Das Viktorianische Zeitalter beginnt
Leben & Lifestyle

Das Viktorianische Zeitalter beginnt

Bild: Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mit dem Tod des kinderlosen Königs Wilhelm IV. am 20. Juni 1837 endet die Personalunion zwsichen Großbritannien und Hannover: Im Königreich Hannover - wo das weibliche Erbrecht nicht gilt - folgt ihm sein absolutistisch gesinnter Bruder Ernst August II. (1771 bis 1851), in England besteigt seine Nichte Viktoria den Thron.

Die am 24. Mai 1819 in London geborene Viktoria ist eine Tochter des Herzogs Edward von Kent (eines Sohnes von Georg III.) und der Prinzessin Viktoria von Sachsen-Coburg-Gotha. Durch ihr persönliches Vorbild und ihren puritanischen Lebenswandel vermochte sie der Krone wieder das Ansehen zu verschaffen, welches ihre Vorfahren aus dem Hause Hannover verspielt hatten.

Politisch stand sie zunächst unter dem Einfluss des liberalen Premierministers William Lamb Viscount Melbourne (1834 und 1835 bis 1841), den größten Einfluss auf die Königin gewann jedoch Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha. Am 15. Oktober 1839 verlobte sich die 20-Jährige mit ihrem gleichaltrigen Vetter, am 10. Februar 1840 erfolgte die glanzvolle Hochzeit in London - eine Liebesheirat, auch im 19. Jahrhundert noch höchst ungewohnt in Adelskreisen.

Der vielseitig gebildete, aus der liberal-konstitutionellen Tradition des Hauses Coburg stammende Prinz Albert, beriet sie geschickt und prägte dabei ihren Regierungsstil. Ihre zunächst einseitige Parteinahme für die Whigs gab die Königin auf und nahm vor allem wegen der parteipolitischen Zersplitterung im Parlament immer wieder Einfluss auf die Regierungsbildung.

Aus der als vorbildlich geltenden Ehe gingen neun Kinder hervor: Viktoria wird zur "Großmutter Europas". Ihr erstes Kind, Prinzessin Viktoria, wird die Gemahlin des deutschen "99-Tage-Kaisers" Friedrich III. und Mutter von Kaiser Wilhelm II., das zweite Kind ist der Thronfolger Eduard (VII.), der eine Prinzessin von Dänemark heiratet und der von Viktoria lange von der politischen Veranwortung ferngehalten wurde. Nachkommen von Viktoria und Albert heiraten u.a. in die Herrscherhäuser von Russland, Norwegen und Spanien ein.

Nach dem Tode Alberts am 14. Dezember 1861 zeigte sich die Königin bis Mitte der 1860er Jahre nur noch selten in der Öffentlichkeit, ließ sich aber von ihren Ministern genau informieren. Ihre Thronjubiläen 1887 und 1897 wurden glanzvoll begangen. Viktoria stirbt am 22. Januar 1901 auf Schloss Osborne (Isle of Wight).

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite