Ohne Energie geht's nicht mehr
Aller Alltag beginnt dunkel. Montagmorgen, sechs Uhr für Daniel Durchschnitt eigentlich Zeit, aufzustehen. Benommen reibt sich Daniel die Augen, noch ganz seiner Träume verhaftet. Er hatte von einem Land geträumt, fernab jeder Zivilisation. Die Naturgewalten Feuer, Wasser und Licht waren die zum Überleben bestimmenden Kräften.
Noch verschlafen quält sich Daniel ins Bad und schaltet das Licht an. Ohne Strom wäre das nicht möglich, denkt er und geht unter die Dusche. Während das warme Wasser seine Sinne belebt, sinniert er über die Errungenschaften der Technik: Was wäre der Mensch ohne die modernen Energiequellen? Rasieren, Haare fönen, den Tee kochen, ein Sandwich toasten, das Frühstücksfernsehen, die ersten Mails am Morgen... der Start in den Tag würde ohne Energieversorgung weitaus anders verlaufen.
Strom
Die bedeutendste Energiequelle der Moderne ist die Elektrizität, die durch Wasser und Wärmekraftwerke (Kohle-Gas- Erdöl- und Atomkraftwerke) gewonnen wird. Nach den gedanklichen Vorarbeiten der Wissenschaftler Georg Ohms, James Prescott Joule, Michael Faraday oder etwa Sir J. Thompson im 19. Jahrhundert, entwickelten sich die letzten hundert Jahre zum Zeitalter der großen Verbreitung und Nutzung des Stroms.
Keine technische Innovation wäre ohne Stromversorgung denkbar: Keine Entwicklung des Radios, des Fernsehens bis hin zur Computer-Ära und zum Internet. Ohne Stromzufuhr sind moderne Kommunikationstechnologien nicht nutzbar.
Der fast hundert Jahre alte Strommarkt hat natürlich sein Wachstumspotenzial ziemlich aufgebraucht. Neue Impulse jedoch erhielt der deutsche Strommarkt durch die Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes, das am 29, April 1998 verabschiedet wurde. Seit nunmehr vier Jahren gilt der deutsche Strommarkt als “liberalisiert die staatliche Regulierung ist beendet. Für den Verbraucher ergeben sich damit auf den ersten Blick offensichtliche Vorteile: Der Energielieferant ist nun frei wählbar.
Im Zuge der Liberalisierung ist ein erbitterter Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt entbrannt. Die Platzhirsche RWE und e.on müssen nun im freien Wettbewerb etwa mit innovativen Newcomern, wie der EdF-Tochter “Yello Strom, um Kunden buhlen. Geschadet hat die Konkurrenz offenbar nicht Produktpaletten und Unternehmenspolitik sind seit dem Wegfall des Monopols weitaus wettbewerbs- und serviceorientierter geworden.
Nutzanwendungen, die im Privatbereich vom Stromverbrauch abhängen, sind etwa:
Lichtquellen, elektronische Geräte (Fernseher, Computer, Stereoanlage, Videorekorder), Telefon, Fax-Gerät, Küchengeräte (Toaster, Wasserkocher, Kaffeemaschine), Geschirrspüler, Kühlschrank, Gefriertruhe, E-Herd, Elektroheizung, Klimaanlagen, u.v.m.
Gas
Für die Industrie hat Gas eine große Bedeutung: Im Gegensatz zum Strom-Segment zählt Gas noch zu den wachsenden Märkten. Gas gilt als Energieträger der Zukunft: So wird bei der Stromerzeugung durch Gas etwa 50 Prozent weniger schädliches Kohlendioxid ausgestoßen als bei der mit Braun- oder Steinkohle. Mehr noch: Nach dem sukzessiven Ausstieg aus der Atomenergie wird die Stromerzeugung durch Gas mittelfristig deutlich an Bedeutung gewinnen.
Aufgrund der umweltschonenden Wirkung gilt Erdgas als Hoffnungsträger für die Zukunft. Erdgas, das vor allem von privaten Haushalten und gewerblichen Betrieben zur Erzeugung von Wärme für die Raumheizung und Warmwasserbereitung oder die industrielle Produktion genutzt wird, hat bereits jetzt einen Anteil am Primärenergieverbrauch von mehr als 20 Prozent erreicht Tendenz: deutlich steigend. Die in Deutschland noch vergleichsweise recht junge Energie wird vor allem von Ruhrgas angeboten. Das Essener Unternehmen versorgt insgesamt über zehn Millionen Gaskunden und liefert damit 60 Prozent des deutschen Gasbedarfs.
Der Gasmarkt ist in den letzten Jahren stark in Bewegung geraten: Nachdem Ruhrgas von e.on wohl übernommen werden wird, bemüht sich Konkurrent RWE mit Zukäufen nicht den Anschluss zu verlieren: So wurde im Jahr 2000 die Beteiligung am Ferngasversorger Thyssengas auf 75 Prozent ausgebaut. Als lukrativster Markt gilt indes noch immer Russland mit über einem Drittel der weltweit geschätzten Erdgasvorkommen.
Nutzanwendungen, die im Privatbereich vom Gasverbrauch abhängen, sind etwa:
Gasheizung, Warmwasserbereitung, Gasherd, Gasboiler.
Wasser
Die Aufgaben der Wasserwirtschaft liegen traditionell in der Gewinnung und der Verteilung der wertvollen Ressource Wasser also in der planmäßigen Erfassung und Verteilung des Wassers als Trink- und Brauchwasser für Bevölkerung, Industrie und Landwirtschaft , aber auch in der Bodenbewässerung sowie in der Nutzung des Wassers als Stromerzeuger.
Der Kernmarkt der Wasserwirtschaft liegt in der Wasserver- und -entsorgung: Nach UN-Studien sind noch immer 1,4 Milliarden Menschen ohne adäquate Wasserversorgung. Zudem ist das Problem der Wasserverschmutzung bei steigender Industrialisierung weiter hoch brisant: Weltweit leiten 95% der Städte ihre Abwässer ungereinigt in die Gewässer ein.
Das Wasser-Geschäft zählt auf dem Energiemarkt traditionell zu den wachstumsärmeren Segmenten. Der Nachteil liegt auf der Hand: Anders als Gas oder Strom lässt es sich nicht über weite Strecken leiten das Geschäft ist statischer angelegt. Nach den Zukäufen von Thames Water und American Water Works hat sich RWE auf dem Weltmarkt bereits als dritte Kraft etablieren können, während e.on im Ausland eher schwächer positioniert ist. Doch nicht ohne erheblichen Aufwand: Zwar versorgt RWE mit seiner britischen Tochtergesellschaft nun ganz London mit Wasser, doch für die Erneuerung der fast 100 Jahre alten Bleirohre dürfte RWE eine zweistellige Milliardensumme investieren.
Letztlich wird das Thema Wasser in der Zukunft eine eminent wichtige Bedeutung erlangen. Die globale Wassernot könnte durch Bevölkerungswachstum insbesondere in den ärmeren Ländern und Klimaveränderung möglicherweise zu einem Konfliktherd werden.
Nutzanwendungen, die im Privatbereich vom Wasserverbrauch abhängen, sind etwa:
Trinken, Kochen, Baden, Duschen, Wäsche waschen, WC-Spülung, Rasensprengen.
Nils Jacobsen



