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Elektronisches Geld

NFC kann das Leben in vielen Bereichen einfacher machen. Statt in den Taschen nach klimperndem Kleingeld zu kramen, zückt man in Zukunft das Smartphone zum Bezahlen. Wer ein NFC-fähiges Telefon oder eine EC-Karte mit dem Chip besitzt, kann damit an jeder Kasse zahlen, die mit einem speziellen kontaktfreien Lesegerät…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Was ist NFC?

Artikelbild

Wo wird NFC eingesetzt?

NFC kann das Leben in vielen Bereichen einfacher machen. Statt in den Taschen nach klimperndem Kleingeld zu kramen, zückt man in Zukunft das Smartphone zum Bezahlen. Wer ein NFC-fähiges Telefon oder eine EC-Karte mit dem Chip besitzt, kann damit an jeder Kasse zahlen, die mit einem speziellen kontaktfreien Lesegerät ausgestattet ist. Bezahlen dauert dann nur wenige Sekunden. Wer macht momentan schon mit? Die ersten Sparkassen haben im April 2012 mit girogo ein neues Bezahlverfahren gestartet. Die Sparkassengruppe will bis 2015 alle EC-Karten mit NFC-Technologie ausstatten. Viele Einzelhändler wie die Buchhandelskette Thalia oder der Lebensmittelriese Edeka machen bei dem Projekt mit und rüsten ihre Kassen um. Man könnte mit NFC aber auch Fahrkarten oder Parkscheine kaufen. Tickets für Konzerte oder Kino wären ebenfalls mit elektronischem Geld via NFC zu buchen - indem man sein Smartphone vor ein spezielles Werbeplakat hält. Experten sehen auch neue Möglichkeiten für die Verbraucher, mit Hilfe von NFC Preise zu vergleichen.

Wie funktioniert NFC?

Abgewickelt wird NFC über einen speziellen Chip: Er liefert die nötigen Informationen. Plastikkarte oder Smartphone dürfen allerdings nur wenige Zentimeter vom Lesegerät entfernt sein, damit die sogenannte Luftschnittstelle aktiviert werden kann. Das elektromagnetische Feld des Lesegeräts ermöglicht dann den Datenaustausch. Das Gerät fragt beim Chip zum Beispiel die Daten einer Kreditkarte an. Der Chip reagiert und übermittelt Nummer und Gültigkeit der Karte. Das Bezahlen mit dem Handy ist aber noch nicht völlig ausgereift. Für die Abrechnung gibt es diverse Möglichkeiten: Der Rechnungsbetrag könnte auf die Mobilfunk-Rechnung aufgeschlagen, vom Kreditkartenkonto abgebucht werden oder über eine Prepaid-Lösung erfolgen. Ein Standard hat sich in Deutschland noch nicht etabliert. Unternehmen wie Google oder Paypal entwickeln eigene Lösungen, aber auch Kreditkarten- und Mobilfunk-Anbieter testen eifrig. So könnten beispielsweise verschiedene Apps helfen: An der Kasse wählt man die passende App zur gewünschten Zahlungsweise aus. Darüber erfolgt dann die Abrechnung.

Wie sicher ist das Bezahlen mit NFC?

Technisch gesehen muss NFC die gleichen Sicherheitsanforderungen erfüllen wie eine EC-Karte. Allerdings ist eine funkbasierte Technik im Allgemeinen anfälliger für Hacker-Angriffe als klassische Systeme. Andererseits hat das Zahlen mit dem Smartphone auch Vorteile: Wer sein Handy verliert, merkt das in der Regel sehr schnell, schneller als den Verlust einer Kreditkarte. Das Smartphone und alle Dienste kann man dann über eine zentrale Nummer sperren. Auch das Bezahlen und Überweisen von Geld sei sicher, sagen Experten. Denn ein Handy kann nicht einfach die Geldkarten-Funktion in einem anderen Handy auslesen. Beim Bezahlen wird ein einmaliger Code übertragen, der ähnlich einer mobilen TAN-Nummer nur für diese eine Transaktion gilt. Außerdem erfolgt die Übertragung zwischen Handy und Kasse in einem Abstand von wenigen Zentimetern. Diebe haben hier kaum Möglichkeiten, sich "dazwischenzuschalten". Aber: Der Finder eines verlorenen Smartphones kann dieses durchaus zum Bezahlen nutzen! Verschiedene zusätzliche Sicherheitskonzepte sollen hier Abhilfe schaffen.

Werden wir in Zukunft kein Bargeld mehr brauchen?

In Schweden gibt es bereits Pläne, das Bargeld abzuschaffen. Dort werden Bustickets oder kleine Einkäufe schon heute nur noch selten mit Bargeld bezahlt: SMS, Kreditkarte und immer häufiger auch das Smartphone werden hier eingesetzt. Die Vorteile einer bargeldlosen Gesellschaft liegen auf der Hand: Banken werden nicht mehr überfallen, wenn kein Bargeld mehr im Tresor liegt. Alte Damen müssen in der Fußgängerzone nicht mehr ihre Handtasche umklammern, um sich vor Dieben zu schützen. Korruption könnte abnehmen, da digitale Geldflüsse besser kontrolliert werden können. Nicht zuletzt könnten die Produktionskosten für Münzen und Geldscheinen eingespart werden. So viele positive Seiten diese Idee hat, es gibt auch Schattenseiten. Viele alte Menschen können die Technik nicht bedienen. Wer kein Smartphone oder Kreditkarte besitzt, kann nicht einkaufen. Auch wenn in den Tresoren kein Geld mehr liegt,  Cyber-Kriminelle könnten trotzdem auf Beutezug gehen und das digitale Geld stehlen.

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