Der Geistesblitz des Rowland Hill
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Der Geistesblitz des Rowland Hill

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Heinrich Koehler Auktionshaus GmbH & Co. KG, Wiesbaden

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Umständliches System

Das Thema brannte Hills Landsleuten damals, im Jahr 1837, auf den Nägeln. Die englische Post galt als überteuert und ineffizient. Das Porto wurde nach Entfernungen berechnet und nach der Zahl der beschriebenen Blätter. Maßgeblich war nicht das Kriterium der Wirtschaftlichkeit, sondern der Finanzbedarf des königlichen Fiskus, dem die Einnahmen zuflossen.

So kostete ein Brief im Durchschnitt acht Pence. Das verschlang einen großen Teil des Tagesverdienstes eines Arbeiters. Die Post als Luxusgut – nicht zuletzt die aufstrebende britische Industrie sah diesen Zustand zunehmend als geschäftsschädigend. Hill empfahl nun ein entfernungsunabhängiges Porto innerhalb des Königreichs von einem Penny pro 15 Gramm Gewicht und ein vereinfachtes Zahlungsverfahren im Weg der Vorkasse. Er dachte an den Verkauf von Umschlägen oder Briefbögen mit Wertstempeln

6. Mai 1840 - der große Tag

Was sich durchsetzte, war indes die Idee, die ihm erst nach Fertigstellung seiner eigentlichen Denkschrift gekommen war: die Briefmarke. Im August 1839 fasste das Parlament Hills Vorschläge in Gesetzesform. Er selbst war seit September als Beamter des Schatzamtes mit der Umsetzung betraut.

Am 6. Mai 1840 erschien die „One Penny Black“, die erste Briefmarke der Welt. Ihr Erfinder galt bald als Wohltäter der Menschheit: „Wohl niemals hat sich eine lokale Neuerung zu Lebzeiten ihres Urhebers zum Vorteil einer so großen Menge seiner Mitmenschen ausgewirkt“, pries ihn Premierminister William Gladstone.

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