Die Fotografen der Stars
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Die Fotografen der Stars

Bild: Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Bewegtbild, Standbild: Sie gehören seit jeher zusammen. Denn ist das Bewegtbild nicht ohnehin eine Aneinanderreihung von Standbildern?

Magnum am Set

Bewegtbild, Standbild: Sie gehören seit jeher zusammen. Denn ist das Bewegtbild nicht ohnehin eine Aneinanderreihung von Standbildern?

Seit Beginn des Kinos haben Fotografen Schlüsselszenen und Porträts der großen Stars auf Foto gebannt. Häufig dienten diese Fotos als Material für Filmposter oder Werbung. Was sie Fans und Kinogängern auch noch ermöglichten, war der Blick hinter die Kulissen - auf die Arbeiten am Set mit Schauspielern, Technikern und Regisseuren. Was sie darüber hinaus liefern, ist ein perfektes Abbild der Zeit, in der ein Film gedreht wird.

"Magnum am Set" enthält Fotos berühmter Fotografen wie W. Eugen Smith, Nicola Tikhomirff, Inge Morath und Elliot Erwitt. "Von Chaplin bis Malkovich, von Alamo bis Zabriskie Point" – nicht ein Meilenstein der Kinogeschichte wurde hier ausgelassen. Ob der erbitterte Kampf von Gregory Peck gegen einen riesigen, weißen Wal in "Moby Dick", der steinige Weg von James Dean zum Erwachsenwerden in "Denn sie wissen nicht, was sie tun" oder die klaustrophobische Atmosphäre in "Tod eines Handlungsreisenden" mit John Malkovich und Dustin Hoffman - diese Filme haben Geschichte geschrieben. Die Fotos haben großes Potenzial, nun auch Geschichte zu schreiben.

"Alamo" (1959), Regie: John Wayne, Foto: Dennis Stock

Was wäre Hollywood ohne den Wilden Westen und was wäre der Wilde Westen ohne Hollywood? Beide sind ein Mythos. Und Schauspieler wie John Wayne haben diesen Mythos weiter genährt.

Das Foto zeigt das legendäre Raubein in einem Moment fern von jeglicher stilisierter Tapferkeit oder lässigem Draufgängertum. Er geht zum Filmset. Ein Arbeiter am Set trägt eine Pferde-Atrappe hinterher – und betont die Unwirklichkeit von Hollywood und Wildem Westen.

"Plötzlich im Sommer" (1960), Regie: Joseph L. Mankiewicz, Foto: Burt Glinn

Hollywoods erste Schauspieler-Liga hat in seinen literarischen Vorlagen mitgespielt: Tennessee Williams. Auf dem Foto ist eine Szene des psychologischen Dramas "Plötzlich im Sommer" zu sehen. Elizabeth Taylor geht eine Wendeltreppe hoch, weiß nicht, was sie oben erwartet. Die Bildkomposition ist stark: Der Betrachter guckt entweder in Taylors Augen oder aber er folgt ihrem Blick nach oben.

Magnum am Set. Von Chaplin bis Malkovich, von "Alamo" bis "Zabriskie Point": Hrsg. von Isabel Siben und Andrea Holzherr, Texte von Hans Helmut Prinzler, 140 Seiten, 128 Abbildungen in Farbe und Duotone, 29,80 €

Wenn Ihnen die Rezension Lust auf mehr gemacht hat, können Sie das Buch hier bestellen.

Henri Cartier-Bresson. Sein 20. Jahrhundert

Welcher Fotograf des 20. Jahrhunderts hat einen vergleichbaren Einfluss auf die Fotografie als Kunstform gehabt wie Cartier-Bresson? Die Frage scheint provokativ, dennoch ist sie gerechtfertigt. Künstlerisch war der gebürtige Franzose in mehrfacher Hinsicht aktiv: Er war Maler, Schauspieler, Filmmacher und vor allem eben Fotograf. Ein weltberühmter noch dazu.

In seinem neuen Buch begleitet und dokumentiert Cartier-Bresson das 20. Jahrhundert auf 376 Seiten. Und geht dabei auf eine weite Reise mit dem Leser, denn er war auch ein Weltenbummler. Fotos aus Europa, Asien, Afrika sowie Amerika zeigen, dass Cartier-Bresson nicht nur Porträt-Fotograf, sondern auch Fotojournalist war. Er prägte den Ausdruck "The Decisive Moment" und meinte damit den Sekundenbruchteil, der den Kern einer Szene einfängt - idealerweise natürlich der Moment, in dem der Fotograf auf den Auslöser drückt. Er nutzte ausschließlich seine Leica 35mm Kamera und entwickelte sich zum Meister des "Decisive Moment".

1947 gründeten Cartier-Bresson, Robert Capa, David Seymour und George Rodger die Agentur Magnum Photos. Sie gaben dem Fotostil von Anfang an die typische Richtung als Mix aus Kunstform und Reportagestil, der ihn bis heute auszeichnet.

Hyères, Frankreich, 1932

Cartier-Bresson hat den "Decisive Moment" in einer Szene eingefangen: als der Radfahrer die kurvige Straße herunterrast und die statische Kulisse durchbricht.

Juvisy, Frankreich, 1938

Ein Jahr vor Ausbruch des II. Weltkriegs entstand dieses Foto einer sommerlichen Picknick-Szene. Und wirft Fragen auf: Waren die Männer und Frauen rudern? Was sehen sie auf dem anderen Flussufer? Was ist mit ihnen ein Jahr später geschehen?

Henri Cartier-Bresson: Sein 20. Jahrhundert, 376 Seiten, 352 Duotone-Tafeln, 110 Farbabbildungen, 58 €

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