1119 in Jerusalem gegründet, wuchs der Orden zum stehenden Heer der Kreuzfahrerstaaten und spielte eine wichtige Rolle im Geldgeschäft. Von Päpsten und Fürsten reich gefördert, vergrößerte sich sein Besitz auch in Südwesteuropa beträchtlich. Auf dieses Vermögen hatte es König Philipp IV. der Schöne von Frankreich abgesehen. Den erwünschten Anlass gab ihm 1305 die Denunzation eines ehemaligen Mitglieds des Ordens. Ketzerei, Verhöhnung des Kreuzes, Bündnis mit den Muslimen und Homosexualität waren die Anklagepunkte. Am 13. Oktober 1307 ließ der König alle Templer in Frankreich (etwa 2000) gefangensetzen. Der schwächliche, bereits in Avignon residierende Papst Klemens V. (1305-1314) forderte auch die übrigen Fürsten auf, die Templer zu verhaften, ihren Besitz zu beschlagnahmen und die Folter anzuwenden. Die Inquisitionsgerichte erpressten Geständnisse auch vom Großmeister des Ordens, Jaques de Molay. Viele kamen im Kerker oder unter der Folter ums Leben. Wer widerrief, wurde in Frankreich als "rückfälliger Ketzer" sofort verbrannt. Am 22. März 1312 hob der Papst auf dem Konzil von Vienne den Templerorden auf, weil er sich der Häresie schuldig gemacht habe und nutzlos geworden sei. Die Güter des Ordens wurden den Johannitern zugesprochen, den Bankbesitz beschlagnahmte Philipp der Schöne. Drei ihm gefügige Kardinäle sprachen am 18. März 1314 das Urteil über Jaques de Molay und weitere Großwürdenträger des Ordens: lebenslange Kerkerhaft. Da widerriefen der Großmeister und der Großpräzeptor der Normandie öffentlich die erpressten früheren Geständnisse und beteuerten die Unschuld des Ordens. Am gleichen Tag ließ der König die beiden Würdenträger öffentlich auf dem Scheiterhaufen auf der Ile de Juifs, der heutigen Grünfläche beim Pont Neuf in Paris, verbrennen. Noch im selben Jahr starben Papst und König. Das Volk sah darin die Strafe Gottes.

Bild: Foto: Horst Sturm, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons
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