Kopenhagen: Metropole im Trend
Dass die Dänen im Jahr 2000 die Einführung des Euro ablehnten, wird der europäischen Bedeutung ihres Landes auf Dauer keinen Abbruch tun. Dänemarks Geschichte ist eng mit der des Kontinents verwoben, und auch für das neue Jahrtausend scheint das Land zwischen Nord- und Ostsee bestens gerüstet zu sein. Davon profitiert vor allem die Haupt- und Residenzstadt Kopenhagen.
Kopenhagen lebt einerseits vom internationalen Tourismus, will sich andererseits aber auch als moderne Wirtschaftsmetropole etablieren. Seit dem Bau der gewaltigen Brücke über den Öresund, welche die Stadt (im Falle geringerer Maudgebühren) zum wichtigsten Umschlagplatz im gesamten skandinavischen Raum machen könnte, stehen die Chancen dafür besser als je zuvor. Kein Wunder also, dass bereits ein Viertel aller Dänen im Großraum Kopenhagen lebt.
Aber auch für auswärtige Besucher hat die Stadt, die 1167 von Bischof Absalon gegründet wurde, eine Menge zu bieten: imposante Bauwerke, herrliche Grünanlagen, unbegrenzte Einkaufsmöglichkeiten, ein riesiges Kulturangebot und vor allem nette und gastfreundliche Bewohner.
Sehenswürdigkeiten
Ströget
Die Fußgängerzone Ströget ist die Schlagader Kopenhagens. Sie befindet sich direkt im Stadtzentrum und verbindet auf einer Länge von 1,8 m Tradition und Moderne, Wirtschaft und Kultur. Hier findet sich die legendäre Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen und die Silberschmiede des Georg Jensen, Bang & Olufsen und das Kaufhaus Illum oder der berühmte Storchen-Springbrunnen.
Wer vom Rådhuspladsen (Rathausplatz) durch die Ströget schlendert, stößt schließlich auf den überdimensionalen Kongens Nytorv, wo die Blicke der Besucher u.a. von den Fassaden des Luxushotels d’Angleterre und der Königlichen Oper angezogen werden.
Nyhavn
Von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis zum neuen Hafenviertel Nyhavn, einst Geburtsort des Märchendichters Hans Christian Andersen. Der Stadtteil hat den zweifelhaften Ruf früherer Jahre mittlerweile gegen ein gutbürgerliches Image eingetauscht.
Christiania
Ein ähnlicher Gesinnungswandel fand im Freistaat Christiania statt. Die bis Mitte der 80er Jahre heiß umkämpfte Hippie-Kolonie zählt heute zu den kulturellen Attraktionen der Stadt.
Königsschlösser
In den königlichen Behausungen geht es naturgemäß weniger alternativ zu. Aber natürlich gehören auch Schloss Christiansborg, Schloss Rosenborg, und Schloss Amalienborg, wo alltäglich die sehenswerte Wachablösung stattfindet, zum touristischen Standardprogramm.
Meerjungfrau und Tivoli
Das gilt erst recht für die Kleine Meerjungfrau, die seit 1913 das Wahrzeichen ganz Dänemarks ist, und den 1843 eröffneten Vergnügungspark Tivoli, der von April bis September und während der Weihnachtszeit für ansprechende Unterhaltung sorgt.
Berühmte Museen
Ein Besuch im Tivoli ist allerdings wirklich nur eine Möglichkeit, das gigantische Kultur- und Freizeitangebot Kopenhagens zu nutzen. Es würde Wochen dauern, allein die unterschiedlichen Museen genauer in Augenschein zu nehmen. Das Arbejdermuseet (Arbeitermuseum) sollte man sich allerdings nach Möglichkeit ebensowenig entgehen lassen wie die Ny Carlsberg Glyptotek, die eine der größten Antikensammlungen Europas beherbergt.
Wikinger in Roskilde
Und vielleicht bleibt ja sogar noch Zeit für einen Abstecher in die nahe gelegene Festival-Stadt Roskilde, um in den Vikingeskibshallen fünf komplett restaurierte Wikingerboote zu bestaunen ...
Hotel- und Restaurant-Tipps
Kopenhagen ist eine Stadt der kurzen Wege. In Zentrumsnähe befinden sich deshalb Dutzende akzeptabler Übernachtungsmöglichkeiten.
Grand Hotel
Zu ihnen gehört das mit vier Sternen dekorierte Grand Hotel (Vesterbrogade 9 / Tel.: 0045 / 33276900), das über ein eigenes Restaurant und exklusive Konferenzräume verfügt. Die Übernachtung kostet zwischen 1.125 (EZ) bzw. 1.460 DKK (DZ).
Fredensborg Store Kro
Romantisch veranlagte Besucher zieht es allerdings wohl eher in das anheimelnde Hotel Fredensborg Store Kro (Slotsgade 6, Fredensborg / Tel.: 0045 / 48400111). Das liegt zwar außerhalb Kopenhagens, dafür aber direkt neben Schloss Fredensborg. 49 wunderschöne, exquisit ausgestattete Zimmer und Suiten schaffen eine unvergleichliche Atmosphäre. Die königliche Nachbarschaft macht sich allerdings beim Preis für die sämtlichst mit Bad, Telefon, TV, Radio und Minibar ausgestatteten Unterkünfte bemerkbar. Eine Übernachtung kostet zwischen 995 und 1.395 (EZ) bzw. zwischen 1.395 und 1.695 DKK (DZ).
Kommandanten
Das Restaurant Kommandanten (Tel.: 0045 / 33120990) ist eine echte Institution. Es wurde vom Michelin-Führer als einziges in ganz Dänemark mit zwei Sternen ausgezeichnet. Die dänisch-französische Küche serviert delikateste Fisch- und Fleischgerichte und bietet neben einer erlesenen Wein- auch gleich noch eine Zigarrenkarte an. Rund 700 DKK sollte man pro Menü und Person allerdings einplanen.
Café & Ölhalle 1892
Sehr viel preiswerter kommen die Gäste im Café & Ölhalle 1892 (Römersgade 22 / Tel. 0045 / 33933388) auf ihre Kosten. Das Lokal gehört zum Arbeitermuseum und serviert im stimmungsvollen Ambiente der Jahrhundertwende Tag für Tag leckere dänische Nationalgerichte. Dazu gehört natürlich auch...
...Smörrebröd
Übersetzt bedeutet das durch die Muppet-Show weit über Dänemark hinaus bekannt gewordene Nahrungsmittel nichts anderes als “Butterbrot“. Doch der Genuss von “Smörrebröd“ ist durchaus keine langweilige Angelegenheit. Die Dänen verzehren ihre “Butterbrote“ meist zum zweiten Frühstück (frokost) und belegen sie äußerst großzügig mit Fisch, Roastbeef, Wurst, Ei oder Meerestieren sowie unterschiedlichen Dressings und Kräutern.
Anreise
Die Hauptstadt unseres nördlichen Nachbarlandes ist von Deutschland aus völlig problemlos zu erreichen. Lufthansa und Deutsche Bahn steuern Kopenhagen mehrmals täglich an, Autofahrer, die über Hamburg-Puttgarden oder Rostock kommen, müssen die Benutzung einer Fähre einplanen. In Kopenhagen selbst haben dann Fußgänger und natürlich Fahrradfahrer die besten Karten.
Pauschalreisen werden von zahlreichen Agenturen und Veranstaltern, z.B. von Dehn-Reisen (http://www.dehn-reisen.de), angeboten.
Souvenirs
Wer das “Paris des Nordens“ dann in vollen Zügen genossen hat, sollte sich vor der Heimfahrt noch ein landestypisches Souvenir besorgen. Vielleicht eine der unzähligen Nachbildungen der Kleinen Meerjungfrau. Darüber freuen sich die Lieben daheim nämlich fast so sehr wie die Erben des Bildhauers Edvard Eriksen, die an den Rechten noch immer Unsummen verdienen.
Buch-Tipps
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