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Equal Pay Day: Ist weibliche Arbeit weniger wert?
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Leben & Lifestyle

Equal Pay Day: Ist weibliche Arbeit weniger wert?

Doch wie kommt diese Verdienstlücke überhaupt zustande? Pünktlich zum "Equal Pay Day" präsentieren Wissenschaftlerinnen von der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Duisburg-Essen nun neue Forschungsergebnisse zu dieser schon oft diskutierten Frage. Für ihre Studie entwickelten sie den "Comparable Worth-Index",…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

thinkstock.com, Digital Vision

Doch wie kommt diese Verdienstlücke überhaupt zustande? Pünktlich zum "Equal Pay Day" präsentieren Wissenschaftlerinnen von der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Duisburg-Essen nun neue Forschungsergebnisse zu dieser schon oft diskutierten Frage. Für ihre Studie entwickelten sie den "Comparable Worth-Index", kurz CW - ein Maßstab für die Bewertung von Arbeitsanforderungen und -belastungen, der neben Wissen und Können auch physische und psychosoziale Faktoren wie Verantwortung für andere miteinbezieht.

Gleiche Anforderung, gleicher Lohn?

Die Forscherinnen verglichen die Bezahlung unterschiedlicher Berufe unter Berücksichtigung des jeweiligen CWs. Der zentrale Befund: In Jobs, in denen traditionell viele Frauen arbeiten, wird meist schlechter gezahlt als in "männerdominierten" Berufen - auch wenn die Arbeitsanforderungen gleichwertig sind.

"Hier können wir statistisch nachweisen, dass weibliche Erwerbsarbeit von systematischen Abwertungen betroffen ist - das heißt, gemessen an ihren Anforderungen und Belastungen vergleichsweise geringer entlohnt wird als männliche Erwerbsarbeit", sagt Mitautorin Sarah Lillemeier von der Universität Duisburg-Essen. Allerdings gibt es Ausnahmen: Die männertypischen Berufe des Kraftfahrzeugführers, Lkw- und Busfahrers werden im Vergleich mit gleichwertigen "Frauenberufen" geringer entlohnt.

Artikelbild

Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, eigene Berechnungen

Verdienstlücke trotz Tarifbindung

Tendenziell nimmt die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern mit denselben oder vergleichbaren beruflichen Anforderungen und Belastungen mit steigendem Anforderungsniveau zu, wie das Team berichtet. Die Tarifbindung verringert diese Unterschiede jedoch: "Wer tariflich entlohnt wird, ist meist besser dran. Denn dann fallen die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern bei gleichen oder gleichwertigen beruflichen Anforderungen und Belastungen deutlich geringer aus", sagt Christina Klenner von der Hans-Böckler-Stiftung.

Doch auch unter Berücksichtigung von Faktoren wie der Tarifbindung, der Arbeitszeit oder auch der Berufserfahrung bleibt eine Lücke bestehen: Die Zunahme der beruflichen Anforderungen und Belastungen (der CW-Index steigt um eine Einheit) führt dann zu je einem Verdienstzuwachs von mehr als sechs Prozent bei den Männern und weniger als fünf Prozent bei den Frauen.

Artikelbild

iStick.com, AlexRaths

"Die Leistungen von Frauen und Männern sowie in "Frauen"- und "Männerberufen" werden am Arbeitsmarkt nicht gleichermaßen honoriert", kritisiert das Team. Besonders deutlich zeige sich dieses Phänomen zum Beispiel in der weiblich dominierten Altenpflege: Legt man den CW-Index als Maßstab an, haben die Beschäftigten in diesem Beruf vergleichbar hohe Anforderungen und Belastungen zu bewältigen wie die in den männlich dominierten IT- und Technikberufen, wie die Forscherinnen betonen.

Allerdings bekommen die Beschäftigten in der Altenpflege durchschnittlich nur 14,42 Euro pro Arbeitsstunde, die Beschäftigten im Technik- und IT-Bereich hingegen zwischen 25,72 Euro und 27,92 Euro. "Hier gibt es einen ganz zentralen politischen Handlungsbedarf, der insbesondere die Aufwertung der gesellschaftlich hoch relevanten personennahen Dienstleistungen zum Ziel haben sollte", schließt Ute Klammer von der Universität Duisburg-Essen.

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