Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Leben & Lifestyle/Artikel
Die Mär von den gefährlichen Flüchtlingen
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Die Mär von den gefährlichen Flüchtlingen

Es ist das wohl heikelste Thema im Zusammenhang mit dem Flüchtlingszustrom der vergangenen Jahre: die Kriminalität von Migranten und Asylbewerbern. Stand die Welle der Einwanderung nach Deutschland zunächst ganz im Zeichen der viel zitierten Willkommenskultur, kippte die Stimmung spätestens in der Silvesternacht von…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Es ist das wohl heikelste Thema im Zusammenhang mit dem Flüchtlingszustrom der vergangenen Jahre: die Kriminalität von Migranten und Asylbewerbern. Stand die Welle der Einwanderung nach Deutschland zunächst ganz im Zeichen der viel zitierten Willkommenskultur, kippte die Stimmung spätestens in der Silvesternacht von 2015 auf 2016.

Damals kam es in Köln zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen. Die Täter: hauptsächlich junge Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum – darunter etliche Asylsuchende. Ein Jahr später wühlte dann der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt erneut die Gemüter auf. Denn der Attentäter Anis Amri war in der Bundesrepublik als Asylbewerber registriert.

Artikelbild

thinkstock.com, jinga80

Gefährliche Kriminelle?

Immer wieder werden seitdem Vorwürfe laut, mit den Flüchtlingen kämen überdurchschnittlich viele, gefährliche Kriminelle ins Land. Vor allem vom rechten Rand der Gesellschaft wird dieses Argument gerne angeführt, um gegen ausländische Schutzsuchende zu hetzen. Eine Studie vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung nimmt diesen Menschen nun jedoch den Wind aus den Segeln.

Für die Untersuchung haben Wissenschaftler Informationen der Polizeilichen Kriminalstatistik und des Ausländerzentralregisters aus den Jahren 2010 bis 2015 ausgewertet. Sie wollten wissen: Welchen Einfluss hat die Zuwanderung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen auf unterschiedliche Deliktarten in Deutschland?

Kein pauschaler Anstieg

Die Auswertung zeigt: Der Flüchtlingszuzug hat zumindest keinen pauschalen Anstieg der Kriminalität zur Folge gehabt. Zwar offenbart eine erste Analyse aller Deliktarten, dass ein Anstieg der Asylbewerberzahl auch mit einem Anstieg der Kriminalitätsrate verbunden ist. Allerdings handelt es sich bei den kriminellen Aktivitäten, die zu diesem Anstieg führen, zumeist um migrationsspezifische Delikte.

Hierzu gehören beispielsweise Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz – Taten, die von der einheimischen Bevölkerung gar nicht begangen werden können. Rechnet man diese Art von Delikten aus der Statistik heraus, verändert sich die Kriminalitätsrate in einem Kreis durch den Zuzug Asylsuchender nicht signifikant.

Mehr gewaltfreie Delikte

Etwas anders sieht das bei der Gruppe der bereits anerkannten Flüchtlinge aus. Sie treiben vor allem die Zahl gewaltfreier Delikte wie Diebstahl und Betrug in die Höhe. Steigt der Anteil der anerkannten Flüchtlinge im Kreis um einen Prozentpunkt, so erhöht dies den Anteil der tatverdächtigen Flüchtlinge um gut 0,4 Tatverdächtige pro 100 Einwohner, wie die Forscher berichten. Mit Blick auf gefährlichere Vergehen wie Gewaltverbrechen, Raub oder Sexualdelikte lässt sich dagegen kein Anstieg des Kriminalitätsniveaus feststellen.

Schuld an dem Anstieg der gewaltfreien Delikte sind der Studie zufolge vor allem solche Flüchtlinge, die in Regionen ziehen, in denen schon viele weitere Migranten gleicher Nation leben. Dies betrifft insbesondere Großstädte wie Berlin, München, Hamburg und Köln sowie Regionen wie das Ruhrgebiet und die Rhein-Main-Region.

Artikelbild

iStock, the hague

Faktor Bildung

Frühere Analysen haben gezeigt, dass insbesondere Einwanderer mit einem niedrigen Bildungsniveau bevorzugt Wohnorte wählen, an denen bereits etliche Mitbürger der eigenen Ethnie leben. Gleichzeitig erhöht ein niedriges Bildungsniveau allgemein die Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden – auch bei gebürtigen Deutschen. Dies könne den beobachteten Zusammenhang womöglich erklären, schreiben die Autoren.

Und noch etwas zeigt die Untersuchung: Auch auf das kriminelle Verhalten der einheimischen Bevölkerung hat die Zahl der Flüchtlinge keinen Einfluss. Insgesamt ergeben sich demnach keine Hinweise darauf, dass die Kriminalität in Deutschland durch die Flüchtlingseinwanderung kurzfristig pauschal zugenommen hat. Fundierte Aussagen zu langfristigen Auswirkungen seien dagegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, schließt das Team

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach
Leben & Lifestyle

DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach

30. September 2026

Eine wachsende Untergrund-Bewegung baut Open-Source-Fahrassistenzsysteme in normale Autos ein. Die Praxis wirft drängende Fragen zu Verkehrssicherheit, Haftung und der Zukunft autonomer Technologie auf.

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern
Leben & Lifestyle

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern

1. April 2026

Tischtennis gilt oft als Freizeitspiel, das in Kellern, Schulhöfen oder Parks stattfindet. Gleichzeitig zählt es zu den schnellsten Rückschlagsportarten überhaupt. Der Ball kann Geschwindigkeiten von über 100 km/h…

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?
Leben & Lifestyle

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?

31. März 2026

Der Hausbau in Deutschland wird seit einigen Jahren von zunehmend strengen energetischen Auflagen begleitet. Seit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) am 1. November 2020 gelten für Neubauten einheitliche…

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen
Leben & Lifestyle

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen

25. März 2026

Laufen gehört zu den beliebtesten Ausdauersportarten, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken und den Kopf nach einem langen Arbeitstag freizubekommen. Doch bei jedem Schritt wirken Kräfte auf den Körper ein, die das…

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite