Der Club der frühen Schwimmer
Leben & Lifestyle

Der Club der frühen Schwimmer

Bild: Foto: Markus Willimann, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

„Inzwischen ist das Schwimmen für mich wie Zähneputzen“, beschreibt Stefanie Fuleda den Frühschwimm-Effekt. „Ich denke nicht darüber nach, ob ich gehe oder nicht. Eher ist es so, dass sich der Start in den Tag ohne Schwimmen ‚unvollständig‘ anfühlt. Ich fühle mich einfach frisch und guter Dinge.“ Die Hamburgerin nutzt das Angebot des Simrock-Bads in Hamburg-Blankenese täglich um sieben Uhr. Andere Schwimmer haben sich vorgenommen, ein-, zwei- oder dreimal in der Woche etwas für ihre Gesundheit zu tun. Denn Schwimmen gilt als eine der gesündesten Sportarten, besonders für Menschen mit Gelenkproblemen.

„Inzwischen ist das Schwimmen für mich wie Zähneputzen“, beschreibt Stefanie Fuleda den Frühschwimm-Effekt. „Ich denke nicht darüber nach, ob ich gehe oder nicht. Eher ist es so, dass sich der Start in den Tag ohne Schwimmen ‚unvollständig‘ anfühlt. Ich fühle mich einfach frisch und guter Dinge.“ Die Hamburgerin nutzt das Angebot des Simrock-Bads in Hamburg-Blankenese täglich um sieben Uhr. Andere Schwimmer haben sich vorgenommen, ein-, zwei- oder dreimal in der Woche etwas für ihre Gesundheit zu tun. Denn Schwimmen gilt als eine der gesündesten Sportarten, besonders für Menschen mit Gelenkproblemen.

Viele Bäder in Deutschland öffnen schon zwischen halb sechs und sieben für ausgeschlafene Schwimmer. In Hamburg gibt es seit 2000 einen Frühschwimmclub. Zwölf Jahre später nutzen das Angebot bereits 5.000 Mitglieder in 15 Bädern der Hansestadt. Auch in Bremen steigt die Zahl der Frühschwimmer seit der Gründung des Frühschwimmclubs 2005 stetig. Im Bremer Südbad schwimmen früh morgens täglich 45 bis 50 Gäste, so Bastienne Ehl von den Bremer Bädern.

Bahnenziehen ohne Störfaktoren

Die Vorteile eines zeitigen Schwimmbadbesuchs liegen auf der Hand: Wer sich noch vor dem Job zum Sport aufrafft, wird in der Regel auf gleichgesinnte Schwimmer treffen: Bahnen schwimmen lautet die Devise. Planschende Kinder, Turmspringer und Pärchenschwimmer, denen es eher um einen netten Plausch als um sportliche Betätigung geht, wird man zu diesen Zeiten kaum antreffen. Das sieht auch Stefanie Fuleda so: „Wer gerne zur Unterhaltung ins Becken geht, sollte lieber Warmbadetage oder Pools im Fitnessclub nutzen. In den Bädern des Frühschwimmclubs steht man den Schwimmern sonst eher im Weg.“

Alltagstaugliches Fitnessprogramm für alle

In den ersten Jahren waren die meisten  Mitglieder des Hamburger Frühschwimmclubs noch Senioren, berichtet Kirsten Morisse vom Hamburger Bäderland. Mittlerweile sei das Publikum aber sehr ausgeglichen. „Heute sind auch viele jüngere Berufstätige dabei“, so Morisse. „Sie nutzen das Angebot gern, damit sie ihr Fitnessprogramm verlässlich in den Berufsalltag integrieren und damit den Abend für andere Freizeitaktivitäten nutzen können.“

Nicht in allen öffentlichen Bädern gibt es einen speziellen Frühschwimmclub. In München oder Frankfurt locken jedoch günstige Eintrittspreise die frühen Bahnenschwimmer ins Hallenbad. Die Olympiaschwimmhalle sowie das Nord- und Südbad können die Münchner Frühschwimmer beispielsweise für 2,80 statt für 4,20 nutzen. In den Berliner Hallenbädern können Frühaufsteher bis 8 Uhr für 2,50 statt sonst für 4 Euro schwimmen.

Günstig fitt werden

Sparfüchse errechnen den Preis für ihren Schwimmsport vielleicht mit noch spitzerer Feder: Denn wer sich nach dem Frühschwimmen entspannt unter die Schwimmbadbrause stellen kann, muss zu Hause kein Wasser verbrauchen. Je nach Duschkopf und der Art der Warmwasserbereitung können vom Eintrittspreis zwischen 1,10 und 1,50 Euro für eine zehnminütige warme Dusche abgezogen werden. Also, raus aus den Federn und rein ins kühle Nass. Gesundheit, Fitness und Spaß für weniger als 2 Euro. Wer da den inneren Schweinehund nicht überwindet, ist selbst schuld.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite