Der Mann auf der einsamen Insel
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Der Mann auf der einsamen Insel

Bild: Foto: Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Geschichte dieses Mannes, gefangen auf einer Insel, nutzt Defoe als Vorlage für seinen Roman über die Abenteuer des Robinson Crusoe. Statt sich lediglich auf die Fakten der Vorlage zu konzentrieren, schmückt Defoe die Geschichte allerdings aus, verlegt die Insel in die Karibik und lässt dort seinen fiktiven Protagonisten an Land gehen. Dieser hat auf einer Reise, um Sklaven für seine Zuckerplantage zu besorgen, Schiffbruch erlitten und findet sich am 30. September 1659 als einziger Überlebender auf einem abgelegenen Eiland wider.

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Die Geschichte dieses Mannes, gefangen auf einer Insel, nutzt Defoe als Vorlage für seinen Roman über die Abenteuer des Robinson Crusoe. Statt sich lediglich auf die Fakten der Vorlage zu konzentrieren, schmückt Defoe die Geschichte allerdings aus, verlegt die Insel in die Karibik und lässt dort seinen fiktiven Protagonisten an Land gehen. Dieser hat auf einer Reise, um Sklaven für seine Zuckerplantage zu besorgen, Schiffbruch erlitten und findet sich am 30. September 1659 als einziger Überlebender auf einem abgelegenen Eiland wider.

Erster Roman mit 59

Dort beginnt nun das Abenteuer: Robinson Crusoe rettet Kleidung, Werkzeug, Waffen, Bibeln und auch Schreibgerät vom Wrack und macht sich mit Entschlossenheit daran, sein Überleben zu sichern. In den folgenden 28 Jahren bis zu seiner Rettung durchläuft er dabei förmlich den Gang der menschlichen Zivilisation – er entwickelt sich vom Jäger und Sammler über den Viehzüchter bis hin zum Ackerbauer.

Als die Geschichte des Robinson Crusoe im Jahr 1719 erscheint, hat ihr Verfasser Defoe bereits selbst ein abenteuerliches Leben hinter sich. Nach einer Karriere als Kaufmann war er als Regierungsberater und Journalist tätig, der häufig unter Pseudonym Artikel verfasste und wegen politischer Schmähschriften auch schon einmal im Gefängnis landete. Erst im Alter von 59 Jahren wird Defoe schließlich zum Autor eines Romans, der ihn weltberühmt machen soll.

Ein Welterfolg und ein neues Genre

Defoes fantasievolle Abenteuergeschichte ist in seiner ersten Auflage bereits drei Wochen nach Erscheinen restlos vergriffen. Noch im selben Jahr folgen drei weitere Auflagen. Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Originalausgabe sind zudem schon die ersten Übersetzungen ins Französische und Deutsche erhältlich – in den Folgejahren wird der Roman ein weltweiter Bestseller.

Doch nicht nur das: Von Robinson Crusoe inspiriert erscheinen schnell eine Reihe weiterer Abenteuerromane, die ebenfalls das literarische Motiv des Eingeschlossenseins auf einer Insel nutzen und reißenden Absatz finden. Sie werden in Anlehnung an ihr Vorbild auch als Robinsonaden bezeichnet.

Ballou46 / CC BY-SA 4.0

Mehr als eine Abenteuergeschichte

Obwohl Robinson Crusoe bereits kurz nach seinem Erscheinen hauptsächlich auf den Abenteuercharakter reduziert wird, ist der Roman jedoch mehr als ein abenteuerlicher Reisebericht. Ebenso lässt sich Defoes Werk als Modell des radikalen Individualismus lesen oder als moralische Fabel. So wurde die Erzählung mit ihren belehrenden Passagen schon früh als pädagogisches Instrument genutzt, um Kindern Werte wie Eigenständigkeit, den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und das Vertrauen zu Gott zu vermitteln.

Aus heutiger Sicht spiegelt Robinson Crusoe zudem den Prototyp des britischen Kolonisten wider. Defoe schrieb den Roman in einer Zeit, in der imperiales Denken und Handeln allgegenwärtig waren – und die damals vorherrschende Haltung der Überlegenheit des weißen Mannes zieht sich kontinuierlich durch sein Werk. So begegnet Robinson Crusoe auf seiner Insel einem "Wilden", der ihm im Laufe der Zeit zum Freund und Diener wird. Ihm bringt Crusoe die englische Sprache bei, macht ihn mit der europäischen Lebensweise vertraut und führt ihn an den christlichen Glauben heran.

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