Die Kosmetik der Kleopatra
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Die Kosmetik der Kleopatra

Bild: Foto: Markus Willimann, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Lange vor dem Bau der ersten Pyramiden gab es in Ägypten eine hoch entwickelte Kosmetikindustrie, um dem kultischen und profanen Bedarf gerecht zu werden. Denn der Gedanke körperlicher Reinheit und Hygiene war den Ägyptern sehr wichtig. Nicht nur der riesige Pharaonenhof, sondern auch das einfache Volk fühlte sich der Körperpflege verpflichtet. Das tägliche Waschen war ein Muss. Zusätzlich schabte man sich mit besonderen Geräten ab, um vollständig sauber zu werden. Das Eincremen nach dem Waschen diente sowohl der Desinfektion als auch zum Schutz vor der sengenden Sonne.

Make-up: keine Frage des Geschlechts

Lange vor dem Bau der ersten Pyramiden gab es in Ägypten eine hoch entwickelte Kosmetikindustrie, um dem kultischen und profanen Bedarf gerecht zu werden. Denn der Gedanke körperlicher Reinheit und Hygiene war den Ägyptern sehr wichtig. Nicht nur der riesige Pharaonenhof, sondern auch das einfache Volk fühlte sich der Körperpflege verpflichtet. Das tägliche Waschen war ein Muss. Zusätzlich schabte man sich mit besonderen Geräten ab, um vollständig sauber zu werden. Das Eincremen nach dem Waschen diente sowohl der Desinfektion als auch zum Schutz vor der sengenden Sonne.

Die Körperpflege schloss auch dekorative Kosmetik ein. Kajal, Lidschatten, Rouge und Lippenstift waren im alten Ägypten von erheblicher Bedeutung. Und das nicht nur bei Frauen: Körperpflege und Kosmetik war eine Sache beider Geschlechter. Männer trugen ganz selbstverständlich regelmäßig Make-up, teilweise sogar intensiver als ihre Frauen. Ursprünglich hatte das Schminken wohl hygienische und medizinische Gründe und diente zum Schutz vor Insekten, Sandreiz und allzu hellen Sonnenstrahlen. Aber der kosmetische Effekt blieb selbstverständlich niemandem verborgen, sodass Make-up auch einfach um der Schönheit willen getragen wurde.

Die Augen: Inbegriff der Schönheit

Gerade auf das Schminken der Augen legten die Ägypter besonderen Wert. Nicht zufällig ist die Hieroglyphe für "Schönheit" das so typisch ägyptisch wirkende Auge: Sie waren der Inbegriff von Schönheit. Als Grundlage für das Augen-Make-up wurden tierische Fette wie Rindertalg, Geflügelfett und Schafsfett sowie diverse Öle und Bienenwachs benutzt. Diesen Grundsubstanzen wurden Pigmente auf Metallbasis in pulverisierter Form zugesetzt. Malachit, ein Mineral, das grüne Kupfersalze enthält, wurde für grünen Lidschatten benutzt. Blauer Lidschatten enthielt entweder das wahrscheinlich zufällig bei der Glasherstellung entdeckte Kupfer-Natriumsilikat oder pulverisierten Lapislazuli. Graue Töne wurden mit schiefergrauem Galenit, einem Bleierz erreicht, aber auch mit Antimon, einem silber-weiß glänzenden Metall. Rot erzielte man mit Hämatit, einem Eisenerz von blutroter Farbe.

Mit diesen schwarzen, grünen, blauen und roten Pasten zogen die Ägypter ihre Augen bis zu den Schläfen nach. Kleopatra benutzte blauen Lidschatten aus pulverisierten Lapislazuli für die oberen Lider und Malachit für die unteren. Die Wimpern und Augenbrauen färbte sie mit Kohle und feinem Bleiglanzpulver, das mit Schafsfett vermischt war. Andere Ägypterinnen bevorzugten graue Wimpern und Augenränder. Charakteristisch war der bis an die Schläfen verlängerte schwarze Lidstrich. Dieser Kajal bestand neben der Fettpaste aus Bleisulfid oder schwarzem Eisenoxid und Ruß und wurde in Pflanzenstängeln aufbewahrt. Eine solche Augenverschönerung sollte aber nicht nur die Augen größer aussehen lassen. Man hoffte damit auch weit verbreitete Augenkrankheiten in den Griff zu kriegen. Und nicht zuletzt sollte dieses Make-up auch gegen den bösen Blick helfen.

Körperbemalung: ein beliebter Schmuck

Für die Verzierung von Wangen und Lippen verwandte man Ockerpuder. Manche Quellen schreiben den Ägyptern sogar die Erfindung des Lippenstifts zu. Ein Brei aus Ocker und Öl soll mit Hilfe von Bienenwachs zu schmalen Stiften geformt worden sein. Im Gegensatz zu den vielen Pudern und Pasten ist leider kein einziger dieser Stifte unter den vielen Ausgrabungsgegenständen gefunden worden. Aber das mag am heißen Wüstensand gelegen haben.

Auch Körperbemalung fand bei den Ägypter großen Zuspruch. Mit Henna gingen sie recht großzügig um und verzierten Fingernägel, Handflächen, Füße und Haare. Dazu wurde der rötlich braune Farbstoff aus dem ägyptischen Hennastrauch mit Katechu eingedickt, einem gerbstoffhaltigen Extrakt aus der Rinde, dem Holz oder den Früchten verschiedener Bäume. Zum Parfümieren setzten sie Myrren- und Lilienöl, Rosenextrakt sowie Essenzen aus Zimt und Iris ein. Und auch das Augenbrauen-Zupfen ist keine Erfindung der Neuzeit: Schon damals dienten Pinzetten und Klingen zum Entfernen störender Haare. Der ästhetische Idealkörper der Ägypter war nämlich vollkommen haarlos.

Make-up: teuer und magisch

Der Verbrauch an Salben und Ölen muss im pharaonischen Ägypten enorm gewesen sein. Allein für die Mumifizierung wurden Unmengen davon gebraucht. Immer wieder mussten Expeditionen in weit entfernte Länder aufbrechen, um neue Rohstoffquellen zu erschließen. Ein ausgedehntes Handelsnetz machte das möglich. Entsprechend teuer waren aber die Salben und Öle. So gab es am Hof des jeweiligen Pharaos eigene Beamte, die die kostbaren Ingredienzien in wertvollen Gefäßen aufbewahrten und verwalteten. Die Herstellung der fertigen Kosmetika wurde sehr oft von Priestern in den Tempeln übernommen. So sollte zusätzlich zum dekorativen Ergebnis auch eine magische und symbolische Wirkung sicher gestellt werden. Im Tempel von Edfu, der im Jahr 237 v. Chr. erbaut wurde, gibt es noch heute Rezepturen der damaligen Kosmetika.

Das Britische Museum räumte im Jahr 2001 übrigens mit dem Mythos Kleopatra gründlich auf. Elf Statuen der mächtigen Königin stellten sie aus - alle klein, dick und hässlich. Nach Meinung der Ausstellungsmacher waren es vor allem ihre angenehme Stimme und ihr Charme, der Kleopatra so anziehend machte. Das Bild, das wir heute von ihr haben, sei vor allem durch Filme mit Elizabeth Taylor, Vivian Leigh und Sophia Loren geprägt worden, so der Tenor. Aber wie auch immer sie letztendlich aussah, eine faszinierende Persönlichkeit war die ägyptische Königin auf jeden Fall.

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