Chip im Ball
Leben & Lifestyle

Chip im Ball

Bild: Foto: unbekannt, Public domain, via Wikimedia Commons

Das GoalRef-System basiert auf einer Magnetfeld-Technik und ist vergleichbar mit einer Funk-Lichtschranke. Hinter Pfosten und Querlatte sind zehn Antennen positioniert, die ein schwach magnetisches Feld erzeugen und überwachen. Sobald sich der Ball der Torlinie nähert, wird das Feld von drei dünnen Spulen im Fußball beeinflusst. Ein Prozessor stellt anhand der Antennensignale eindeutig fest, ob das Leder die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat oder nicht.

Das GoalRef-System

Das GoalRef-System basiert auf einer Magnetfeld-Technik und ist vergleichbar mit einer Funk-Lichtschranke. Hinter Pfosten und Querlatte sind zehn Antennen positioniert, die ein schwach magnetisches Feld erzeugen und überwachen. Sobald sich der Ball der Torlinie nähert, wird das Feld von drei dünnen Spulen im Fußball beeinflusst. Ein Prozessor stellt anhand der Antennensignale eindeutig fest, ob das Leder die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat oder nicht.

„Man kann sich GoalRef als einen unsichtbaren Vorhang vorstellen, der hinter Querlatte und Torlinie gespannt ist. Sobald der Ball diesen Vorhang komplett passiert, wird ein Tor erkannt“, erklärt Ingmar Bretz, Projektleiter von GoalRe, das vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen maßgeblich entwickelt wurde. Diese Information sendet das System automatisch innerhalb einer Sekunde über verschlüsselte Funksignale in Echtzeit an die Schiedsrichter, deren Spezialarmbanduhren das Tor dann visuell und mittels Vibration anzeigen.

Das Hawk-Eye-System

Die GoalRef-Technologie wird durch das aus England stammende Hawk-Eye-System ergänzt, das bereits im Tennis zum Einsatz kommt. Es arbeitet mit sechs bis acht Hochgeschwindigkeitskameras je Tor. Diese erfassen das Spielfeld aus verschiedenen Winkeln und können dadurch die exakte Position des Balles berechnen. Die Daten der Kameras werden dann an eine Videosoftware übertragen. Das System setzt aus diesen Daten ein grafisches Bild (3D) der Flugbahn des Balles zusammen. Die entscheidende Information – Tor oder kein Tor – wird den Schiedsrichtern innerhalb einer Sekunde übermittelt.

Was kostet die Technologie?

Den Zeitpunkt für den Einsatz der Chip im Ball- und Torkamera-Systeme bestimmen Verbände wie der Deutsche Fußballbund (DFB) und ihre Profiligen selbst. Die zu erwartenden Kosten liegen in Millionenhöhe. In England soll die neuen Systeme angeblich bereits in der nächsten Premier-League-Saison 2012/2013 zum Einsatz kommen.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite