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Die Anfänge der Winterspiele
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Leben & Lifestyle

Die Anfänge der Winterspiele

Der Sitz der Götter, der griechischen Mythologie zufolge die Bergkette Olympos, ist ein unwirtlicher Ort. Auf über 2900 Metern über dem Meeresspiegel wird die Luft dünn und die sonst sengende Sonne über dem Peloponnes verliert in diesen Höhen deutlich an Kraft. Wenn überhaupt, dann hätten sich Zeus & Co. hier…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Internationale Wintersportwoche 1924

Der Sitz der Götter, der griechischen Mythologie zufolge die Bergkette Olympos, ist ein unwirtlicher Ort. Auf über 2900 Metern über dem Meeresspiegel wird die Luft dünn und die sonst sengende Sonne über dem Peloponnes verliert in diesen Höhen deutlich an Kraft. Wenn überhaupt, dann hätten sich Zeus & Co. hier oben sicherlich dem Wintersport verschrieben.
Den Menschen aber, die diesen Göttern zu Ehren alle vier Jahre heilige Spiele veranstalteten, waren solche Gedanken fremd. Heiße Kämpfe in Sand und Staub statt kühle Wettbewerbe in Eis und Schnee lautete die Parole. Zudem war in ganz Attika kein Skiverleih aufzutreiben.

Auch die Neuzeit hinkte zunächst hinterher. Versuche, den Wintersport in die Spiele zu integrieren, gab es zwar schon immer. So wurde Eislauf auf dem Gründungskongress des I.O.C. 1894 in der Pariser Sorbonne in die Reihe der wünschenswerten Sportarten aufgenommen. Auch wurden 1908 in London und 1920 in Antwerpen im Zuge der Sommerolympiaden erste Medaillen im Eiskunstlauf und im Eishockey vergeben. Aber die im Hochsommer auf winterliche Temperaturen herabgekühlten Eispaläste der Großstädte gaben den Disziplinen einen umso exotischeren Touch.

Eigenständige Winterspiele wurden nötig. Einerseits um dem immer größeren Breitensport-Boom und dem Touristenstrom in die Bergwelt gerecht zu werden, andererseits um auch weitere Wintersportarten, wie das populäre alpine Skifahren, integrieren zu können. Künstliches Eis war hierbei das geringere Problem. Aber was macht ein Land wie Holland, wenn ein Gebirge mit präparierten Pisten von Nöten ist? Berge leasen - oder gar Maßschneidern lassen?

Die Winterspiele mussten also vollständig von ihrem sommerlichen Pendant getrennt werden. Als "1. Internationale Wintersportwoche“ fand die erste Winterolympiade 1924 im französischen Kurort Chamonix zu Füßen des Montblanc statt. 16 Nationen schickten gerade mal 300 Teilnehmer. Deutschland, noch immer als Kriegstreiber isoliert, durfte nicht teilnehmen, Österreich dagegen schon. Ob eine Teilnahme allerdings erfolgreich verlaufen wäre, bleibt fraglich. Die skandinavischen Sportler, der ewigen Nacht in den nördlichen Breitengraden für zwei Wochen entflohen, dominierten die Spiele derart, dass man den Eindruck hatte, nur nördlich von Oslo falle Schnee. Als einzige Alpennation gewann die Schweiz eine Goldmedaille im Bobfahren und wurde prompt zum Ausrichter der nächsten Winterspiele erkoren.

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