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Der einsame Tod des Napoleon Bonaparte
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Leben & Lifestyle

Der einsame Tod des Napoleon Bonaparte

An Napoleon scheiden sich bis heute die Geister. War der französische Kaiser genialer Politiker oder brutaler Diktator? In einem Punkt aber sind sich Bewunderer und Kritiker einig: Mit seinen Feldzügen und Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat Napoleon Bonaparte Europa nachhaltig verändert.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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Historisch

An Napoleon scheiden sich bis heute die Geister. War der französische Kaiser genialer Politiker oder brutaler Diktator? In einem Punkt aber sind sich Bewunderer und Kritiker einig: Mit seinen Feldzügen und Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat Napoleon Bonaparte Europa nachhaltig verändert.

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GettyImages, duncan1890

Von Revolutionär zum Kaiser und Reformer

Schon als junger Mann fällt Napoleon Bonaparte als militärisches Talent auf: Nachdem er zunächst auf eine Kadettenschule in Südfrankreich besuchte, wird der junge Korse mit 20 Jahren von einer der renommiertesten Militärschulen Frankreichs aufgenommen, der École Royale Militaire in Paris. Dort erlebt er die 1792 ausbrechende französische Revolution und unterstützt die Armee der Aufständischen unter anderem gegen die Truppen Italiens und Österreichs.

Seine Siege und sein militärisches Können verhalten Bonaparte nach Ende der Revolution auch zu politischer Macht: Er wird 1799 erst erster Konsul, dann 1804 Kaiser Frankreichs. Während dieser Zeit stößt er eine Reihe von Reformen des Staatswesens an, die bis heute auch unser Recht prägen. Er verschafft Bürgern neue Rechte, reformiert das Finanz- und Verkehrswesen und führt den "Code Civil" ein, das erste bürgerliche Gesetzbuch. Auch das Standesamt oder unsere Hausnummern sind ein Erbe Napoleons.

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Bonaparte als Diktator und Eroberer

Doch seine Rolle als Reformer und Revolutionär ist nicht von Dauer. "Napoleon hat eine helle und eine dunkle Seite. Er förderte viele Werte der französischen Revolution wie die Gleichheit und den Säkularismus", erklärt Gregory Spourdos vom Museum Les Invalides. "Aber dann verriet er die Revolution und wurde ein militärischer Aggressor und Diktator." Denn die Herrschaft über Frankreich reicht Napoleon Bonaparte nicht mehr. Mit seiner „Grande Armée“ zieht er gegen die Nachbarn Frankreichs in den Krieg und erobert halb Europa. 1806 hat er auch Deutschland besetzt und zieht in Berlin ein. Wie schon zuvor im eigenen Land, lässt der neue Herrscher auch hier drastische Gebiets- und Rechtsreformen durchführen.

1812 jedoch wendet sich das Blatt. Napoleons Russlandfeldzug scheitert und ein Jahr darauf verliert er in der Völkerschlacht bei Leipzig gegen eine Allianz aus verschiedenen deutschen Fürsten, Russen, Schweden und Österreichern. Als Folge muss Bonaparte im April 1814 abdanken und wird auf die Insel Elba verbannt. Von dort lanciert er 1815 noch einmal einen Feldzug, durch den er die Macht wiedererlangen will. Doch mit der Niederlage bei Waterloo ist der selbsternannte Kaiser Frankreichs endgültig besiegt. Bonaparte wird auf die Insel St. Helena verbannt – einer entlegenen Insel im Atlantik.

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Michel Dancoisne-Martineau (CC0)

Napoleons Tod: Gift oder Krankheit?

Am 5. Mai 1821 stirbt der Mann, der einst halb Europa beherrscht hat, allein und fast vergessen: Nach sechs Jahren der Verbannung auf St. Helena endet das ereignisreiche Leben des Napoleon Bonaparte. Schon einige Zeit vor seinen Tod ist er krank und spürt seinen Tod herannahen. Für den Ernstfall bereitet er sogar ein Schreiben vor, das dem Gouverneur der Inseln nach seinem Tod überbracht werden soll: "Herr Gouverneur, Kaiser Napoleon ist heute, am ... nach langer und schwerer Krankheit, verstorben, was ich Ihnen anzuzeigen die Ehre habe."

Woran Bonaparte allerdings gestorben ist, sorgt noch Jahrhunderte später für Streit unter den Historikern. Einige vermuten, dass der unbequeme und machthungrige Exilant einem Mord zum Opfer gefallen ist und an einer schleichenden Arsenvergiftung starb. Indizien dafür sollen hohe Arsengehalte im Haar des ehemaligen Kaisers liefern. Neuere Analysen legen allerdings nahe, dass Napoleon Bonaparte eines natürlichen Todes starb: Offenbar litt er unter einer chronischen Magenschleimhautentzündung, aus der sich Magenkrebs entwickelte. Eine Magenblutung könnte dann sein Leben beendet haben.

Heute ruhen die sterblichen Überreste von Napoleon Bonaparte wieder im Zentrum seines einstigen Reichs: Im Jahr 1840 wurde sein Leichnam exhumiert und von St. Helena zurück nach Paris gebracht. Dort liegt der einstige Kaiser Frankreichs und Eroberer Europas nun in einem Sarkophag im Invalidendom.

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GettyImages, javi_martin

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