Das Wort des Monats September 2003
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Das Wort des Monats September 2003

Bild: Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden, eine beispielhafte Zusammenarbeit vom Politik und Wirtschaft. Deutschland als technischer Vorreiter wollte ein hochmodernes Mautkonzept umsetzen und damit die aus vielen Ländern bekannten Mauthäuschen (mit entsprechenden Wartezeiten) verzichtbar machen. Nach Möglichkeit sollte jeder LKW mit einer so genannten On-Board-Unit ausgestattet werden, die Kontakt zu einen satellitengestützten GPS-System hält. So könnten die gefahrenen Kilometer eines LKWs erfasst und an die Abrechnungszentrale des Maut-Konsortiums Toll Collect geschickt werden. Die könnten den entsprechenden Betrag schnell und unbürokratisch abbuchen. So weit der Plan.

Doch bereits im August sah sich Verkehrsminister Stolpe gezwungen, dem Konsortium Toll Collect mit Entschädigungsforderungen zu drohen, falls die Maut nicht planmäßig erhoben werden könnte. Aber noch herrschte Zuversicht vor, der Probebetrieb könne wie geplant am 31. August beginnen. Die Bundesregierung hatte sich zu diesem Zeitpunkt auch gegen den Widerstand der EU-Kommission durchgesetzt. Die EU-Verkehrskommissarin bestätigte, dass das Mautsystem am 2. November regulär starten könne.

Doch von Anfang an kam es zu erheblichen technischen Schwierigkeiten. Laut einer Umfrage unter Spediteuren funktionierte nur jedes 15. Erfassungsgerät, weshalb zahlreiche Unternehmen den Einbau der Geräte stoppte, da die Standzeiten der LKWs zu Einkommensausfällen führten. Der Streit zwischen Spediteuren, der Betreibergesellschaft Toll Collect und der Bundesregierung eskalierte. Die Opposition forderte den Rücktritt von Verkehrsminister Stolpe, der verlangte Regress von Toll Collect, die wiederum versuchten den Schwarzen Peter wieder an die Politik zurück zu geben und die Spediteure schmollten. Der einst für August avisierte Starttermin wurde immer weiter verschoben, inzwischen auf Anfang 2004, genauer Termin ungewiss. Damit entgeht der ohnehin klammen Bundesregierung Monat für Monat geschätzt weit über 200 Millionen Euro pro Monat.

Vielen Dank den Teilnehmern an unserer Aktion “Wort des Monats“. Senden Sie uns auch im Oktober wieder Ihren Vorschlag mit einer Begründung an die bekannte Email-Adresse: wortdesmonats@wissen.de. Wie üblich gibt es auch im Oktober einen Wahrig: Deutsche Rechtschreibung zu gewinnen wir freuen uns auf Ihre Einsendung und wünschen viel Erfolg!

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