligenter. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Trends in diesem Jahr.

Sie ist eine der Leitmessen der IT-Branche: Alljährlich präsentiert die CeBIT in Hannover die neuen Entwicklungen und Trends aus der Welt des digitalen Lebens und Arbeitens. In diesem Jahr findet sie vom 20. bis zum 24. März statt. Trendthemen 2017 sind Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing, Drohnen und autonome Fahrzeuge, Virtual Reality, Internet of Things, Robotics und IT-Sicherheit. Das diesjährige Partnerland Japan zeigt zudem in gleich zwei Hallen ein breites Spektrum an bahnbrechenden Technologien – von Exoskeletten über biometrische Authentifizierungssysteme bis zu Mobilitätslösungen.

Drohnen: Da liegt was in der Luft

Als Spielzeug und Kameraträger für Jedermann sind sie längst ein Massenphänomen: Drohnen boomen. Gesteuert mit dem Smartphone und ausgerüstet mit hochauflösenden Kameras werden sie in der Wissenschaft ebenso eingesetzt wie zum Privatvergnügen. Jetzt zieht auch die Wirtschaft nach: Immer mehr Unternehmen setzen auf die fliegenden Helfer. Kein Wunder: Einsatzmöglichkeiten gibt es reichlich und die technischen Fortschritte machen den Umgang mit den Drohnen immer einfacher.

Die autonomen und halbautonomen Fluggeräte helfen heute schon dabei, Erdbebenopfer aufzuspüren und Katastrophengebiete zu kartieren, sie bekämpfen Brände, finden Landminen, führen Inventuren von Waldflächen durch oder spüren Schädlingsbefall und Unkräuter in Äckern auf. Sogar fliegende Vogelscheuchen gibt es schon: Seit Sommer 2016 vertreibt eine Drohne in Falkengestalt in einem österreichischen Weinanbaugebiet Stare, die die Ernte bedrohen.

Auch bei der Wartung tun Drohnen bereits ihren Dienst: Airbus stellt auf der CeBIT ferngesteuerte Fluggeräte vor, die der Flugzeugbauer zur Qualitätskontrolle seiner Passagierflugzeuge vor der Auslieferung einsetzt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine Drohne mit Roboterarm entwickelt, die Pipelines abfliegen und kaputte Wartungsroboter einsammeln kann. Stark im Kommen sind zudem Drohnen für die Umweltüberwachung, aber auch für die Polizei und den Katastrophenschutz.

Diese Drohne könnte künftig dabei helfen, Wartungsroboter an Pipelines einzusammeln und zu reparieren.

Wenn sogar der Bagger autonom wird

Die Digitalisierung hat längst auch die Automobilindustrie erfasst. Die Fahrassistenzsysteme werden immer intelligenter und die ersten selbstfahrenden Autos sind schon im Test. Den neusten Stand im autonomen Fahren können CeBIT-Besucher unter anderem beim Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg erleben: Ein Testfahrzeug demonstriert, wie der Autocomputer Bilddaten der Umwelt verarbeitet und mit Ampeln und Verkehrsschildern interagiert.

Skurril ist ein autonomes Gefährt, das das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB auf der CeBIT vorstellt: Der autonome Bagger "IOSB.BoB" wurde für den Einsatz nach Natur- oder Umweltkatastrophen entwickelt. Er erkundet selbstständig Trümmerflächen oder potenziell kontaminierte Gelände, ohne dass sich Menschen in Gefahr begeben müssen. Mit seiner Schaufel kann er beispielsweise Gefahrstoffe bergen oder kontaminierte Bodenschichten abtragen.

Lernfähige Computerhirne

Ein großes Thema auf der diesjährigen CeBIT sind lernfähige Computer und die Künstliche Intelligenz. Vorgestellt werden nicht nur die neuesten Programme, sondern vor allem auch neue Anwendungsmöglichkeiten der lernfähigen Systeme für Unternehmen, Behörden und Kommunen.

KI-Systeme können bereits die Buchhaltung einer Firma erledigen, die Logistik des Warenverkehrs steuern oder bei Versicherungen Akten prüfen und über Zahlungen entscheiden.

Auch gegen Cyberangriffe sind lernfähige Maschinengehirne schon im Einsatz. Prominentestes Beispiel ist die KI "Watson", das von IBM entwickelte Programm, das vor einigen Jahren im Quiz "Jeopardy" seine menschlichen Konkurrenten besiegte. Auf der CeBIT zeigt Watson sein Können in einem nachgebauten Sicherheitszentrum.

Künftig werden wir Künstlichen Intelligenzen auch im Alltag häufiger begegnen: als Chat-Bots im Kundendienst, aber auch als Roboter-Concierges in Hotels oder Geschäften. In der Hotelkette Hilton beispielsweise tut bereits der Roboter "Connie" an der Rezeption Dienst. Hinter ihm steht eine künstliche Intelligenz, die den Roboter das Wissen und die Flexibilität verleiht, um auf alle Fragen der Hotelgäste reagieren zu können.

Roboter "Connie" übernimmt in Hilton-Hotels die Aufgabe eines Concierge.

Schlaue Städte

Natürlich darf auch das "Internet of Things" auf der CeBIT nicht fehlen – schließlich gilt dieses als einer der ganz großen Trends in der digitalen Technologie. Nach Schätzungen von Experten werden bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Milliarden Geräte über das Internet vernetzt sein, vielleicht sogar doppelt so viele. Auf der CeBIT ist eine ganze Halle neuen Ideen und Technologien für das Internet of Things gewidmet.

Im Fokus steht dabei in diesem Jahr die "smart City" – die vernetzte Stadt. Die intelligente Steuerung städtischer Systeme, etwa der Verkehrsplanung, Versorgung oder Logistik soll künftig dabei helfen, die Städte staufreier, umweltfreundlicher und lebenswerter zu machen. So können beispielsweise drohende Staus durch veränderte Ampelschaltungen vermieden oder die Straßenbeleuchtung flexibel an Tageszeit und Fußgängerverkehr angepasst werden.

Denker und Macher der digitalen Welt

Die CeBIT ist jedoch mehr als nur Messe und Leistungsschau der Branche. Im Rahmen der CeBIT Global Conferences teilen auch einige der führenden Köpfe der digitalen Gesellschaft ihre Visionen. Zu den prominenten Rednern in diesem Jahr gehört der Whistleblower Edward Snowden. Er wird sich per Live-Schaltung aus dem russischen Exil zu Wort melden und auch Fragen aus dem Publikum beantworten. Weitere Top-Speaker sind KI-Visionär Ray Kurzweil, der Robotik-Pionier Hiroshi Ishiguro, der Verhaltensforscher Michal Kosinski und Andrus Ansip, EU-Kommissar für den digitalen Binnenmarkt.

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