Der Schwarze Freitag 1929
Nervös und aufgeregt reagierten die europäischen und fernöstlichen Aktienmärkte am Freitag, 25. Oktober 1929, auf den Kursverfall an der New Yorker Börse vom Vortag.
Tatsächlich lief das Geschäft in New York am 25. nach den beiden hektischen Vortagen eher ruhig. Am 23. Oktober wurde in New York die Rekordzahl von 6,5 Millionen Aktienverkauft, und am Donnerstag, 24. Oktober, kam es zu Panikverkäufen, zu Gerüchten, die Börse werde geschlossen und mehrere bekannte Financiers hätten sich aus dem Fenster gestürzt. 12,9 Millionen Aktien wurden umgesetzt. Die Papiere der großen US-amerikanischen Gesellschaften verloren bis zu 40 Prozent ihres Werts. Vor Börsenschluss gab es leichte Kurserholungen. Stützungskäufe von Banken führten jedoch nicht zu einer langfristigen Beruhigung.
Bereits am Nachmittag des 28. Oktobers entstand eine neue Panik. Neun Millionen Aktien wurden verkauft: am 29. waren es 16,5 Millionen.
Wie es so weit kommen konnte
Dem Börsenkrach war eine lange Hausse vorausgegangen. Der Dow-Jones-Index war seit 1924 permanent gestiegen. Zu Beginn des Jahres 1928 erreichte er 191 Punkte, im September 1929 bereits 381 Punkte. Diesen Stand sollte er erst wieder in den 1950-Jahren erreichen.
Als Ursachen für den Crash waren als wichtigste Faktoren zu nennen: Das Ungleichgewicht der Weltwirtschaft und des Weltwährungssystems nach dem 1. Weltkrieg; die Absatzkrise in der US-Landwirtschaft; zudem eine Überinvestitions- und Unterkonsumtionskrise in den USA, die dort im Sommer 1929 zum Konjunkturknick geführt hatte.
Die aktuelle Finanzkrise
2007 begann in den Vereinigten Staaten eine Finanzkatastrophe, die rasch Dimensionen erreichte, die an die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre erinnerte. Ihren Ausgang nahm die Krise im so genannten Subprime-Segment des US-Hypothekenmarktes. Durch die Ausweitung von Kreditangeboten vieler Banken an Kunden mit schwacher Bonität brach der US-Immobilienmarkt ein, als viele Kreditnehmer nach anfänglich niedrigen Tilgungsraten die dann ansteigenden nicht mehr tragen konnten und zahlreiche Immobilien mit Wertverlust verkauft oder versteigert werden mussten. Das führte zunächst bei US-Banken und seit 2008 bei Finanzinstituten weltweit zu Abschreibungen und Wertberichtigungen in Milliardenhöhe und zu eklatanten Kursverlusten an den internationalen Börsen.
In konzertierten Aktionen bemühten sich Politiker weltweit mit Garantien um eine Stabilisierung des notleidenden Finanzsektors. Die wichtigsten internationalen Notenbanken versuchten mit Zinssenkungen, einen vollständigen Kollaps des Kredit- und Finanzsystems zu vermeiden. Staaten wie Island und Ungarn mussten mit Notzuwendungen in Milliardenhöhe vor dem Totalbankrott gerettet werden.



