Fondsarten
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Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Herbst 2001: Die Welt am Abgrund - auch an den Börsen. Der DAX kurzfristig bei 3500 Punkten, der Dow bei 8000. Privatanleger, die zum ersten Mal ihr Erspartes in Fonds für sich arbeiten lassen wollen, waren angesichts der rapiden Kursverluste verschreckt.Einen Grundsatz sollten Investoren jedoch stets beachten: Höhere Renditen sind naturgemäß auch mit größeren Risiken verbunden. Wesentlich für die Einschätzung von Fonds: die verschiedenen Grundtypen, zwischen denen der Anleger wählen kann.

Fonds ist nicht gleich Fonds

Herbst 2001: Die Welt am Abgrund - auch an den Börsen. Der DAX kurzfristig bei 3500 Punkten, der Dow bei 8000. Privatanleger, die zum ersten Mal ihr Erspartes in Fonds für sich arbeiten lassen wollen, waren angesichts der rapiden Kursverluste verschreckt.
Einen Grundsatz sollten Investoren jedoch stets beachten: Höhere Renditen sind naturgemäß auch mit größeren Risiken verbunden. Wesentlich für die Einschätzung von Fonds: die verschiedenen Grundtypen, zwischen denen der Anleger wählen kann.

Geldmarktfonds

Wie der Name schon sagt, wird am Geldmarkt nicht mit Aktien oder Optionen gehandelt, sondern mit kurzfristigen Guthaben und Krediten - zu verdienen sind also Zinsen. Jeden Handelstag schwankt der Zins in Abhängigkeit von Angebot, Nachfrage und den Laufzeiten (Termingelder wie Tages- und Monatsgeld).

Der Geldmarkt ist vor allem ein Instrumentarium der Banken, die sich auf diesem Weg kurzfristige Liquidität beschaffen können. Der Preis für eine solche kurzfristige Liquiditätshilfe wird maßgeblich von den Leitzinsen der Notenbanken bestimmt. In Hausse-Zeiten sind die Leitzinsen traditionell höher, um dem Risiko einer wirtschaftlichen Überhitzung zu begegnen.

Aufgrund des kurzfristigen Anlagehorizonts eignen sich Geldmarktfonds für fast jeden Anlegertyp - ganz gleich, ob ihm das Börsenparkett zu glatt erscheint oder er sein Geld auch nur kurzfristig “parken“ möchte. Der Investor ist flexibel, da er jederzeit auf sein Geld zugreifen kann. Je nach Höhe der Leitzinsen liegt die Rendite bei Geldmarktfonds in der Regel zwischen zwei bis vier Prozent.

Rentenfonds

Im Gegensatz zu Geldmarktfonds legt der Investor bei Rentenfonds sein Geld festverzinslich in die so genannten Rentenpapiere an - das können etwa Anleihen, Obligationen, Pfandbriefe oder Schuldverschreibungen sein. Charakteristisch für die Rentenpapiere ist, dass sie zwar einen festen Nominalzinssatz aufweisen, in Abhängigkeit des Zinsniveaus jedoch zu einem schwankenden Zinssatz (Kurs) gehandelt werden, was Einfluss auf die Rendite hat.

Rentenfonds sind eine Anlageform, die durch die Verzinsung eine planbare Gewinn-Ausschüttung bei niedrigem Risiko verspricht. Die durchschnittlich angestrebte Rendite von Rentenfonds liegt bei etwa fünf bis sieben Prozent pro Jahr.

Immobilienfonds

Schwere Zeiten für Aktionäre: Seit dem Platzen der Internetblase im März 2000 wurden Milliarden Euro und Dollar von institutionellen Anlegern und Kleinanlegern vernichtet - die Geldanlageform der Aktie steckte in der schwersten Krise der letzten 20 Jahre. Doch nicht alle Anleger mussten leiden. Wer rechtzeitig in alternative Anlageformen umgeschichtet hat, konnte den Aufprall zumindest abfedern. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den häufig stiefmütterlich behandelten Immobilienfonds zu.

So konnte der deutsche Leitindex für Immobilienwerte DIMAX den großen Bruder DAX in den letzten drei Jahren deutlich übertreffen! Entsprechend renditestark konnten sich die Fonds-Ableger entwickeln. Anleger unterscheiden vor allem zwischen zwei Fonds-Klassen: den offenen und geschlossenen Immobilienfonds. Während der Anleger bei den offenen Immobilienfonds nach dem klassischen Partizipations-Prinzip am Erfolg der einzelnen Gesellschaften teil hat, dient die Auflegung eines geschlossenen Fonds meist der Finanzierung eines bestimmten Projektes. Ist die Finanzierung abgeschlossen, werden keine neuen Anteile mehr ausgegeben.

Misch- und Dachfonds

Weder Fisch noch Fleisch unter den Investmentmöglichkeiten stellen Mischfonds dar. Diese Fonds investieren in unterschiedliche Anlageformen, das heißt, sie können zwischen den Grundtypen - Geldmarktprodukten, Rentenpapieren und Aktien und auch Immobilien - "mischen".

Der Vorteil von Mischfonds besteht daran, dass sie analog der Marktsituation ihre Anlageschwerpunkte flexibel ändern und so der jeweiligen Börsenlage entsprechend anpassen können. Mischfonds sind sozusagen Fonds aus Fonds: Sie investieren in andere Fonds und schaffen dadurch eine noch breitere Kapitalstreuung als dies im Einzelfall möglich wäre. Weil Misch- oder Dachfonds in Deutschland erst seit 1999 zugelassen sind, fehlen weitgehend verlässliche Vergleichszahlen, die Aufschluss über die Performance im Verhältnis zu traditionellen Investmentfonds geben könnten.

Aktienfonds

Der Klassiker der Fonds setzt sich aus Aktien zusammen. Der Großteil der Anleger investiert in Aktienfonds, weil sie die mutmaßlich größten Renditen versprechen. Vom Prinzip her funktioniert ein Aktienfonds wie ein Dachfonds - nur dass statt in Fonds hier in Aktien investiert wird.

Der Fondsmanager verteilt sein Kapital gleichzeitig auf mehrere Unternehmen, meist zwischen 30 bis 100 pro Fonds. Um das Fonds-Prinzip der Diversifizierung sicherzustellen, dürfen nach deutschem Recht nur maximal zehn Prozent des Fondsvermögens in eine einzelne Aktie investiert werden.

Die Anlageschwerpunkte, in die investiert werden kann, sind sehr unterschiedlich und reichen von einzelnen Branchen über bestimmte Regionen bis zu thematisch zusammengestellten Fonds.

Hedge-Fonds

Die “bösen Jungs“ unter den Fondsmanagern verwalten so genannte Hedge-Fonds. Die Attraktivität der geheimnisumwitterten Hedge-Fonds geht von ihrer Flexibilität aus: Auch in schwachen Börsenzeiten können Hedge-Fonds ungebremst agieren. Die Reglementarien, die den gewöhnlichen Fondsmanager zum Investieren des Großteils seines verwalteten Anlagevolumens zwingen, sind nämlich hier außer Kraft gesetzt.

Mehr noch: Hedge-Fondsmanager können auch von fallenden Kursen profitieren, indem sie - etwa in Voraussicht eines nachgebenden Marktes - Aktien leer verkaufen (“shorten“). Manager James Cramer, der Mitgründer der Internet-Finanzsite TheStreet.com galt jahrelang als einer der renommiertesten Hedge-Fonds-Manager. Mit seiner Analagestrategie schaffte er es etwa im Crash-Jahr 2000, als die Technologie-Börse Nasdaq mehr als 40 Prozent ihres Wertes verlor, gegen den Markttrend für seine Klienten rund 30 Prozent Wertzuwachs zu erzielen. Hedge-Fonds sind vor allem für Anleger mit einem größeren Anlagevolumen gedacht und unterliegen meist Mindestordergrößen.

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