Die Beziehungsvorhersage
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Die Beziehungsvorhersage

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Wahrscheinlich war es noch nie so einfach wie heute, einen Partner zu finden, der zumindest theoretisch zu einem passt. Dating-Plattformen im Internet füttern Algorithmen mit Informationen von Suchenden, um für sie das beste Gegenstück zu finden. Doch lässt sich diese Berechenbarkeit auch auf eine Beziehung übertragen? Sprich: Lässt sich schon zu Beginn einer Partnerschaft vorhersagen, ob sie hält? Und wenn ja, was macht eine Paarbeziehung stabil?

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Wahrscheinlich war es noch nie so einfach wie heute, einen Partner zu finden, der zumindest theoretisch zu einem passt. Dating-Plattformen im Internet füttern Algorithmen mit Informationen von Suchenden, um für sie das beste Gegenstück zu finden. Doch lässt sich diese Berechenbarkeit auch auf eine Beziehung übertragen? Sprich: Lässt sich schon zu Beginn einer Partnerschaft vorhersagen, ob sie hält? Und wenn ja, was macht eine Paarbeziehung stabil?

Forschung mit Paaren

Bisher haben auch Psychologen keine eindeutige Antwort darauf. Dennoch haben sich in den vergangenen Jahren einige spannende Zusammenhänge abgezeichnet. So scheint beispielsweise die Streitkultur eine wichtige Rolle zu spielen. Die Art des Streitens könnte demnach ein Geheimnis langjährig glücklicher Paare sein – und die wahrscheinliche Dauer einer Beziehung verraten.

Christine Finn von der Universität Jena und ihre Kollegen haben sich nun auf die Suche nach weiteren Einflussfaktoren gemacht. Im Rahmen der Langzeitstudie "pairfam" haben sie dafür fast 2.000 Paare über sieben Jahre hinweg begleitet und befragt. 16 Prozent der Partnerschaften gingen in diesem Zeitraum in die Brüche.

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Wie entwickelt sich eine Beziehung

Wie die Forscher erklären, gibt es zwei wissenschaftliche Modelle, die den Verlauf einer Paarbeziehung unterschiedlich beschreiben. Eines beinhaltet, dass alle Paare zu Beginn etwa gleich glücklich sind. Endet die Beziehung mit einer Trennung, dann ist das auf Probleme zurückzuführen, die sich erst im Laufe der gemeinsamen Zeit entwickeln. Das zweite Modell geht davon aus, dass Paare bereits auf unterschiedlichen Glücksniveaus starten. Generell halten sie dieses demnach zwar, aber eine negativere Ausgangssituation erhöhe die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

"Wir haben nun herausgefunden, dass eine Mischung aus beiden Modellen wohl zutrifft", berichtet Finn. So fanden die Wissenschaftler bei ihren Auswertungen tatsächlich Hinweise auf ein unterschiedliches Ausgangsniveau an Glück. "Zusätzlich nimmt bei beiden Gruppen die Glücklichkeit ab – bei denen, die sich später trennen, passiert das allerdings deutlich rapider", so die Psychologin.

Ähnliche Bedürfnisse sind wichtig

Den Ergebnissen zufolge ist eine Prognose über die Dauer von Beziehungen zumindest in Teilen möglich: "Bereits zu Beginn einer Beziehung lassen sich Prädiktoren – also gewisse Vorhersagevariablen – finden, die Informationen darüber liefern, ob die Beziehung lange hält oder nicht."

Vor allem ähnliche Bedürfnisse sind demnach wichtig für die Langlebigkeit der Partnerschaft. Dies kann das Bedürfnis nach Nähe sein, aber auch der Wunsch, trotz Partner weiter eigene Interessen zu verfolgen. Harmonieren die individuellen Bedürfnisse beider Menschen miteinander, bleiben sie meist länger zusammen.

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Wie sinnvoll ist die Prognose?

Doch wie sinnvoll ist es überhaupt, sich Gedanken über die langfristigen Chancen der eigenen Beziehung zu machen und diese womöglich sogar zu berechnen? Finn sieht dies eher kritisch: "Uns geht es nicht darum, den allgemeinen Optimierungstrend weiter zu unterfüttern und eine Beziehung nur ergebnisorientiert mit der Aussicht auf Langlebigkeit zu führen. Wenn sich Paare nach einiger Zeit trennen, kann das trotzdem eine wertvolle und wichtige Phase in ihrem Leben sein – die möglicherweise die folgenden Beziehungen positiv beeinflusst", sagt sie.

Außerdem könnten Paare das Gemeinsame, wie das Ausleben von Nähe und Unabhängigkeit, auch bewusst steuern und daran arbeiten. Keine Beziehung sei von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ihrer Ansicht nach sollten die Ergebnisse daher nicht für allgemeine "Beziehungsvorhersagen" genutzt werden. Für Beratungsstellen und Therapeuten jedoch seien die Erkenntnisse der Studie durchaus wertvoll.

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