Die Widerstandsorganisation Weiße Rose wurde im Juni 1942 von den Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell gegründet, nachdem sie bei einem Fronteinsatz in Polen Zeugen von Massenermordungen geworden waren. Nach und nach schlossen sich Christoph Probst, Sophie Scholl, Willi Graf und Professor Huber an. Ihr Widerstand war ethisch und christlich motiviert.
Die Weiße Rose forderte Studentenschaft und Bevölkerung zum Widerstand und zur moralischen Erneuerung Deutschlands auf. Das Zentrum war München, doch auch in anderen Städten fanden sie durch ihre Flugblätter Anhänger, vorwiegend aus dem bürgerlich-akademischen Milieu. Insgesamt rief die Weiße Rose durch sechs Flugblätter und mit Wandparolen an der Münchner Universität und anderen Münchner Gebäuden ("Nieder mit Hitler", "Freiheit") zum Widerstand gegen Hitlers Regime auf.
Die stets mit "Die Weiße Rose" unterzeichneten Flugblätter des Widerstandskreises waren der Geheimen Staatspolizei seit langem ein Dorn im Auge; sie vermutete ihre Urheber in der Münchner Universität.
Tod durch das Fallbeil
Am 16. Februar 1943 berief der Münchner Gauleiter Paul Giesler eine Versammlung ein, um die Studenten zu größerem Einsatz für die "Volksgemeinschaft" aufzufordern. Er erntete für seine Ausführungen aber keinerlei Beifall. Als er sich schließlich in beleidigender Weise an die Studentinnen wandte, kam es zu lautstarken Protesten, die darin gipfelten, dass Giesler und seine Leibgarde mit Gewalt aus dem Universitätsgebäude vertrieben wurden. Daraufhin kam es am Nachmittag in den Straßen der Stadt zur ersten offenen Kundgebung gegen das NS-Regime seit zehn Jahren.
Ermutigt durch dieses Ereignis verteilten die Geschwister Scholl zwei Tage später das sechste Flugblatt. Bei ihrer Festnahme führte Hans Scholl ein Flugblattentwurf von Christoph Probst bei sich, so dass auch dieser festgenommen wurde.
In der Urteilsbegründung des Volksgerichtshofs, der den Prozess unter Vorsitz seines Präsidenten "Blutsrichter" Roland Freisler durchführte, hieß es u.a.: "Wenn solches Handeln anders als mit dem Tod bestraft würde, wäre der Anfang einer Entwicklungskette gebildet, deren Ende einst 1918 war." Im Verlauf des Verfahrens stellte Sophie Scholl dem Vorsitzenden die Frage: "Sie wissen so gut wie ich, dass der Krieg verloren ist. Warum sind Sie so feige, das nicht zugeben zu wollen?"
Die Geschwister Scholl und Christoph Probst wurden zum Tode durch das Fallbeil verurteilt. Noch im selben Jahr wurden Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell ebenfalls hingerichtet. Weitere Unterstützer wurden in der Folge mit dem Tod bestraft.



