Dreikönigstag: Ankunft der drei Sterndeuter
Leben & Lifestyle

Dreikönigstag: Ankunft der drei Sterndeuter

Bild: Foto: Pearson Scott Foresman, Public domain, via Wikimedia Commons

Zur klassischen Weihnachtskrippe gehören nicht nur Maria und Josef mit ihrem Kind nebst Ochse und Esel. Oft nähern sich dem Stall auch Hirten, Schafe - und drei weitere Gestalten: die Weisen aus dem Morgenland. Sie sollen der biblischen Überlieferung zufolge als erstes von der Geburt des künftigen Königs der Juden erfahren haben und von weit her nach Bethlehem gereist sein, um den neugeborenen Jesus zu verehren. Ein Stern wies ihnen dabei den Weg zum Stall. Soweit ist die Geschichte bekannt. Doch kennen Sie auch die Hintergründe?

Zur klassischen Weihnachtskrippe gehören nicht nur Maria und Josef mit ihrem Kind nebst Ochse und Esel. Oft nähern sich dem Stall auch Hirten, Schafe - und drei weitere Gestalten: die Weisen aus dem Morgenland. Sie sollen der biblischen Überlieferung zufolge als erstes von der Geburt des künftigen Königs der Juden erfahren haben und von weit her nach Bethlehem gereist sein, um den neugeborenen Jesus zu verehren. Ein Stern wies ihnen dabei den Weg zum Stall. Soweit ist die Geschichte bekannt. Doch kennen Sie auch die Hintergründe?

Wo liegen die Wurzeln des Tages?

Die katholische Kirche feiert die Ankunft der Sternendeuter traditionell am 6. Januar. Die Wurzeln dieses Festes liegen jedoch keineswegs im Christentum. Schon die alten Ägypter zelebrierten in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geburt des Gottes Aion mit dem sogenannten Erscheinungsfest. Die Kirche übernahm diese Tradition später und deutete sie für ihre Zwecke um: Gefeiert wurde nun die Erscheinung des Herrn, das Epiphanias-Fest.

Zelebriert wird mit diesem Fest eigentlich die Offenbarung der Göttlichkeit Christi. Diese soll sich unter anderem durch die Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland manifestiert haben. Deshalb gedenkt die westliche Kirche an dem Tag vor allem den Heiligen Drei Königen. In der Ostkirche feiern die Gläubigen mit Epiphanias dagegen die Taufe Jesu. Auch bei diesem Ereignis soll sich die Göttlichkeit Christi gezeigt haben: Denn nach der Taufe fuhr der Geist Gottes in Form einer Taube auf Jesus herab, sagt die Legende.

Wer waren die drei Könige?

Wer die Heiligen Drei Könige waren und ob sie überhaupt real existierten, ist umstritten. Klar ist nur: In der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums werden die Reisenden zunächst gar nicht als Könige bezeichnet. Stattdessen ist von Sterndeutern die Rede, die sich nach dem neugeborenen König der Juden erkunden. Im Griechischen heißen sie "magoi", was Magier oder auch Priester bedeuten kann.

Papst Leo war der Erste, der im 5. Jahrhundert folgerte, dass es sich bei den Sterndeutern um drei Männer gehandelt haben musste. Ein Jahrhundert später erfolgte die Weiterdeutung, es handele sich um Könige - schließlich brachten sie wertvolle Geschenke in Form von Weihrauch, Myrrhe und Gold. In dieser Zeit bekamen die Männer zudem erstmals Namen: Die ersten Varianten von Caspar, Melchior und Balthasar tauchten auf. Heiliggesprochen wurden die Drei übrigens nie - auch wenn ihre Bezeichnung etwas Anderes nahelegt.

Welcher Himmelserscheinung folgten sie?

Genauso spekulativ wie die Identität der Heiligen Drei Könige ist die der Himmelserscheinung, der sie folgten. Schon seit Jahrhunderten versuchen Astronomen herauszufinden, was der Stern von Bethlehem war: Ein Komet? Eine Supernova? Oder doch etwas ganz Anderes?

Die Mehrheit der Experten favorisiert heute folgende Erklärung: Es könnte sich um eine besondere Dreier-Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn gehandelt haben, die im Jahr 7 vor Christus stattfand - und damit in dem Zeitrahmen liegt, den Historiker als wahrscheinlich für die Geburt Jesu erachten. Bei dem extrem seltenen Phänomen begegnen sich die beiden Planeten dreimal kurz hintereinander so nahe, dass sie für einen Beobachter zu einem hellen Lichtpunkt zu verschmelzen scheinen. Ob diese dreifache Begegnung jedoch wirklich der besagte Stern war, bleibt ungelöst.

Seit wann gibt es Sternsinger?

Schon die Menschen im Mittelalter feierten die Ankunft der Heiligen Drei Könige nachweislich mit Umzügen und Sternsingen. Insbesondere letztere Tradition hat sich bei uns bis heute gehalten. Fast überall in Deutschland ziehen am 6. Januar in den katholischen Gemeinden als Könige verkleidete Kinder von Tür zu Tür.

Sie bringen allerdings keine Geschenke mit, sondern bitten um Spenden für Bedürftige - meist nach einer kleinen Gesangseinlage, die die frohe Botschaft verkündet. Außerdem segnen die Sternsinger das Haus mit dem Kreideschriftzug C + M + B. Das steht für Caspar, Melchior und Balthasar, bedeutet im Lateinischen aber auch "Christus mansionem benedicat": Christus schütze dieses Haus.

Wie wird das Fest anderswo gefeiert?

In vielen Ländern Europas, in Teilen der USA, in Argentinien sowie in Mexiko ist der sogenannte Dreikönigskuchen ein fester Bestandteil des Festes. In dieses süße Gebäck wird traditionell eine Bohne, eine Mandel, eine Münze oder auch eine kleine Figur in Gestalt eines Königs oder Babys mit eingebacken. Wer beim Naschen darauf stößt, hat einen Glücksbringer gefunden - und ist für einen Tag (Bohnen-)König.

Um Süßkram geht es auch bei den Cabalgata de Reyes Magos in Spanien. Während dieser festlichen Umzüge werfen drei als Könige verkleidete Auserwählte Süßigkeiten in die Menge. Doch nicht nur dank dieses Brauchs ist der Dreikönigstag in Spanien insbesondere für Kinder ein großartiges Fest. Denn an diesem Tag findet für sie zudem die weihnachtliche Bescherung statt. Auch in Italien bekommen die Kinder ihre Geschenke erst am 6. Januar. Bei ihnen bringt die Päckchen die Hexe Befana. Ihr Name leitet sich von Epiphanias ab.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite