Eisschnelllauf
Leben & Lifestyle

Eisschnelllauf

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nur die wenigsten Sportarten können sich auf eine himmlische Inspiration berufen wie der Eisschnelllauf - schon die nordischen Götter Uller und Frithjof sollen die Kunst des Schlittschuhlaufens beherrscht haben. Ebenso wie der Eiskunstlauf hatte der irdische Sport in früheren Zeiten einen ganz praktischen Hintergrund – er diente in frostigen Regionen mit einer ausgedehnten Seen- und Flusslandschaft ganz schlicht der Fortbewegung.

Nur die wenigsten Sportarten können sich auf eine himmlische Inspiration berufen wie der Eisschnelllauf - schon die nordischen Götter Uller und Frithjof sollen die Kunst des Schlittschuhlaufens beherrscht haben. Ebenso wie der Eiskunstlauf hatte der irdische Sport in früheren Zeiten einen ganz praktischen Hintergrund – er diente in frostigen Regionen mit einer ausgedehnten Seen- und Flusslandschaft ganz schlicht der Fortbewegung.

Sportlichen Charakter erlangte das Eisschnelllaufen erstmals 1753 in England. Wurden damals und auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts einfache Eisenkufen unter die Schuhe gebunden, benutzen die Athleten heute den modernen Klappschlittschuh. An diesem High-Tech-Schuh ist eine Schiene mit einem Klappmechanismus befestigt, die einen längeren Kontakt zum Eis und damit höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. Die Kunst des Eisschnelllaufens liegt in der Kombination zwischen kraftvollen Schwungbewegungen und einer optimalen Gleitphase. Pendelbewegungen der Arme oder auf dem Rücken verschränkte Arme unterstützen die elegante Art der Fortbewegung auf glattem Terrain.

Bei den Männern wurde Eisschnelllaufen bereits 1924 in Chamonix olympisch, die Damen mussten bis 1960 in Squaw Valley warten, bis sie Kraft und Ausdauer auf der Eisbahn unter Beweis stellen konnten. Die Eisschnelllaufwettbewerbe sind ähnlich vielfältig wie die Laufdisziplinen in der Leichtathletik - die Damen und Männer können über 500, 1000, 1500, 3000 (nur Damen), 5000 und 10 000 m (nur Männer) starten.

Vor dem Zweiten Weltkrieg sammelten der Finne Clas Thunberg und der Norweger Ivar Ballangrud je vier Goldmedaillen, die erfolgreichste Frau zwischen 1960 (Squaw Valley) und 1964 (Innsbruck) war Lydia Skoblikowa (damals UdSSR). Einen einzigartigen Rekord stellte der Amerikaner Eric Heiden auf, als er 1980 in Lake Placid sämtliche Goldmedaillen gewann. Der erste deutsche Olympia-Champion auf der Eisoval war Erhard Keller, der 1968 in Grenoble über 500 m siegreich war.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite