Der erste Schritt weg von der Armut
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Der erste Schritt weg von der Armut

Bild: Foto: Abraham Pisarek, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Mit einem Kleinkredit von 150 Euro kaufte die Witwe Comfort Amofah erst einmal Bretter, aus denen sie die Klassenräume errichtete. Ein Jahr später bekam sie einen weiteren Kleinkredit und bezahlte den notwendigen Zement für das Fundament. In zwei Jahren errichtete sie mit ihren eigenen Händen fünf Klassenräume, die von den Kinder aus der umliegenden Gegend von Bonuso, einem kleinen Dorf in Zentralghana, besucht wird. Heute werden in der Schule rund 200 Schüler und Schülerinnen unterrichtet, deren Eltern pro Monat umgerechnet einen Euro (zwei Cedis) Schulgeld zahlen müssen. Wer kein Geld hat, kann in der Schule helfen und beispielsweise für die Mahlzeiten sorgen, die die Kinder jeden Tag frisch zubereitet bekommen. Die Microschools ermöglichen es damit auch Kindern aus armen Verhältnissen, eine gute Ausbildung zu bekommen. Denn der Weg zu den staatlichen Schulen ist für die Kinder aus armen Familien oft zu teuer und zu weit.

Es begann mit 150 Euro

Mit einem Kleinkredit von 150 Euro kaufte die Witwe Comfort Amofah erst einmal Bretter, aus denen sie die Klassenräume errichtete. Ein Jahr später bekam sie einen weiteren Kleinkredit und bezahlte den notwendigen Zement für das Fundament. In zwei Jahren errichtete sie mit ihren eigenen Händen fünf Klassenräume, die von den Kinder aus der umliegenden Gegend von Bonuso, einem kleinen Dorf in Zentralghana, besucht wird. Heute werden in der Schule rund 200 Schüler und Schülerinnen unterrichtet, deren Eltern pro Monat umgerechnet einen Euro (zwei Cedis) Schulgeld zahlen müssen. Wer kein Geld hat, kann in der Schule helfen und beispielsweise für die Mahlzeiten sorgen, die die Kinder jeden Tag frisch zubereitet bekommen. Die Microschools ermöglichen es damit auch Kindern aus armen Verhältnissen, eine gute Ausbildung zu bekommen. Denn der Weg zu den staatlichen Schulen ist für die Kinder aus armen Familien oft zu teuer und zu weit.

Ausgezeichneter Ideengeber

Die Idee, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, stammt von dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. Der Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesch initiierte 1976 das Projekt der Grameen Bank (Dorfbank), um die arme Landbevölkerung mit Mikrokrediten und Bankdienstleistungen zu versorgen. Die Grameen Bank erschließt mit über 2000 Zweigstellen und zusätzlichen Servicestellen die Dörfer Bangladeschs flächenmäßig vollständig, um insbesondere armen Frauen (Anteil: 97%) mit Kleinstkrediten (Mikrokrediten) ohne Absicherung eine selbständige Existenz zu ermöglichen. 2006 erhielten Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis für ihre Bemühungen, ökonomischen und sozialen Fortschritt von unten her zu entwickeln.

Kontrollierte Kreditvergabe

Eine Organisation, die dieses Konzept aufgegriffen hat, ist Opportunity International, die auch Comfort Amofah den Mikrokredit gewährte. Die Kleinstkredite werden von Opportunity aber nicht einfach verteilt, sondern die Kreditnehmer werden in Gruppen zusammengefasst, in sogenannten Trustbanks. Hier werden die Teilnehmer geschult, wie sie ihr Projekt unternehmerisch erfolgreich umsetzen können. Die Gruppe wählt einen Vorsitzenden und einen Schatzmeister, der für die Einholung der Rückzahlungen verantwortlich ist. Der erwirtschaftete Gewinn der Teilnehmer kommt ihren Familie zugute: Ernährung, Unterkunft und Gesundheit verbessern sich zusehends und Kinder können in die Schule geschickt werden. Das Gute: Ist der Kredit vollständig zurückgezahlt, kann er an andere Menschen neu ausgeliehen werden. Eine Spende kommt damit nicht nur einem, sondern vielen zugute.

Mehr Informationen zu den Microschools finden Sie bei Opportunity International

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