Die erfolgreiche Bewerbungsmappe
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Die erfolgreiche Bewerbungsmappe

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nur wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann sich gut verkaufen, gezielt auf die Anforderungen von Stellenanzeigen eingehen und Fehleinschätzungen vermeiden. Eine solche Bewerber-Selbstanalyse ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Bewerbung.

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Nur wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann sich gut verkaufen, gezielt auf die Anforderungen von Stellenanzeigen eingehen und Fehleinschätzungen vermeiden. Eine solche Bewerber-Selbstanalyse ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Bewerbung.

Sind alle notwendigen Punkte, also die fachlichen und beruflichen Kompetenzen sowie die beruflichen Ziele und Motive, notiert, geht es an die Erstellung der Bewerbungsmappe.

Damit diese Unterlagen wirklich zum Erfolg führen, finden Sie in diesem Kapitel das notwendige Rüstzeug:

  • Deckblattgestaltung
  • Lichtbild
  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse

Anschließend zeigt Ihnen eine Checkliste auf einen Blick, welche Unterlagen für eine erfolgreiche Bewerbung auf eine Stellenanzeige notwendig sind.

Das Deckblatt

Bereits bei der Titelseite für eine Bewerbung scheiden sich die Geister. Viele aktuelle Ratgeber empfehlen ein Deckblatt mit Foto und persönlichen Daten. Es unterstreiche die Individualität und Kreativität des Bewerbers und hebe sich angenehm von den Unterlagen der Mitbewerber ab. Andere raten davon ab, weil ein Deckblatt die Bewerbungsunterlagen unnötig verlängere. Es sei eher nichts sagend und für die Personalchefs eigentlich nur unnötiger Ballast.

Verbindliche Aussagen zum Thema Deckblatt gibt es nicht. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er sich dafür oder dagegen entscheidet. Manchmal hängt Ihre Entscheidung auch von der Branche ab, in der Sie sich bewerben wollen. Von einem Grafiker muss sicherlich mehr Kreativität ausgehen als von einer Büroangestellten.

Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit einem Deckblatt versehen wollen, sollten Sie auf alle Fälle ein attraktives und informatives Beiwerk gestalten. Oberstes Ziel ist es, Interesse und Sympathie für das zu wecken, was sich hinter der Titelseite verbirgt.

Das Foto als Blickfang: Wählen Sie für das Deckblatt ein nicht allzu kleinformatiges Bild aus, schwarz-weiß oder in Farbe, je nach Vorliebe. Es muss nicht immer ein Passfoto sein, aber achten Sie darauf, dass die Größe ihrer Bewerbungsmappe angemessen ist. In einem eher konservativen Unternehmen ist ein seitenfüllendes Konterfei von Ihnen eher unpassend. Ideal sind professionelle Schnappschüsse, die Sie in einer natürlichen und freundlichen Pose zeigen, eventuell sogar bei der Tätigkeit, für die Sie sich gerade bewerben. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Bildkontraste stimmen.

Die richtige Schrift: Entscheiden Sie sich für eine bestimmte Schrifttype, zum Beispiel Arial, und bleiben Sie dabei. Das gilt auch für Anschreiben und Lebenslauf.

Die Schriftgrößen sowie die Textanordnungen können Sie variieren.

Inhalt: Hilfreich ist eine kurze Inhaltsangabe, was den Leser in Ihrer Bewerbungsmappe erwartet.

Die angegebene Reihenfolge muss mit dem tatsächlichen Inhalt übereinstimmen.

Lichtbild

Ein Foto sagt mehr als 1000 Worte, weiß ein Sprichwort. Daher ist ein Passfoto von hoher Qualität, das Sie in einer natürlichen und sympathischen Haltung zeigt, weit mehr als ein Hingucker. Dieses Foto hat großen Einfluss darauf, ob Sie einem Personalentscheider sympathisch oder unsympathisch sind.

Grundregeln für ein optimales Bewerbungsfoto

  • Ein Passfoto ist anderen Aufnahmen vorzuziehen.
  • Private Fotos sind für die Bewerbungsmappe ungeeignet.
  • Fotos, die älter als zwei Jahre sind, sind ebenfalls tabu.
  • Achten Sie auf hohe technische Qualität.
  • Lassen Sie aktuelle Fotos in einem Profistudio machen.
  • Besprechen Sie Ihre Wünsche mit dem Fotografen.
  • Die Wahl der Kleidung ist abhängig von der Position, für die Sie sich bewerben.
  • Frauen sollten sich nicht zu sehr schminken und auf übertriebenen Schmuck verzichten.
  • Die Frisur sollte zu Ihrem natürlichen Outfit passen.
  • Schreiben Sie Ihren Namen auf die Rückseite des Fotos, damit es nicht verloren geht.

Anschreiben

Das Anschreiben ist - neben dem Foto - Ihre Visitenkarte. Kurz und prägnant soll es sein und gleichzeitig das Interesse der Personalverantwortlichen wecken. Dazu muss Ihr Anschreiben aus der Masse der großen Zahl von Bewerbungen herausstechen, die täglich auf dem Schreibtisch von Personalchefs landen.

Wichtige Inhalte

  1. Briefkopf/Absender
  2. Adressat
  3. Ort/Datum
  4. Betreffzeile
  5. Anrede
  6. Einleitung
  7. Hauptteil
  8. Verabschiedung
  9. Grußformel
  10. Handschriftliche Unterschrift
  11. Anlagenvermerk

Briefkopf und Absender: Hierher gehören die vollständige Postanschrift und die Telefonnummer, unter der Sie tagsüber beziehungsweise abends erreichbar sind. Gegebenenfalls werden hier auch die Faxnummer und die E-Mail-Adresse angegeben. Haben Sie gedrucktes Briefpapier, sollten Sie überprüfen, ob wirklich alle notwendigen Angaben verzeichnet sind.

Adressat: Verwenden Sie die vollständige Anschrift der Firma, bei der Sie sich bewerben möchten. Am besten, Sie übernehmen den Adressat aus der Anzeige. Bei größeren Firmen gehört auch die Abteilung in die Adresse. Adressieren Sie Ihr Schreiben immer direkt an eine Person. Falls Sie keinen Ansprechparner haben, fragen Sie telefonisch im Sekretariat nach. Sie können diese Gelegenheit auch zur ersten persönlichen Kontaktaufnahme nutzen. Vergewissern Sie sich, ob die Schreibweise des Namens richtig ist.

Ort und Datum des Anschreibens: Das ist auch für Sie wichtig, damit Sie später wissen, wann Sie sich bei dem Unternehmen beworben haben.

Achten Sie auf die Schreibweise des Datums.

Seit 1996 gilt nach der DIN 5008 für Geschäftsbriefe die internationale Schreibweise für das Datum: Jahr - Monat - Tag, also 2001-10-25. Auch die so genannte alphanumerische Schreibweise 25. Oktober 2001 ist nach wie vor gültig. Bei international tätigen Unternehmen sollten Sie aber auf jeden Fall die internationale Schreibweise wählen.

Der Betreff: In der "Betreff"-Zeile nennen Sie kurz den Grund der Bewerbung (z.B. "Ihre Anzeige vom 20./21.Oktober 2001 - Bereichscontroller/in - in der ZEIT." oder bei Initiativbewerbungen "Bewerbung als Systemingenieur...").

Achtung: Betreff: oder Betrifft: schreibt man heute nicht mehr.

Die korrekte Anrede: Wenn Ihnen kein Ansprechpartner bekannt ist, verwenden Sie die allgemein übliche Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren,..." oder "Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,... "). Allgemeine Anreden sind jedoch nur eine Notlösung. Standard sollte ein direkter Ansprechpartner sein.

Wenn Sie Ihren Ansprechpartner kennen, schreiben Sie bitte den vollständigen Titel ("Sehr geehrte Frau Dr. Müller,... ").

Übrigens: Nach dem Komma wird klein weiter geschrieben.

Die Einleitung: In der Einleitung sollten Sie möglichst schnell zur Sache kommen und dabei den Grund für Ihre Bewerbung nennen.

Der Hauptteil: Die Angaben zu Ihrer Person im zweiten Absatz müssen folgende Punkte beinhalten: Alter, biographischer Hintergrund, berufliche Qualifikation und eine kurze Beschreibung Ihrer bisherigen Tätigkeiten. Dazu gehören gegebenenfalls auch Ihre besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse. Tipp: Stellen Sie Ihre Qualifikationen und Interessen den Anforderungen des Unternehmens gegenüber.

Im dritten Absatz begründen Sie, warum Sie unbedingt bei dieser Firma arbeiten wollen (- und nicht bei einer anderen). Tipp: Die dazu notwendigen Kenntnisse über das Unternehmen finden Sie häufig schon in der Anzeige der Firma. Zudem schadet es nie, sich um weitere Informationen zu kümmern.

Ein vierter Absatz gibt Raum für Referenzen und vorsichtig formulierte Gehaltsvorstellungen. Allerdings nur, wenn es in der Anzeige ausdrücklich verlangt wird. Ansonsten ist es besser, das Thema Gehalt auf das Vorstellungsgespräch zu verschieben. Auch die Nennung des frühesten Eintrittstermins hat hier ihren Platz.

Vergessen Sie gegebenenfalls nicht den Hinweis, dass Ihre Bewerbung vertraulich gehandhabt werden sollte.

Der Schlusssatz: Im Schlusssatz erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch/Kennen lernen freuen würden.

Die Grußformel: Schließen Sie Ihr Bewerbungsschreiben mit der üblichen Grußformel "Mit freundlichen Grüßen".

Die Unterschrift: Unterschreiben Sie leserlich mit Vor- und Nachnamen. Sollte Ihre Unterschrift einen "besonderen Schwung" haben, die Ihren Namen nicht auf Anhieb erkennen lässt, sollten Sie Ihren Namen noch einmal in Maschinenschrift darunter setzen.

Anlagen: Notieren Sie unten links, gemäß DIN 5008, diejenigen Unterlagen, die Sie Ihrem Anschreiben beilegen. Also etwa: "Anlagen: Bewerbungsmappe"

Lebenslauf

Der Lebenslauf muss die wichtigen Stationen Ihrer Ausbildung und des beruflichen Werdegangs auf einen Blick erfassbar machen. Besonderen Wert sollten Sie dabei auf die jüngsten beruflichen Stationen legen.

Das müssen Sie beim Schreiben des Lebenslaufes bedenken

Der Lebenslauf sollte tabellarisch, übersichtlich und chronologisch aufgebaut und vor allem vollständig sein. Der Empfänger muss mit einem Blick das Wesentliche erfassen können.

Ehrlichkeit ist Trumpf. Vertuschen Sie nichts und erklären Sie auch mögliche Lücken im Ablauf ihres schulischen oder beruflichen Werdegangs.

An den Beginn stellen Sie Ihre persönlichen Daten

  • Name
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Nationalität (in der Regel nur bei Ausländern)
  • Familienstand
  • Eltern und Geschwister (Angabe nur bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz, später nicht mehr).

Anschließend folgen die Ausbildungsdaten, der berufliche Werdegang und weitere Kenntnisse.

Zeugnisse

Verschicken Sie niemals die Originale, sondern nur Kopien Ihrer Zeugnisse. Diese Kopien müssen allerdings von einwandfreier Qualität sein.

Es kommt selten vor, dass Firmen beglaubigte Kopien Ihrer Zeugnisse verlangen. Solche Beglaubigungen werden von Einwohnermeldeämtern, Bürgerbüros, Schulen und Studentensekretariaten, aber auch von Kirchenämtern durchgeführt.

Manchmal wird auch ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Das beantragen Sie beim Einwohnermeldeamt. Die Ausstellung dauert in der Regel etwa 14 Tage.

Wenn Sie mindestens zehn Jahre Berufserfahrung mitbringen, brauchen Sie Ihre Schulzeugnisse nicht mehr beizulegen.

Auch Grundschulzeugnisse gehören nicht zu den Bewerbungsunterlagen.

Welche Zeugnisse und/oder Bestätigungen sind bei einer Bewerbung zu berücksichtigen?

  • Arbeitszeugnisse
  • Praktikumszeugnisse, Zeugnisse aus Tutoren-/studentischen Hilfskrafttätigkeiten etc.
  • Zeugnisse aus selbständigen Tätigkeiten - falls vorhanden
  • Abiturzeugnis bzw. Zeugnis zur Hochschulberechtigung wie Hochschulreifezeugnis
  • Ausbildungs-/Facharbeiter/in-Zeugnis
  • Vordiplom falls das Studium noch nicht abgeschlossen ist
  • Diplomzeugnis
  • Weiterbildungszeugnisse etc.
  • Sprachzeugnisse, Sprachzertifikate
  • Bescheinigungen über Sprach- und/oder Studienaufenthalte
  • Computerkurszertifikate
  • Kongressteilnahmen
  • Veröffentlichungen
  • Teilnahme an Lehrgängen, Eigenstudien etc.
  • Auslandsaufenthalte (Studium/Arbeit/Freizeit)

Wenn Ihre Bewerbung erfolglos bleibt, werden Sie selten die Gründe erfahren. Es kann an der Gestaltung Ihrer Unterlagen gelegen haben oder auch an den Aussagen über Ihr Arbeitsverhalten in Ihren Zeugnissen. Zwar gibt es keine einheitliche "Zeugnissprache", doch die Personalfachleute haben sich einen Code erarbeitet, den der Laie nur selten versteht.


Checkliste

Checken Sie Ihre komplette Bewerbung noch einmal durch, bevor Sie alle Unterlagen ins Kuvert packen und abschicken.

Zu einer erfolgreichen Bewerbung gehören:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • aktuelles (Pass-)Foto
  • Zeugnisse
  • Fortbildungszertifikate
  • Arbeitsproben
  • Handschriftenprobe (nur falls ausdrücklich gefordert)

Letzter Check vor dem Absenden

  • Liegen alle Unterlagen bei, die in der Anzeige verlangt werden?
  • Ist das Foto rechts oben auf den Lebenslauf geklebt?
  • Ist die Rückseite mit Namen und Anschrift versehen?
  • Sind Anschreiben, Lebenslauf und die eventuell geforderte Handschriftenprobe datiert und unterschrieben?
  • Prüfen Sie die Bewerbung noch einmal auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
  • Liegen alle Unterlagen in der richtigen Reihenfolge: Anschreiben lose obenauf, Lebenslauf mit Foto, Zeugnisse, sonstige Anlagen?
  • Sind die Zeugnisse zeitlich richtig geordnet? (Das jüngste Zeugnis gehört oben auf.)
  • Sind Kopien aller Unterlagen angefertigt?
  • Sind Firmenanschrift und Name des Ansprechpartners auf dem Umschlag und auf dem Anschreiben richtig geschrieben?
  • Ist der Umschlag im richtigen Format (DIN A4), fest genug (Karton auf der Rückseite) und ausreichend frankiert?

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