Die "Todesfuge" von Paul Celan
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Die "Todesfuge" von Paul Celan

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In seinem berühmten Gedicht "Todesfuge" erhebt der Lyriker Paul Celan (1920–1970) eine Klage über die unmenschliche Verfolgung und die grausame Tötung der Juden im Deutschland des Nationalsozialismus, die sich im Verlauf des Gedichts immer mehr zur Anklage verdichtet.

In kanonartig, wie Themen einer Fuge nacheinander gesetzten Bildern, Motiven, Andeutungen von Vorgängen, die auftauchen, verschwinden, wieder aufgegriffen, leicht variiert und miteinander verknüpft werden, entsteht ein eigentümliches Geflecht von Aussagen, die das grausame Geschehen zunächst erahnen und dann in der eindrucksvollsten Weise deutlich werden lassen. Im letzten Drittel des Gedichts taucht dann erst diese unverhüllte, mehrmals wiederholte Aussage "der Tod ist ein Meister aus Deutschland" auf, die nun den Verursacher, den Schuldigen nennt und anklagt.

Eine mehrteilige Fernsehdokumentation von der Journalistin Lea Rosh und dem Historiker Eberhard Jäckel über die Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus, die 1990 ausgestrahlt wurde, trug den Titel: "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland".

"Schwarze Milch der Frühe"

Die expressionistische Sprache des Lyrikers Paul Celan mit ihrer eigenen Welt von Bildern, Farben, Motiven und Symbolen, beeinflusst von Symbolismus und Surrealismus, ist nicht leicht zu verstehen, die Gedichte sind logisch oft nur schwer erfassbar.

Ein einzelnes Beispiel dafür ist die in ihrer Kühnheit bekannt gewordene Metapher, mit der das berühmte Gedicht "Todesfuge" einsetzt: "Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends/ Wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts (...)". Das Gedicht über die unmenschliche Verfolgung und grausame Tötung der Juden im Deutschland des Nationalsozialismus ist Klage und Anklage zugleich. Die Auflösung der sittlichen Ordnung, die sich in dem grausigen Geschehen manifestiert, wird in unterschiedlichen Bildern und Vorgängen sichtbar. Die paradox formulierte Metapher gleich zu Beginn des Gedichts ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Sie wurde zu einer Art Chiffre für das durch Pervertierung menschlicher Ordnungen entstandene Leid.

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