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Charles Lindbergh: In der Apfelsinenkiste über den Atlantik
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Charles Lindbergh: In der Apfelsinenkiste über den Atlantik

Library of Congress (cph.3a23920) / Public Domain
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

Library of Congress (cph.3a23920) / Public Domain

Den Abschluss in der Tasche, folgt der junge Lindbergh seiner Leidenschaft fürs Fliegen, kauft sich einen Doppeldecker und geht zunächst als Kunstflieger auf Tour. Bei seinen Shows steht er unter anderem als "wing walker" auf der Tragfläche eines fliegenden Doppeldeckers - ein erstes Zeichen für seinen Wagemut, den er schon bald der ganzen Welt beweisen wird.

Artikelbild

San Diego Air and Space Museum Archives / Public Domain

1924 tritt Lindbergh der amerikanischen Luftwaffe bei. Die dortige Flugausbildung besteht er als Klassenbester. Doch weil der Bedarf an Militärpiloten gerade gering ist, verschlägt es ihn zur Post. Dort transportiert er Briefe zwischen St. Louis und Chicago - und erweist sich abgesehen von ein paar Abstürzen als hervorragender Angestellter, der seine Ladung stets pünktlich abliefert.

Im Rahmen seiner Postflüge bekommt Lindbergh eines Tages offenbar Wind von einer besonderen Herausforderung, die wie geschaffen für den energiegeladenen, unerschrockenen Piloten ist: Ein New Yorker Hotelier hat einen Preis von 25.000 Dollar für denjenigen ausgesetzt, der als Erster nonstop von New York nach Paris fliegt.

Das Preisgeld ist schon seit 1919 ausgelobt, viele ehrgeizige Piloten haben sich bereits an der Aufgabe versucht - doch sie scheiterten kläglich. Lindberghs Optimismus aber ist nicht zu bremsen. 1927 beschließt er, seine Pläne in die Tat umzusetzen. Dabei hat er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein geeignetes Flugzeug.

Die fliegende Apfelsinenkiste

Mit eigenen Ersparnissen und der Hilfe von privaten Spenden der St. Louis Freimaurerloge finanziert Lindbergh den Bau eines eigens für ihn entwickelten Langstreckenflugzeugs. Beim Entwurf setzt er die höchste Priorität auf Gewichteinsparung. So sind weder Heizung, noch Funk- oder Navigationsgerät enthalten. Selbst seine eigene Sicherheit ordnet er der Funktionalität des Fliegers unter: Um mehr Raum für Benzin zu haben, verzichtet er kurzerhand auf die Mitnahme eines Fallschirms.

Nach nur zwei Monaten Entwicklungs- und Bauzeit rollt der Flieger mit dem Namen "Spirit of St. Louis" bereits aus dem Hangar. Die Presse betitelt Lindberghs Fluggerät hingegen schwarzmalerisch als "fliegende Apfelsinenkiste". Und auch die Allgemeinheit sieht Lindberghs Vorhaben eher als zum Scheitern verurteilt: Vor Antritt des Fluges liegen die Wetten bei den Buchmachern zehn zu eins für einen Absturz.

Mit fünf Sandwiches nach Frankreich

Mit ungebrochenem Optimismus und jugendlicher Energie begibt sich Lindbergh am Morgen des 20. Mais 1927 trotz allem an den Start für den als unschaffbar geltenden Transatlantikflug. Lediglich ein paar Landkarten und einen Kompass zur Orientierung hat er an Bord. Seine Verpflegung für die 5.808 Kilometer lange Strecke soll angeblich nur aus fünf Sandwiches und einer Flasche Wasser bestanden haben.

Es ist 07:54 Uhr Ortszeit, als die "Spirit of St Louis" erfolgreich vom Rollfeld des New Yorker Flughafens abhebt. Die anwesenden Fotografen, die insgeheim auf einen Crash lauern, werden enttäuscht. Doch der Flug ist wahrlich keine Spazierfahrt. Lindbergh gerät unterwegs in einen Schneesturm, kämpft gegen die Müdigkeit und Halluzinationen an. Doch irgendwie schafft er es, unbeschadet auf der anderen Seite des Atlantiks anzukommen.

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