Erich der Rote und Leif Eriksson
Leben & Lifestyle

Erich der Rote und Leif Eriksson

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Erich der Rote wurde um 950 in Norwegen geboren. Seine Heimat musste er jedoch aufgrund einer Verurteilung wegen Totschlags verlassen und er floh nach Island. Doch auch hier konnte er nicht Fuß fassen und wurde erneut des Landes verwiesen. Der Grund: Verurteilung wegen Totschlags. So begab sich Erich der Rote mit einigen Männern von Island aus auf die gefährliche Seereise ins Nordmeer. Er hisste die Segel zur Fahrt über die Nordpassage des Atlantiks. Die Wikinger hatten das Glück auf ihrer Seite – nach Tagen der Irrfahrt gelangten sie zu einer von Fjorden zerklüfteten Gletscherlandschaft. Noch gingen die Wikinger aber nicht an Land; sie segelten zunächst in den ersten Fjord der geschützten Westküste. Langsam wich das karge Ufergeröll einem weitem grünen Tal. Grund genug für Erich den Roten, dem fremden Land den Namen Graenland – "grünes Land" – zu geben. Besonders die Klippen der unbekannten Landmasse waren für die hochseegeschulten Männer gefährlich; sie konnten bei ungünstigen Südostwinden zur Todesfalle werden. Der seemännischen Erfahrung Erichs war es zu verdanken, dass das Erkunderschiff hinter der Südspitze – und somit im Schutz der Fjorde – das Festland erreichte. Nach der stürmischen Entdeckungsfahrt verbrachten Erich der Rote und seine Männer drei Jahre an der grönländischen Küste. Der Fjord, den sie zunächst erreichten, trägt noch heute seinen Namen: Eriksfjord. Zur dauerhaften Besiedlung brauchte es jedoch mehr als nur eine Schiffsbesatzung. So kehrten die Seefahrer, als die Zeit der Verbannung verstrichen war, nach Island zurück.

Grünes Land

Erich der Rote wurde um 950 in Norwegen geboren. Seine Heimat musste er jedoch aufgrund einer Verurteilung wegen Totschlags verlassen und er floh nach Island. Doch auch hier konnte er nicht Fuß fassen und wurde erneut des Landes verwiesen. Der Grund: Verurteilung wegen Totschlags. So begab sich Erich der Rote mit einigen Männern von Island aus auf die gefährliche Seereise ins Nordmeer. Er hisste die Segel zur Fahrt über die Nordpassage des Atlantiks. Die Wikinger hatten das Glück auf ihrer Seite – nach Tagen der Irrfahrt gelangten sie zu einer von Fjorden zerklüfteten Gletscherlandschaft. Noch gingen die Wikinger aber nicht an Land; sie segelten zunächst in den ersten Fjord der geschützten Westküste. Langsam wich das karge Ufergeröll einem weitem grünen Tal. Grund genug für Erich den Roten, dem fremden Land den Namen Graenland – "grünes Land" – zu geben. Besonders die Klippen der unbekannten Landmasse waren für die hochseegeschulten Männer gefährlich; sie konnten bei ungünstigen Südostwinden zur Todesfalle werden. Der seemännischen Erfahrung Erichs war es zu verdanken, dass das Erkunderschiff hinter der Südspitze – und somit im Schutz der Fjorde – das Festland erreichte. Nach der stürmischen Entdeckungsfahrt verbrachten Erich der Rote und seine Männer drei Jahre an der grönländischen Küste. Der Fjord, den sie zunächst erreichten, trägt noch heute seinen Namen: Eriksfjord. Zur dauerhaften Besiedlung brauchte es jedoch mehr als nur eine Schiffsbesatzung. So kehrten die Seefahrer, als die Zeit der Verbannung verstrichen war, nach Island zurück.

Begehrte Exportware

Von der Vorstellung verführt, es handelte sich hierbei um ein fruchtbares Land mit guten Böden, waren viele Isländer bereit, Erich dem Roten nach Grönland zu folgen. Im Jahr 986 brachen 25 Schiffe auf, von denen jedoch nur 14 ihr Ziel erreichten. Die Enttäuschung der rund 500 neuen Siedler beim Anblick der grönländischen Küste war zunächst groß: spitze, schroff ins Meer abfallende Eisberge versprachen nicht gerade ertragreiche Ernten. Nachdem die Drachenschiffflotte das Südkap entlang des Packeisrandes umfahren hatte, änderte sich das Bild: Wiesen am Ufer zogen sich bis tief in die Fjorde hinein, Fischschwärme boten eine gesicherte Nahrungsgrundlage. Wale, Seehunde, Eisbären und Rentiere erwiesen sich als Pelz- und Felllieferanten; auch war so eine Basis für Handelsbeziehungen gegeben. Allerdings fehlte es an Holz für Heizung, Schiff- und Hausbau. Als Brennstoff musste Treibholz dienen, das je nach Strömungslage an Land gespült wurde. Die Behausungen waren aus Torf und Stein, nach der Art, wie sie die Siedler schon in ihrer alten Heimat errichtet hatten. Getreide musste aus Norwegen eingeführt werden, da nur selten die Ernteerträge ausreichten. Da sie Walrosse jagten, besaßen die Siedler jedoch einen hochwertigen Tauschartikel – Walrosszähne. Die waren in Europa so begehrt wie Elfenbein, und aus der Walrosshaut ließen sich Schiffstrosse von hoher Qualität herstellen. Bis nach Spanien wurden sie im Laufe der Zeit exportiert, im Gegenzug erhielten die Grönländer Früchte und Gewürze.

Besonders stolz war Erich der Rote über den Handel mit weißen Falken. Er rief regelmäßig Vogeljagden aus, um die Nachfrage der arabischen Scheichs, die sich mit den seltenen Vögeln als Machtsymbol schmückten, zu stillen. Der Grönlandentdecker wurde von den Familienoberhäuptern der Sippen zum König der Region um den Fjord geweiht. Heute noch sind die steinernen Anlagen des Königsgehöftes, das der Pionier der Besiedlung Grönlands nicht mehr verlassen sollte, erhalten. Erich der Rote starb um 1007 und hinterließ einen Sohn, der keine geringere Entdeckung als Amerika machen sollte.

Ein Seebericht als Motivation

Mit einer Seekarte in Händen wäre Leif Eriksson bestimmt früher aufgebrochen. Denn Baffin Insel und Neufundland im Nordosten Kanadas lagen seinem Dorf im Südwesten der Insel Grönland näher als vermutet. Im Sommer des Jahres 1003 stach Leif Eriksson mit 35 Männern auf einem Langboot in See. Das waren mehr, als üblicherweise in einem Schiff zur See fuhren, die Umstände jedoch waren außergewöhnlich. Immerhin war eine Expedition geplant. Allein Erich der Rote, dem Leif das Kommando anvertrauen wollte, musste an Land zurück bleiben – ein Sturz vom Pferd machte die Pläne zunichte. Jetzt musste sich erweisen, ob Leifs Landsmann Bjarne Herjolfsson 15 Jahre zuvor das Land im Westen richtig beobachtet und vor allem den Kurs korrekt berechnet hatte. Flaute, Nebel und Nordwind hatten den nur 20-jährigen Seemann und Händler im Jahre 986 an Grönland vorbei und vor unbekannte Gestade getrieben, auf der Suche nach seinem Vater. Dessen Anwesen auf Island hatte er verwaist vorgefunden und erfahren, dass er wie viele andere Erich dem Roten nach Grönland gefolgt war auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Als sich über Bjarne der Nebel gelichtet hatte, sah er in der Ferne Wälder, dann flache Küsten – Grönland konnte das nicht sein. Nach drei Tagen Südwestwind tauchten gar Gletscher auf. Während seine Männer ihn bedrängten, vor der Küste zu ankern und Wasser aufzunehmen, blieb Bjarne hartnäckig bei seiner Suche nach dem Süden Grönlands, ließ Kurs Nord und später nach Osten steuern. An Land wollte er seinen Fuß nicht setzen. Genau das aber hatte jetzt Leif Eriksson im Sinn.

Die Entdeckung Amerikas ohne Kolumbus

So ließ Leif Eriksson im Sommer 1003 die Leinen lösen und Kurs West halten. Einige Tage sahen die Männer nichts als Wasser um sich herum. Doch dann stieg das neue Land über die Kimm und Leif Eriksson erkannte, dass Bjarne Herjolfsson alles richtig beobachtet hatte. Helluland, Steinland, nannte er das Land der Gletscher und Felsen, vermutlich die heutige Baffin-Insel. Karg und unbrauchbar sah sie von See aus, ein Land ohne Gras, im Hinterland nur große Gletscher. Er ging auf Südkurs und fand nach einigen Tagen eine Küste mit Wäldern und sanft zum Meer hin abfallenden Sandstränden. Das Markland, Waldland, war erreicht. Eine Küste ohne Buchten, dafür mit langen Stränden und Sand. An dieser Stelle mussten die Zustände für die Wikinger, verglichen mit den Bedingungen auf Grönland, paradiesisch gewesen sein. Außergewöhnlich große Lachse tummelten sich in den Seen und Flüssen, es gab – zumindest in diesem Jahr – keinen Winterfrost, dafür Bauholz in Hülle und Fülle und satte Weideflächen. Beeren und Trauben fand man zuhauf – Vinland, Weinland, taufte Leif deshalb diese Gegend im Norden Neufundlands.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite