Das Drei-Kaiser-Jahr
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Das Drei-Kaiser-Jahr

Bild: Foto: Martinus KE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Hatte der konservativ denkende Wilhelm I., dessen politische Ideale noch während der Ära Metternich geprägt wurden, trotz häufiger Konflikte mit dem Reichskanzler Otto von Bismarck die Geschicke seines Landes selbst beeinflussen können, musste sein liberal eingestellter Sohn, bereits durch seine Krankheit geschwächt, auf eine eigenständige Politik verzichten. Mit Friedrich III. wurden die politischen Pläne der Liberalen zu Grabe getragen, denn sein Sohn und Nachfolger Wilhelm II. hielt nichts von den fortschrittlichen Idealen seines Vaters.

Hatte der konservativ denkende Wilhelm I., dessen politische Ideale noch während der Ära Metternich geprägt wurden, trotz häufiger Konflikte mit dem Reichskanzler Otto von Bismarck die Geschicke seines Landes selbst beeinflussen können, musste sein liberal eingestellter Sohn, bereits durch seine Krankheit geschwächt, auf eine eigenständige Politik verzichten. Mit Friedrich III. wurden die politischen Pläne der Liberalen zu Grabe getragen, denn sein Sohn und Nachfolger Wilhelm II. hielt nichts von den fortschrittlichen Idealen seines Vaters.

Gefürchteter Thronwechsel

So wie die liberalen Freunde Friedrichs III. einen Thronwechsel herbeigesehnt hatten, so fürchteten ihn die Konservativen, darunter auch Bismarck. Außerdem passte die englandfreundliche Haltung des Kromprinzen, die noch durch seine Frau Viktoria, der ältesten Tochter Königin Viktorias von Großbritannien, unterstützt wurde, nicht in das außenpolitische Konzept Bismarcks, der auf ein Bündnis mit Russland setzte. Im Laufe der Jahre gelang es Bismarck, Friedrich und seiner Frau jede politische Einflussmöglichkeit zu nehmen und ihnen ihrem ältesten Sohn Wilhelm zu entfremden. Die lange Kronprinzenzeit und die kaum noch spürbare Opposition Friedrichs gegen die konservative Politik Bismarcks ließen sein Ansehen als liberalen Hoffnungsträger allmählich verblassen. Schließlich erscheint es fraglich, ob Friedrich III. bei einer längeren Regierungszeit mehr erreicht hätte, als in den 99 Tagen, während der er zwar den konservativen Innenminister Robert von Puttkammer entließ, aber keinen wirklichen Wechsel in die Wege leitete.

Bruch mit dem Kanzler

Die Hoffnung Bismarcks, nach dem Tod Friedrichs III. mit Wilhelm II. ein leichtes Spiel zu haben, erfüllte sich jedoch nicht. Der junge Kaiser wollte die politische Führung selbst übernehmen und wurde in diesem Bestreben von seinen persönlichen Beratern verstärkt. Im Jahr 1890 kam es zum endgültigen Bruch zwischen dem Kaiser und seinem Kanzler, woraufhin Bismarck seinen Rücktritt einreichte.

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