Die Anfänge einer großen Künstlerin
Geboren wird Zarah Leander am 15. März 1907 als Sara Stina Hedberg in Karlstadt als Tochter des Grundstücksmaklers Anders Lorentz Sebastian Hedberg und seiner Frau Matilda Ulrika. Sie wächst gemeinsam mit vier Brüdern auf. Früh lernt sie Violine und Klavier. Mit der deutschen Sprache und Kultur kommt sie durch ihr Kindermädchen und ihre Klavierlehrerin in Kontakt. Bei der Aufnahmeprüfung an der renommierten Schauspielschule „Kungliga Dramatiska Teatret“ scheitert sie ebenso wie an der Stockholmer Oper.
Dennoch nimmt sie 1929 der schwedische Revueveranstalter Ernst Rolf unter Vertrag. Zu der Zeit tritt sie als Chansonsängerin bereits unter dem Namen ihres geschiedenen Mannes Leander auf und aus der weichen Sara ist eine herbere Zarah geworden.
Konsequent verfolgt sie ihren Weg auf der Bühne und beim Film. Härte – wenn es ums Geschäft geht – wird ihr ebenso nachgesagt wie eine unbändige Lust auf Männer und Alkohol. Die Leander gilt als echte Diva.
Die „Femme fatale“ in Nazi-Deutschland
Nach der Emigration Marlene Dietrichs in die USA wird die Leander zum bestbezahlten Filmstar Deutschlands. Bis 1942 spielt sie in zehn Ufa-Filmen, darunter „Zu neuen Ufern“ (1937), „Es war eine rauschende Ballnacht“ (1939) und „Damals“ (1942). Die Drehbücher wählt sie selbst aus. Mit ihren Lieder wie „Kann denn Liebe Sünde sein" oder „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn" hat sie weltweit Erfolg. Hitler soll sie bewundert haben, Staatsschauspielerin zu werden lehnt die Diva allerdings ab. Dennoch gibt sie Wunschkonzerte für die Wehrmacht und Autogrammstunden für Soldaten. Vor kurzem aufgetauchte Tonbandprotokolle aus Moskauer Geheimarchiven sollen Gerüchte bestätigen, dass sie unter dem Decknamen „Rose-Marie“ für den sowjetischen Geheimdienst spioniert hat.
Rückzug und zweite Karriere
1943 verlässt sie Deutschland und zieht sich auf ihr Landgut Lönö in Schweden zurück. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie in Deutschland und Österreich Auftrittsverbot. Zum Comeback verhilft ihr 1947 der Genfer Rundfunk. 1948 trennt sich ihr zweiter Mann, der Journalist Vidar Forsell, von ihr. 1956 heiratet sie den Kapellmeister Arne Hülphers. Mit ihm geht sie auf Tourneen, spielt bald wieder Theater und kann an alte Erfolge anknüpfen. In den 1950er Jahren dreht sie auch wieder Filme, u. a. an der Seite von O.W. Fischer, Willi Forst und Toni Seiler. In den 1960er Jahren führen sie Konzerttourneen durch die ganze Welt. 1968 spielt sie ihr letzte Hauptrolle in dem Musical „Wodka für die Königin“, 1975 hat sie ihre letzte Theaterpremiere mit dem Musical „Das Lächeln einer Sommernacht“. 1979 gibt sie ihren endgültigen Abschied von der Bühne bekannt. Sie stirbt am 23. Juni 1981 in Stockholm an einer Gehirnblutung.



