Zuhause in Montana
Christopher Paolini kam am 17. November 1983 in Südkalifornien zur Welt und lebt noch heute mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Angela in Paradise Valley, Montana. Dort hatte er, bis auf ein paar Jahre in Anchorage, Alaska, sein gesamtes Leben verbracht. Zur Familie gehören außerdem der schwarzweiße Kater Otis und der quirlige Cocker-Schäferhundmischling Annie.
Die hohen und zerklüfteten, den Großteil des Jahres schneebedeckten Beartooth Mountains nahe Paradise Valley inspirierten Christopher zu seinem fantastischen Setting für Eragon. Vor einigen Jahren wanderte Christopher auf den Gipfel eines der Berge und konnte bis zur 100 Meilen südlich gelegenen Grand Teton Gebirgskette blicken.
Paolini wurde zu Hause von seinen Eltern unterrichtet und begann schon früh mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Gedichten, um seine Gedanken auszudrücken. Er gehörte zu den häufigen Besuchern der Bibliothek, wo er sich für eine große Bandbreite an Lesestoff interessierte. Zu seinen Favoriten zählen Bruce Covilles "Jeremy Thatcher", "Dragon Hatcher", Frank Herberts "Dune", Raymond E. Feists "Magicia"n und Philip Pullmans "His Dark Materials" sowie Werke von Anne McCaffrey, Jane Yolen, Brian Jacques, E.R. Eddison, David Eddings und Ursula Le Guin.
Paolini wuchs mit vielen verschiedenen Musikstilen auf, doch nur Klassik beflügelte seine Fantasie und half ihm beim Schreiben. Oft hörte er Mahler, Beethoven und Wagner, während er an "Erago"n saß. Die finale Schlacht von "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter" entstand mit Carl Orffs „Carmina Burana“ im Hintergrund.
Die Tagträume eines Teenagers
"Eragon" entwickelte sich aus den Tagträumen eines Teenagers. Paolinis Vorliebe für fesselnde Geschichten brachte ihn dazu, ein Buch zu schreiben, das er selbst gerne lesen würde. Das Projekt startete als Hobby und es stand außer Frage, es je zu veröffentlichen. Einen Monat lang verbrachte Christopher mit der groben Handlung der Trilogie, anschließend begann er auf dem Sofa damit, alles in einem Notizbuch aufzuschreiben. Erst nach sechzig Seiten hatte er genug Selbstvertrauen gewonnen, um das Geschriebene in seinen Mac zu übertragen. Schließlich entstand das Meiste am Computer, doch bisweilen flossen die Worte leichter, wenn er mit der Hand schrieb. Alle Charaktere aus Eragon sind erfunden, bis auf die Kräuterhexe Angela, für die er sich von seiner Schwester inspirieren ließ.
So entstand über den Zeitraum von einem Jahr der erste Entwurf zu "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreite"r. Ein weiteres Jahr lang überarbeitete Christopher das Buch. Erst anschließend gab er es seinen Eltern zu lesen. Die Familie beschloss, den Roman im Selbstverlag herauszubringen und verbrachte ein weiteres Jahr mit dem erneuten Überarbeiten, dem Coverdesign, dem Schriftsetzen und der Entwicklung von Marketingmaterialien. Während dieser Zeit entwarf Christopher auch die Landkarte für Eragon sowie das Drachenauge, das man in der Hardcover-Ausgabe finden kann. Endlich konnte man das Manuskript zur Druckerei geben und die ersten Ausgaben erschienen.
Das folgende Jahr verbrachten die Paolinis damit, das Buch selbst zu promoten. Nach der Präsentation in der örtlichen Bibliothek und Highschool reisten sie schließlich durch die gesamten USA. Alles in Allem stellte Paolini sein Werk in den Jahren 2002 und 2003 bei mehr als 135 Lesungen in Bibliotheken, Buchläden und Schulen vor. Bei den meisten trug er dabei ein mittelalterliches Kostüm, bestehend aus einem roten Hemd, fließenden schwarzen Hosen, Schnürstiefeln und einer kecken schwarzen Kappe.
Im Sommer 2002 zeige der Autor Carl Hiaasen, dessen Stiefsohn "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter" während seiner Ferien in Montana gekauft und verschlungen hatte, das Buch seinem Verleger. Alfred A. Knopf Books for Young Readers sicherte sich daraufhin die Rechte an dem Werk und dem Rest der Inheritance-Trilogie. Knopf veröffentlichte "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter" im August 2003 und "Eragon – Der Auftrag des Ältesten", das zweite Buch, im August 2005. Mittlerweile ist "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter" in 41 Ländern erschienen, hat sowohl in der Hardcover- als auch der Taschenbuch-Ausgabe die Chartspitze gestürmt und fand sich 164 Wochen lang auf der New York Times‑Bestsellerliste.
Im August 2005 kam endlich "Eragon – Der Auftrag des Ältesten" als eines der meisterwarteten Bücher des Herbstes auf den Markt und belegte sogleich Platz eins in der Geschichte der besten Wochenverkäufe von Random House Children’s Books. Derzeit befindet sich der Roman in der 15. Auflage, hat ebenfalls die Chartspitzen erreicht, ist in 41 Ländern erschienen und hat 60 Wochen lang die New York Times‑Bestsellerliste geziert. Erst kürzlich gewann "Eragon – Der Auftrag des Ältesten" den Quill Award. Zusammen gingen "Das Vermächtnis der Drachenreiter" und "Der Auftrag des Ältesten" weltweit mehr als acht Millionen Mal über den Ladentisch.
Momentan arbeitete Christopher Paolini am dritten Band der Drachenreiter-Trilogie. Der Titel ist noch nicht bekannt. Nach Fertigstellung der Trilogie will Paolini lange Ferien machen und sich überlegen, welche seiner vielen Ideen er als nächstes zu Papier bringen wird.



