Der Zyniker - Der Bildgewaltige - Der Subtile
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Der Zyniker - Der Bildgewaltige - Der Subtile

Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Eine Szene aus Kubricks Romanverfilmung „Lolita“ (1962): Humbert sitzt zwischen Lolita und ihrer Mutter im Auto. Die drei sind im Autokino. Lolita legt ihre Hand auf Humberts rechtes Knie, als sich eine scheußliche Szene auf der Leinwand abspielt. Ihre Mutter legt Sekunden später ihre Hand auf sein linkes Knie. Humbert tätschelt darauf die Hand der Heranwachsenden, nicht aber die der reifen Frau. Eine winzige Geste. Es sind die eigentlich nicht sichtbaren, die verborgenen Momente, die Kubrick auf diese Weise einfängt. Von dieser Subtilität lebt "Lolita".

Eine Szene aus Kubricks Romanverfilmung „Lolita“ (1962): Humbert sitzt zwischen Lolita und ihrer Mutter im Auto. Die drei sind im Autokino. Lolita legt ihre Hand auf Humberts rechtes Knie, als sich eine scheußliche Szene auf der Leinwand abspielt. Ihre Mutter legt Sekunden später ihre Hand auf sein linkes Knie. Humbert tätschelt darauf die Hand der Heranwachsenden, nicht aber die der reifen Frau. Eine winzige Geste. Es sind die eigentlich nicht sichtbaren, die verborgenen Momente, die Kubrick auf diese Weise einfängt. Von dieser Subtilität lebt "Lolita".

Der Regisseur verstand etwas von Kameraführung und Beleuchtung, vor allem aber von der Macht der Bilder, die über sprachliche Grenzen hinausgeht.

Als 1968 "2001: Odyssee im Weltraum" erschien, dauerte es, bis sich die anfängliche Zurückhaltung des Publikums in Begeisterung verwandelte. In einigen Sequenzen findet minutenlang kein Dialog statt – nur Bilder und klassische Musik als Untermalung. Kubrick stellt in dem Film die Frage, die die Wissenschaft letztlich auch heute noch beschäftigt, nämlich ob noch anderes intelligentes Leben im Universum existiert. Für die Effekte erhielt der Film einen Oscar. Er avancierte zum Prototypen des Science-Fiction-Films schlechthin. Das war 1968. Und ist der Beweis, dass Stanley Kubrick seiner Zeit immer ein wenig voraus war.

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