Sonne, Mond und Sterne

Wir Menschen sind ja ganz gut zurecht gekommen im Leben vor der Uhr und dem Kalender: Die Sonne bestimmte unseren Lebensrhythmus von Tag und Nacht. Zusammen mit dem Mond gab sie auch den Takt für größere Zeitabschnitte vor – von Neumond zu Neumond, von Sonnenwende zu Sonnenwende.
Wer damals mit Freunden ein Treffen vereinbart hatte, konnte es allerdings nicht so genau nehmen. Die Möglichkeit zur Pünktlichkeit – nach unseren Vorstellungen – hatten unsere uhrlosen Urahnen eigentlich nur, wenn sie sich für Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang verabredeten. Andernfalls hieß es: Wer als Erster kommt, muss warten!
So konnte es natürlich nicht ewig weitergehen. Je mehr Menschen in größeren Siedlungen zusammenlebten, desto mehr wuchs das Bedürfnis nach Organisation und Abstimmung. In seiner Komödie “Die Weibervolksversammlung“, um 392 v. Chr. geschrieben, lässt Aristophanes die Bäuerin Praxagora zu ihrem Mann sagen: “Dein ganzes Geschäft ist, nach dem Schatten zu schauen, wenn er zehn Schuh misst: dann verfügst du gesalbt dich zum Essen.“ Die Szene zeigt, dass im antiken Griechenland die Wahrscheinlichkeit, ohne technische Hilfsmittel pünktlich sein zu können, größer war als beispielsweise im wolkenreichen “antiken Deutschland“. An diesen sonnigen Gestaden war jeder quasi seine eigene Sonnenuhr.




