Welche Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge gibt es?
Die Beiträge zum Aufbau einer Betriebsrente können vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer allein oder aber auch von beiden gemeinsam aufgebracht werden.
Für die betriebliche Altersvorsorge stehen derzeit fünf Anlageformen von Entgeltumwandlungen zur Verfügung:
- Direktversicherung
- Pensionskasse
- Pensionsfonds
- Unterstützungskasse
- Pensionszusage
Als Arbeitnehmer kann man sich die Form der betrieblichen Altersvorsorge häufig nicht selbst aussuchen - meist wird sie vom Arbeitgeber vorgegeben.
Warum lohnt sich eine Direktversicherung?
Während man bei der privaten Altersvorsorge die Beiträge für Lebensversicherungen, Privatrenten oder sonstige Geldanlagen aus dem versteuerten und mit Sozialabgaben belasteten Netto-Einkommen zahlt, werden bei der Direktversicherung ein Teil des Gehalts oder Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld direkt vom Arbeitgeber in einer privaten Altersvorsorge angelegt. Diese ist meist eine Kapital-Lebensversicherung, eine Rentenversicherung oder eine fondsgebundene Lebensversicherung. Da die Beiträge mit pauschal nur 20 Prozent versteuert werden, ist diese Form sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber interessant - außerdem ist sie "riesterfähig", d. h. sie kann staatlich gefördert werden.
Was ist eine Pensionskasse?
Bei dieser betrieblichen Altersvorsorge gründet der Arbeitgeber eine Pensionskasse außerhalb des Unternehmens, in der der Arbeitnehmer Mitglied wird und monatliche Beiträge leistet. Für die Anlage gibt es klare Vorschriften - u. a. eine Limitierung des Investments in Aktien. Die Pensionskasse kann als Riester-Rente anerkannt und dann zusätzlich durch Zulagen und steuerliche Vorteile gefördert werden. Bei einem Unternehmenswechsel können die geleisteten Beiträge häufig entweder zum neuen Arbeitgeber mitgenommen oder freiwillig weitergeführt werden.
Was sind Pensionsfonds?
Bei den Pensionsfonds zahlt der Arbeitgeber Sparbeiträge in einen Fonds. Für die betriebliche Altersvorsorge heißt das: Wie hoch die Betriebsrente ist, hängt von den Entwicklungen des Kapitalmarkts ab. Für den Arbeitnehmer kann also die Rendite niedrig ausfallen oder hoch. Die Pensionsfonds können ebenfalls als Riester-Rente anerkannt und dann zusätzlich durch Zulagen und steuerliche Vorteile gefördert werden Die geleisteten Beiträge können wie bei der Pensionskasse meist mitgenommen oder freiwillig weitergeführt werden.
Was ist eine Unterstützungskasse?
Bei der Unterstützungskasse bildet das Unternehmen so genannte Rückstellungen für spätere Rentenzahlungen an den Arbeitnehmer. Verwaltet werden die Beiträge von einer rechtlich selbstständigen Versorgungseinrichtung, die die Gelder in Lebens- oder Rentenversicherungen anlegt. Die Beiträge sind steuerfrei, die Leistungen im Alter steuerpflichtig.
Was heißt Pensionszusage?
Bei der Pensions- oder Direktzusage bildet das Unternehmen eigene Rückstellungen für spätere Rentenzahlungen an den Arbeitnehmer, d. h. es erfolgen keine Beiträge an eine Drittgesellschaft. Die zurückgelegten Gelder werden durch eine Lebensversicherung abgesichert bzw. zum Teil auch in Fonds angelegt. Höhe und Fälligkeit dieser "Pension" ist daher nicht genau bestimmbar. Die Beiträge sind steuerfrei, die Leistungen im Alter steuerpflichtig.
Was hat sich zum 1. Januar 2005 bei der betrieblichen Altersvorsorge geändert?
Im Rahmen des Alterseinkünftegesetz werden seit 1. Januar 2005 die Beiträge des Arbeitgebers für eine Direktversicherung steuerfrei gestellt. Bei einem Arbeitgeberwechsel können Arbeitnehmer ihre Betriebsrente zum neuen Arbeitnehmer “mitnehmen und weiterführen (so genannte Portabilität).
wissen.de-Tipp: Fragen Sie beim Einstellungsgespräch bzw. bei den Vertragsverhandlungen nach einer betrieblichen Zusatzvorsorge und darin enthaltener Riester-Förderung. Von einer betrieblichen Rentenversicherung profitieren nämlich beide Seiten: Sie und Ihr Arbeitgeber.



