Elisabeth von Thüringen
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Elisabeth von Thüringen

Bild: Foto: Aciarium, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Elisabeth von Thüringen war schon zu Lebzeiten ein Symbol selbstloser Nächstenliebe. Nur vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie im Jahr 1235 von Papst Gregor IX. heilig gesprochen.

Elisabeth von Thüringen wurde im Jahr 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. geboren. Bereits im Alter von vier Jahren wurde Elisabeth mit dem Landgrafensohn Ludwig IV. verlobt. Der Grund: eine fürstliche Koalition gegen Kaiser Otto IV. So gelangte Elisabeth 1211 nach Thüringen, wo die Hochzeit allerdings erst im Jahr 1221 begangen wurde. Schon zu Lebzeiten ihres Mannes wandte sich die Mutter dreier Kinder der religiösen Armutsbewegung ihrer Zeit zu.

Die Armutsbewegung des Hochmittelalters erfasste alle Stände, Kleriker und Laien, Männer und Frauen. Schon bald konnten auch die Reformorden des 12. Jahrhunderts und die neu entstandenen Nonnenklöster die wachsende Zahl von Frauen nicht mehr aufnehmen, die nach einem religiös geregelten Leben strebten. So schuf sich die von wirtschaftlichen und religiös-mystischen Motiven getragene Frauenbewegung im Beginentum eine eigene Lebensform außerhalb des Klosters. Der Name "Beginen" leitet sich dabei wohl von der Farbe ihres Kleides ab (bigio, niederländisch beige). Es unterschied sie schon äußerlich von den Bürgerinnen. 1216 erkannte Papst Honorius III. die neuen Genossenschaften mündlich an. Auch Elisabeth von Thüringen muss aus dieser Bewegung verstanden werden.

Elisabeth als Wohltäterin

Elisabeth von Thüringen verließ regelmäßig ihren Familienbesitz, die Wartburg in Eisenach, um in den Armenvierteln der Stadt zu helfen. Während der Hungersnot 1226 erwarb sie sich in Abwesenheit ihres Ehemannes besondere Verdienste. Ludwig IV. kämpfte auf einem Kreuzzug und fiel im Jahr 1227. Er hatte seine Frau tatkräftig unterstützt, was zu dieser Zeit höchst ungewöhnlich war. "Wenn sie mir nur die Wartburg nicht verschenkt, bin ich's wohlzufrieden", soll er einst gesagt haben. Während der Abwesenheit Ludwigs IV. hatte Elisabeth eine enge Verbindung zum Kreuzzugsprediger und späteren Ketzerverfolger Konrad von Marburg aufgenommen. Ihm als Beichtvater hatte sie gelobt, bei einem vorzeitigen Tod ihres Mannes ehelos zu bleiben. Diesem Gelöbnis blieb Elisabeth treu. Doch nach dem Tod Ludwigs IV. wurde sie von seiner Verwandtschaft all ihrer Witwengüter beraubt. Erst durch das Einschreiten Konrads von Marburg erhielt sie eine Abfindung und Güter um Marburg. Mit diesen finanziellen Mitteln gründete sie ebendort ein Spital und gab im Alter von nur 21 Jahren ihre drei Kinder weg. Nur ein Jahr später (1228) trat sie in den geistlichen Stand ein. Als Nonne ohne festere Bindung an einen Orden widmete sie sich der Pflege von Armen und Kranken. In dem Streben, wie Jesus einst für die Bedürftigen uneingeschränkt da zu sein (imitatio Christi), kümmerte sich Elisabeth besonders um die Aussätzigen und verschenkte schließlich sogar ihr Vermögen. Sie starb nach nur dreijährigem Wirken im Alter von 24 Jahren völlig verarmt an Auszehrung und wurde in der Kapelle ihres Hospitals bestattet. Schon zu Lebzeiten hatte sie den Ruf einer Heiligen. So verwundert es nicht, dass nach ihrem Tod ein wahrer Pilgerstrom zu ihrem Grab einsetzte.

Die Heiligsprechung

Konrad von Marburg hatte bereits 1232, nur wenige Monate nach Elisabeths Tod, das Verfahren zur Heiligsprechung Elisabeths eingeleitet. Dieses geriet allerdings ins Stocken, weil Konrad von Marburg, inzwischen päpstlicher Inquisitor für ganz Deutschland, erschlagen worden war. Doch am 27. Mai 1235 war es schließlich soweit: Elisabeth von Thüringen wurde heilig gesprochen. Im Jahr 1237 wurden ihre Gebeine in die Marburger Elisabethkirche überführt.

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