Die Zukunftstrends auf dem Arbeitsmarkt
Leben & Lifestyle

Die Zukunftstrends auf dem Arbeitsmarkt

Bild: Foto: Whiting Manufacturing Co., CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sichere Arbeitsverhältnisse mit Kündigungsschutz und anderem mehr werden in Zukunft eher Ausnahmen sein. Stattdessen werden die meisten Berufstätigen als "Jobhopper" eine ganze Palette von verschiedenen Arbeiten ausführen müssen, um ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Versteifen Sie sich bei Ihrer Karriereplanung also nicht darauf, eine Festanstellung zu bekommen, die Sie bis zum Rentenalter nährt. Solche Arbeitsverhältnisse wird es vermutlich bald nur noch im öffentlichen Dienst geben. Stellen Sie sich lieber auf befristete Arbeitsverträge ein, möglicherweise sogar als Freiberufler.

Jobhopper im Kommen

Sichere Arbeitsverhältnisse mit Kündigungsschutz und anderem mehr werden in Zukunft eher Ausnahmen sein. Stattdessen werden die meisten Berufstätigen als "Jobhopper" eine ganze Palette von verschiedenen Arbeiten ausführen müssen, um ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Versteifen Sie sich bei Ihrer Karriereplanung also nicht darauf, eine Festanstellung zu bekommen, die Sie bis zum Rentenalter nährt. Solche Arbeitsverhältnisse wird es vermutlich bald nur noch im öffentlichen Dienst geben. Stellen Sie sich lieber auf befristete Arbeitsverträge ein, möglicherweise sogar als Freiberufler.

Die künftige Arbeitswelt ist von folgenden Trends geprägt:

  • Informationsgesellschaft
  • Tertialisierung des Arbeitsmarktes
  • Globalisierung
  • Technisierung und Automatisierung
  • Virtualisierung

Informationsgesellschaft

Um Informationen zu einem bestimmten Thema zu finden, musste man früher mühselig in den unterschiedlichsten Zeitungen, Zeitschriften und Büchern recherchieren. Heute erhält man sozusagen auf Knopfdruck all diese Informationen im Internet. Immer schneller, immer dichter und immer zahlreicher werden Informationen in unserer heutigen Gesellschaft für immer mehr Menschen verfügbar. Waren früher Kapital, Boden und Arbeit die grundlegenden Produktionsfaktoren, so steht nun die Information, gekoppelt mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit, an erster Stelle. Doch nicht jeder ist in der Lage, diese gigantische Informationsflut sinnvoll zu nutzen, geschweige denn, sie professionell zu sichten, zu analysieren, zu bewerten und für die jeweiligen Zwecke in Interpretationsmodelle, Handlungsvorschläge oder Vereinbarungen umzusetzen. Der Bedarf an Fachkräften wird hier in Zukunft also bestehen bleiben.

Tertialisierung des Arbeitsmarktes

Der wirtschaftliche Strukturwandel, der seit einigen Jahren zu beobachten ist, führt immer mehr zu einer so genannten Tertialisierung des Arbeitsmarktes. Dienstleistungen nehmen also fortlaufend an Bedeutung zu.

Die Tertialisierung gliedert sich in drei Punkte:

  • Dienstleistungsintensität der Produktionsprozesse
    Gerade im Produzierenden Gewerbe führen eine wachsende Kundenorientierung, die Hinwendung zu prozessorientierten Abläufen und der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnik zu einer Durchdringung mit Dienstleistungsaufgaben.
    Einfach gesagt: Um Erfolg zu haben, müssen die Anbieter ihre Angebote strikt nach den Kundenbedürfnissen ausrichten. Das erfordert eine gut durchdachte strategische Unternehmensführung. Fachkräfte sind hier gefragt. Eine solche Komplettlösung, wie sie zunehmend von Kunden gefordert wird, könnte beispielsweise Facility Management sein. Darunter versteht man die komplette Verwaltung gewerblicher Produktions- und Verwaltungsstätten während der ganzen Zeit einer Gebäudenutzung. Das Management der Schnittstellen bei Einzelleistungen (etwa Instandhaltung, Reinigung) entfällt dadurch.
  • Outsourcing von Dienstleistungsfunktionen
    Als weitere Triebfeder der Tertialisierung gilt die zunehmende Auslagerung von Dienstleistungen, damit sich die Unternehmen mehr auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können. Man spricht hier vom Outsourcing. Wichtige Dinge, die auch außerhalb oder von Fremdfirmen erledigt werden können, werden nach draußen gegeben. Ein Beispiel: Ein großer Metzgereifachbetrieb mietet die Arbeitskleidung und ist somit von der regelmäßigen Wäschepflege befreit.
  • Dienstleistungsintensität der Produktionsergebnisse
    Unter servo-industriellen Produkten versteht man eine vernetzte Güter-Service-Produktion. Ein gutes Beispiel dafür sind Handwerksunternehmen, die ihr Sachgutangebot traditionell mit Dienstleistungen anreichern. Das Faxgerät wird nicht nur verkauft, sondern auch ein Wartungsvertrag sowie Verbrauchsmaterial angeboten. Daher besitzen sie in der Regel eine hohe Kompetenz bei der Lösung von Problemen und können sich mit ihrem Angebot von zum Teil branchenfremden Anbietern abheben.
    Um Erfolg zu haben, müssen die Betriebe ihre Angebote noch strikter auf die Bedürfnisse der Kunden zuschneiden. Strategische Unternehmensführung ist gefragt.

Globalisierung

Die Grenzen fallen, die Währungen verschmelzen - spätestens seit Mitte der 90er Jahre hält der Trend zur Globalisierung in Politik und Wirtschaft an. Die Voraussetzungen für diese Zunahme internationaler Wirtschaftsbeziehungen und -verflechtungen sowie für das Zusammenwachsen von Märkten für Güter und Dienstleistungen über die Grenzen einzelner Staaten hinaus wurden durch die Bemühungen von Organisationen wie OECD (Organization for Economic Co-operation and Development / Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), GATT (General Agreement on Tariffs and Trade / Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) und WTO (World Trade Organization/Welthandelsorganisation) geschaffen. Direktinvestitionen von Firmen im Ausland, die Bildung transnationaler Unternehmen und globale Finanztransaktionen waren die Folge.

Fortschreitende Industrialisierung

Weitere wichtige Faktoren waren die steigende Industrialisierung in Ost- und Südostasien sowie Lateinamerika, aber auch die Einbeziehung der GUS und anderer Länder Osteuropas. Eine große Bedeutung für die fortschreitende Globalisierung hat auch der Fortschritt bei Verkehr und Telekommunikation. Sie lassen ein Überschreiten nationaler und kontinentaler Grenzen immer selbstverständlicher werden.

Der Zerfall der Sowjetunion und der Zusammenbruch des kommunistischen Wirtschaftssystems eröffneten westlichen Unternehmen und Konzernen ein völlig neues Betätigungsfeld. Viele Unternehmer verstanden es, diese Situation klug für sich und ihr Unternehmen zu nutzen.

Schwellenländer als neuer Markt

Andere expandierten in so genannte "Schwellenländer" wie Brasilien oder Ungarn, wo sie Produktionsstätten errichteten. Eine Entwicklung, die vorrangig von den großen Multi-Konzernen in Gang gesetzt worden ist, um sich weltweit auszubreiten und neue Märkte zu schaffen.

Projektmitarbeit im Ausland

Wer in einem solchen Konzern die Karriereleiter hinaufklettern möchte, wird um eine Projektmitarbeit im Ausland kaum herumkommen. Um diese perfekt leisten zu können, benötigt er neben der fachlichen Qualifikation nicht nur exquisite Englischkenntnisse, sondern auch eine gute Allgemeinbildung und ein gewisses Maß an Flexibilität.

Flexibilität und Mehrsprachigkeit

Flexibilität und Mehrsprachigkeit werden im Zeitalter der Globalisierung aber auch von all denjenigen gefordert, die sich erfolgreich auf dem europäischen Markt tummeln wollen. Das gilt nicht nur in großen Betrieben, denn mit der Erweiterung der Europäischen Union (EU) und der Einführung der gemeinsamen Währung Euro hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch bei kleineren Firmen an Bedeutung gewonnen.

Besonders gern gesehen sind Leute, die gleich zwei Fremdsprachen so sicher beherrschen, dass sie problemlos überall mitreden können - eine Fertigkeit, die man vor allem durch Sprachkurse oder längere Aufenthalte im Ausland erlernt.

Technisierung und Automatisierung

Die zunehmende Technisierung und Automatisierung betrifft nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch fast alle Bereiche des Privatlebens. Zu den Maschinen, die in den vergangenen Jahren einen Großteil der teilweise niedrig-qualifizierten Arbeiten übernommen haben, gesellen sich seit vergleichsweise kurzer Zeit die neuen Informationstechnologien und Kommunikationsnetze.

Veränderte Tätigkeitsfelder

Die Arbeit wird mehr zu einer geistigen, kontrollierenden Tätigkeit und löst das manuelle Handeln ab. Dadurch sind eine Vielzahl neuer Berufe notwendig geworden, die für die notwendige Logistik sorgen. Alte Arbeitsstellen dagegen sind verloren gegangen, was in vielen Fällen Arbeitslosigkeit bedeutet oder von den Arbeitnehmern eine zunehmende Flexibilität erfordert. Immerhin sind heute bereits 50 Prozent der Beschäftigten mit der Verarbeitung von Wissen und Informationen befasst, 20 Prozent sind im übrigen Dienstleistungsgewerbe beschäftigt, während nur noch 30 Prozent in den so genannten produktionsorientierten Berufen tätig sind.

Berufliche Anforderungen

Die zunehmenden internationalen Verflechtungen tun ein Übriges. Die beruflichen Anforderungen verändern sich bei nahezu allen Arbeitsplätzen mehr und mehr. Fremdsprachenkenntnisse gewinnen an Bedeutung. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, abhängiger Beschäftigung und Selbstständigkeit verschwimmen immer mehr.

Um Erfolg zu haben, werden vom Einzelnen spezifische Qualifikationen gefordert. Dazu gehören Eigeninitiative, Selbstständigkeit, aber auch Team- und Kommunikationsfähigkeit.

So erwartet heute ein innovatives Unternehmen von seinen Mitarbeitern auch folgende Eigenschaften:

Eigene Lösungen entwickelnstattIdeen nur zu übernehmen
Zugreifen, wenn sich Chancen bieten stattüber Sachzwänge nachzudenken
Neue Erfolgsmuster entwickelnstattkritiklos an früheren Strategien hängen
Widersprüche und Kritik fördernstattHarmonie suchen
Ruhig Fehler machen und daraus lernenstatt(zu) lange nach einer optimalen Lösung suchen

Virtualisierung

Das virtuelle Unternehmen ist Traum vieler Manager. Keine Menschen mehr im Büro, alle arbeiten von zu Hause aus und sind miteinander vernetzt. Diese Vision lässt wohl noch ein wenig länger auf sich warten, als die IT-Branche gehofft hat. Neben den Einsparungen gehen mit solchen Lösungen allerdings auch eine Reihe wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Veränderungen einher.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite