Das Wort des Monats August 2004
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Das Wort des Monats August 2004

Bild: Foto: Pascal Dihé, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ganz verstummt war die Debatte um die Rechtschreibreform in Deutschland nie (wohingegen sich die Österreicher und Schweizer bei diesem Thema zu keinem Zeitpunkt ereifern konnten), schließlich publizierten einige Verlage weiterhin in der alten Rechtschreibung, die Schulbücher hingegen waren alle umgestellt und im Privaten schrieb eh jeder wie es ihm passte. Es war ja auch noch Nichts verbindlich, die alte Rechtschreibung galt noch nicht als falsch. Man konnte also kaum etwas falsch machen, zur Not hantierte man mit schwammigen Begriffen wie progressiver Neuschreibung o.ä.

So viel hatte sich ja eigentlich auch gar nicht geändert und an die Doppel-s-Schreibung hatte man sich schnell gewöhnt. Na gut, die Zusammen- und Getrenntschreibung brachte ein paar Bastarde hervor, die keiner haben wollte, aber mal ehrlich, die alte Rechtschreibung war auch nicht gerade arm an Ausnahmefällen und Schreibweisen, die beim besten Willen nicht abzuleiten waren.

Nun wollte der Sommer 2004 nicht so recht in die Gänge kommen, keine Trockenheit, Hitzewelle oder Überschwemmung rettete verzweifelte Redakteure über die qualvolle Leere des Sommers und die Verkaufszahlen der Zeitungen gingen wie eh und je zurück. Dann kam der Paukenschlag: "Axel Springer AG und der SPIEGEL-Verlag kehren in ihren Print- und Online-Publikationen zur klassischen deutschen Rechtschreibung zurück." Die Satirezeitschrift Titanic ließ sich das Thema natürlich nicht entgehen und konterte: “Der SPIEGEL-Verlag und Springer kehren zurück zur alten Rechtschreybung. Doch TITANICK gehet noch eyn Schrittleyn weyter und schreybet ab dem heutiglichen Tage im würklich klassischen Teutsch.“

Das Sommerloch war mit einer hitzigen Rechtschreibreformdebatte gefüllt, die - wie kaum anders zu erwarten - keinerlei Ergebnis brachte. Auch im September machte Frau Strunz in der Bild-Zeitung noch Schluss mit Herrn Effenberg und eben nicht Schluß. Eingesandt hat den Vorschlag Frau Stefanie Lawrenz mit folgender Begründung: “Gerade in diesem Monat kam die Diskussion wieder auf, ob die neue Rechtschreibreform bestehen bleibt, oder ob die alte Rechtschreibreform wiederkehrt.“

Vielen Dank den Teilnehmern an unserer Aktion “Wort des Monats“. Senden Sie uns auch im kommenden Monat wieder Ihren Vorschlag mit einer Begründung an die bekannte E-Mail-Adresse:wortdesmonats@wissen.de. Wie üblich gibt es auch im kommenden Monat einen Wahrig: Deutsche Rechtschreibung zu gewinnen (dafür aber nicht die Begründung vergessen!) wir freuen uns auf Ihre Einsendung und wünschen viel Erfolg!

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