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Es waren einmal zwei Brüder - Die Grimm'sche Märchenwelt
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Leben & Lifestyle

Es waren einmal zwei Brüder - Die Grimm'sche Märchenwelt

Am 24. Februar 1786, knapp ein Jahr nach seinem älteren Bruder wurde Wilhelm Grimm in Hanau geboren. Der Vater der beiden späteren Märchen-Sammler war Jurist und Amtmann. Er starb als die beiden gerade mal neun Jahre alt waren. Von da an unternahmen die Brüder fast alles gemeinsam. Ihre Tante ermöglichte ihnen das…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Aschenputtel, Dornröschen, Hänsel und Gretel, Frau Holle und viele mehr. Über 200 Jahre sind vergangen, seitdem die berühmten Grimms Märchen erschienen sind und doch sind sie keinen Tag gealtert. Wie eh und je verzaubern sie Kinder noch heute. Heute vor genau 228 Jahren wurde Wilhelm Grimm, der jüngere der zwei berühmten Brüder geboren. Anlässlich seines Geburtstages werfen wir einen Blick zurück und fragen: Was ist es eigentlich, das die Grimm'schen Märchen so besonders macht?

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Am 24. Februar 1786, knapp ein Jahr nach seinem älteren Bruder wurde Wilhelm Grimm in Hanau geboren. Der Vater der beiden späteren Märchen-Sammler war Jurist und Amtmann. Er starb als die beiden gerade mal neun Jahre alt waren. Von da an unternahmen die Brüder fast alles gemeinsam. Ihre Tante ermöglichte ihnen das Studium der Rechtswissenschaft. Doch statt Paragraphen lasen die Brüder lieber Goethe und Schiller. Nicht die Rechts-, sondern die Sprachwissenschaften studierten sie. Sie wurden immer wissbegieriger, fragten: Wie hat sich die deutschsprachige Literatur zu dem entwickelt, was sie ist? Und so gelten sie als Mitbegründer der Germanistik. Doch weit bekannter sind die Gebrüder Grimm durch die Märchen, die sie uns hinterlassen haben und die bis heute Einzug in unsere Kinderzimmer halten.

Der Grimm'sche Stil

Nach ihrem Studium stellten die Brüder eine Sammlung aus Märchen und Sagen zusammen. Kinder- und Hausmärchen, so hießen ihre Geschichten ursprünglich. Diese stammten nicht aus eigener Feder, sondern größtenteils aus mündlichen Überlieferungen. Annette von Droste Hülshoff war eine ihrer Quellen. Sie erzählte den Brüdern Geschichten und Sagen, wie sie sie von den Mägden, Bauern und Schäfern des Guts übernommen hat. So sind die Märchen Geschichten aus dem Volksgut. Und genau darum ging es den Brüdern anfangs auch: Die Entwicklung der Volksmärchen untersuchen und verstehen. Sie betrachteten sich eher als Märchenkundler, denn als Märchenerzähler. Die erste Auflage schrieben die Brüder für die Wissenschaft und hatten noch gar nicht im Sinn, dass am Ende die Kinder es sein sollten, die ihre Geschichten verschlingen und lieben würden.

Ab der zweiten Auflage war es vor allem Wilhelm Grimm, der die überlieferten Geschichten sprachlich immer wieder überarbeitete und einen ganz eigenen Stil entwickelte. Er verpasste den Märchen Logik in der Handlung und Klarheit in der Sprache. Es war ihm wohl nicht bewusst, aber damit legte er den Grundstein dafür, dass die Bücher später Einzug in die Wohnstuben halten sollten.

Die Geschichten von Gut und Böse - Kinder lieben das

War Wilhelm der Schluss eines Märchens mal zu grässlich, dann setzte er den Rotstift an und änderte ihn kurzerhand. So betritt am Ende doch noch der Jäger die Bühne, der Rotkäppchen aus dem Bauch des Wolfes befreit. Ja, grausam geht es schon mal zu in der Grimm'schen Märchenwelt. Da landet die Hexe bei Hänsel und Gretel am Ende in dem Ofen oder muss die böse Schwiegermutter Schneewittchens auf der Hochzeit in glühenden Schuhen tanzen. Doch ursprünglich waren die Geschichten ja auch nicht für Kinder gedacht.

Wilhelm selber war erstaunt zu sehen, wie sehr die Kinder seine Märchen dann mochten. Die Kinder störten sich gar nicht an den grausamen Details. Für sie war und ist etwas anderes viel entscheidender: Es gibt immer eine klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Und genau das ist es, was die Grimms Märchen charakterisiert. Die Guten kommen davon und die Bösen werden bestraft. Schließlich gehört zu jedem guten Märchen auch eine "Moral von der Geschicht'".

Ich für meinen Teil jedenfalls erinnere mich gerne an die Zeit, als mein Großvater abends an meinem Bett saß und mir eine Grimm'sche Geschichte erzählte. Habe ich daraus gelernt? Das vermag ich nicht zu sagen. Aber es ist ein Stück Kindheitserinnerung, dass ich nicht missen möchte. Und wie ist es bei Ihnen?

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