Frankfurter Buchmesse 2003
Leben & Lifestyle

Frankfurter Buchmesse 2003

Bild: Foto: Wolfgang Sauber, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Bücher sind en vogue wie nie kein Zweifel. Ob Dieter Bohlen oder David Beckham, ob Daniel Küblböck oder Susanne Juhnke: Sie alle haben etwas zu erzählen oder wittern zumindest ein gutes Geschäft mit dem eigenen Namen auf dem Buchcover. Zehn- oder sogar Hunterttausendfach gehen diese autobiografischen Ergüsse derzeit über die Ladentische. Der Buchbranche kann das nur Recht sein. Derartige Titel tragen zum dringend benötigten Aufschwung bei und dem Buchhandel erschließen sich neue Käuferschichten. Auf der Frankfurter Buchmesse vom 8. bis 13. Oktober stellten dementsprechend neben Nobelpreisträger Günter Grass auch Schauspieler Manfred Krug, Ex-Modemacher Wolfgang Joop ebenso wie Ex-Fußballstar Uwe Seeler ihre neuen Werke vor.

Eine Messe erfindet sich neu

Bücher sind en vogue wie nie kein Zweifel. Ob Dieter Bohlen oder David Beckham, ob Daniel Küblböck oder Susanne Juhnke: Sie alle haben etwas zu erzählen oder wittern zumindest ein gutes Geschäft mit dem eigenen Namen auf dem Buchcover. Zehn- oder sogar Hunterttausendfach gehen diese autobiografischen Ergüsse derzeit über die Ladentische. Der Buchbranche kann das nur Recht sein. Derartige Titel tragen zum dringend benötigten Aufschwung bei und dem Buchhandel erschließen sich neue Käuferschichten. Auf der Frankfurter Buchmesse vom 8. bis 13. Oktober stellten dementsprechend neben Nobelpreisträger Günter Grass auch Schauspieler Manfred Krug, Ex-Modemacher Wolfgang Joop ebenso wie Ex-Fußballstar Uwe Seeler ihre neuen Werke vor.

Fast 290.000 Besucher besuchten in diesem Jahr die größte Buchmesse der Welt eine Steigerung von nahezu 9 %. Auf knapp 178.000 Quadratmetern präsentierten 6638 Aussteller aus 102 Ländern rund 350.000 Bücher, elektronische Medien und buchverwandte Produkte.

Neue Foren mit Themen und Trends

Mit zahlreichen Foren setzte Frankfurt 2003 neue Schwerpunkte beim Messeauftritt. Vorgestellt wurden aktuelle und für die Buchwelt interessante Themen und Trends. Im Forum “Innovation“ ging es u.a. um ein neues E-Book-Portal, zukunftsorientiertes Cross Media Publishing und online-Archive für Verlage. Im SPIEGEL-Bildungsforum stand “PISA und die Folgen“ auf der Agenda zahlreicher Diskussionen, Vorträge und Buchpräsentationen.

Neu war auch das Forum “Film & TV“. Neben Veranstaltungen mit Stars, Sternchen und Filmemachern bot ein Kino mit 450 Plätzen ein kostenloses Non-Stop-Porgamm mit aktuellen Produktionen als Vorpremiere. Im Schwerpunkt Literaturverfilmungen wurde u.a. James Ivorys Adaption des Bestseller-Romans “Le Divorce“ (“Eine Affäre in Paris“) von Diane Johnson gezeigt mit Kate Hudson, Glenn Close und Stephen Fry in den Hauptrollen.

Übersetzer-Zentrum und Karriere-Center

Erstmals gab es auf der Frankfurter Buchmesse ein Internationales Übersetzer-Zentrum. Übersetzer und deren Gäste nutzten das neue Forum als Arbeitsort, Kontakt- und Informationsbörse. Außerdem hatten Literaturagenten, Rights Manager und Lektoren hier die Möglichkeit, erste Kontakte zu potenziellen Übersetzern ihrer Titel zu knüpfen.

Eine internationale Plattform für Jobvermittlung in der Buchbranche präsentierte das neue Karriere-Center.

Die Russen kommen

Unter dem Motto “Neue Seiten“ präsentierte sich das Gastland Russland mit rund 200 Verlagen und 100 Autoren. Neben arrivierten russischen Autoren wie Viktor Jerofejew, Vladimir Sorokin oder Ljudmila Ulitzkaja kamen auch zahlreiche Protagonisten der jüngsten Schriftstellergeneration in Frankfurt zu Wort. In der traditionellen “Books on“-Ausstellung wurden rund 2500 Bücher russsischer Autoren bzw. Titel über Russland oder Werke russischer Schriftsteller aus 21 Ländern vorgestellt.

Fotografische Annäherungen an das große Gastland boten die Ausstellungen “St. Petersburg“ und “Lomo @ Home“. Letztere machte mit mehr als 5000 lomografischen Innenansichten das tägliche Leben Russlands im Jahr 2003 transparent. Die Kultur der Stalinära wurde dagegen in der Ausstellung “Traumzeit Kommunismus“ in der Frankfurter Kunsthalle Schirn fokussiert, während das Leinwandhaus Exponate zum Körperbild in der Sowjetunion in den 1920er und 1930er Jahren zeigte. Motto: “Nackt für Stalin“.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite